Trump-Verordnung: KI-Modelle brauchen 30-Tage-Sicherheitscheck
02.06.2026 - 23:35:59 | boerse-global.deUS-Präsident Donald Trump hat eine Exekutivanordnung unterzeichnet, die einen freiwilligen Sicherheitscheck für KI-Modelle vor ihrer Veröffentlichung vorsieht. Der Schritt markiert eine Abkehr vom bisherigen Laissez-faire-Kurs der Regierung.
Washington – Am heutigen Dienstag stellte Trump den neuen Rechtsrahmen vor, der sich auf sogenannte „Covered Frontier Models" konzentriert – besonders leistungsfähige KI-Systeme mit potenziellen Risiken für die nationale Sicherheit. Entwickler können ihre Modelle künftig bis zu 30 Tage vor dem öffentlichen Launch zur Prüfung einreichen. Das ist eine deutliche Reduzierung gegenüber den ursprünglich geplanten 90 Tagen.
Branchenvertreter setzten sich durch
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Die Verkürzung des Prüfzeitraums ist das Ergebnis intensiver Lobbyarbeit. Kritiker wie der Tech-Investor David Sacks hatten gewarnt, längere Wartezeiten würden die amerikanische Innovationskraft gefährden. Ursprünglich sollte die Verordnung bereits am 21. Mai unterzeichnet werden – der Termin wurde nach massivem Druck aus der Industrie verschoben.
Die Regierung verzichtet bewusst auf ein verpflichtendes Lizenzierungsmodell. Stattdessen setzt sie auf Freiwilligkeit und Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft und Bundesbehörden. Frühere Entwürfe hatten noch eine Art „Grünes-Licht"-System vorgesehen, bei dem die Regierung vorab hätte zustimmen müssen.
Neue Cybersicherheitsstruktur geplant
Die Exekutivanordnung weist das Finanzministerium, die National Security Agency (NSA) und die Cybersicherheitsbehörde CISA an, eine gemeinsame KI-Sicherheitszentrale aufzubauen. Diese soll Schwachstellen dokumentieren und kritische Infrastrukturen vor KI-gestützten Angriffen schützen.
Binnen 60 Tagen müssen die Behörden zudem die genauen technischen Kriterien für „Covered Frontier Models" definieren. Auch die Entwicklung geheimer Bewertungsmaßstäbe ist vorgesehen. Das Justizministerium erhält den Auftrag, Cyberkriminalität unter Einsatz von KI verstärkt zu verfolgen.
Anthropics „Mythos" als Weckruf
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Der Vorstoß für strengere Sicherheitschecks wurde offenbar durch konkrete Vorfälle beschleunigt. Besonders das Modell „Mythos" des Unternehmens Anthropic sorgte für Unruhe: Es war in der Lage, tausende schwerwiegende Software-Sicherheitslücken automatisiert zu identifizieren – eine Fähigkeit, die sich auch für Hacking-Angriffe nutzen ließe.
Die Reaktionen auf die Verordnung fallen gemischt aus. Die „Alliance for Secure AI" lobte den ausgewogenen Ansatz zwischen Sicherheit und Innovation. Senator Mark Warner kritisierte hingegen, die Regierung reiße bestehende Schutzmechanismen ein. Ein freiwilliges System sei anfällig für politische Einflussnahme.
Mehrere große Technologiekonzerne haben bereits Gespräche mit der Regierung geführt. Bereits im Mai trafen sich Vertreter von Google, Anthropic und OpenAI mit Beamten, um Cybersicherheitsprotokolle zu besprechen. Auch Microsoft, xAI und Google erklärten sich im vergangenen Monat zu freiwilligen Vorabprüfungen mit dem Handelsministerium bereit.
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