Trump setzt auf mehr KI und kündigt neue Aufsicht an
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 20:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-Präsident Donald Trump will die Entwicklung Künstlicher Intelligenz in den USA weiter beschleunigen und kündigt zugleich neue staatliche Strukturen für den Umgang mit den Risiken der Technologie an.
Trump setzt auf Tempo
Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, das Wachstum der KI-Branche werde „in keinster Weise“ behindert oder abgewürgt. Er verwies erneut darauf, dass die USA bei der Technologie vor China und dem Rest der Welt lägen und dies so bleiben solle.
Warnungen vor Risiken
Der Vorstoß erfolgt, obwohl zuletzt mehrere führende KI-Labore und Forscher vor den Gefahren der Technologie gewarnt hatten. Nach eigenständigen Hacking-Attacken durch KI-Software hatten sich auch große Entwickler dafür ausgesprochen, die Entwicklung zu bremsen.
Geplante Aufsicht
Trump kündigte zugleich eine „AI Force“ an, die sich mit den „schlechten“ Auswirkungen Künstlicher Intelligenz befassen solle. Außerdem wolle er in Kürze einen „KI-Zar“ benennen, also einen Regierungsbeauftragten für das Thema.
Bis März hatte der Silicon-Valley-Unternehmer David Sacks diese Rolle in anderer Form übernommen. Die Einzelheiten der angekündigten „AI Force“ blieben zunächst offen.
Trump, KI und der Wettbewerb mit China
Die Debatte über Künstliche Intelligenz hat sich in den USA zu einer industriepolitischen und sicherheitspolitischen Grundsatzfrage verschärft. Trumps Linie setzt auf Tempo, Marktgröße und technologische Dominanz; damit passt sie zu seinem wiederholten Verweis auf den Wettbewerb mit China und zu einer Politik, die Regulierung eher als Standortnachteil versteht.
Warnungen aus der Branche
Gleichzeitig wächst der Druck aus der KI-Forschung und aus Teilen der Tech-Branche selbst. Führende Labore hatten zuletzt dafür plädiert, Risiken stärker zu begrenzen und Entwicklungsschritte zu bremsen, weil sie Kontrollverluste und missbräuchliche Nutzung fürchten. Diese Spannung macht deutlich, dass es nicht nur um einzelne Produkte geht, sondern um die Frage, wie weit autonome Systeme in Wirtschaft, Sicherheit und Verwaltung eingesetzt werden sollen.
Folgen für Politik und Alltag
Für die US-Politik bedeutet das: Wer KI fördern will, muss zugleich über Aufsicht, Haftung und Sicherheitsstandards entscheiden. Trumps Ankündigung einer «AI Force» und eines künftigen «KI-Zars» deutet darauf hin, dass die Regierung den wachsenden Gegenwind nicht ignorieren kann. Für Unternehmen und Nutzer bleibt entscheidend, ob der Staat vor allem beschleunigt oder zugleich verbindliche Leitplanken setzt. Davon hängen Investitionen, Strombedarf, Rechenzentrumsprojekte und der Umgang mit Sicherheitsrisiken in den kommenden Monaten ab.
