Twint, Paypal

Twint und Paypal: Betrüger nutzen Hotelbuchungen für Konto-Phishing

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 22:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gefälschte Hotelseiten, Phishing-Nachrichten und Bandansagen sollen Zugangsdaten sowie Sicherheitscodes von Zahlungsdienstkonten abgreifen.
Ein unbesetzter, modern gestalteter Hotelrezeptionsbereich mit dunklem Holz und weicher Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Kriminelle intensivieren derzeit ihre Versuche, unbefugten Zugriff auf Konten von Zahlungsdienstleistern wie Twint und Paypal zu erlangen. Dabei setzen die Täter auf eine Kombination aus gefälschten Telefonanrufen und Phishing-Nachrichten, die an reale Hotelbuchungen anknüpfen. Sicherheitsbehörden und Verbraucherschützer schlagen Alarm und warnen vor den ausgefeilten Methoden.

Manipulation nach echten Hotelbuchungen zielt auf Twint

Das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) warnt vor einer Betrugsmasche, die direkt an reguläre Hotelübernachtungen anschließt. Die Angreifer verschaffen sich Zugang zu kompromittierten Buchungs- und E-Mail-Systemen von Hotels. Anschließend registrieren die Täter Internetadressen, die den echten Webseiten der Betriebe stark ähneln, und kopieren deren Internetauftritte detailgetreu.

Betroffene Gäste erhalten nach einer getätigten Buchung eine Mitteilung, in der ihnen ein Cashback in Höhe von 7,5 Prozent auf den gezahlten Übernachtungspreis versprochen wird. Wer auf der gefälschten Hotelseite landet, wird auf eine nachgebaute Bank-Anmeldeseite weitergeleitet.

Dort fangen die Betrüger die eingegebenen Zugangsdaten ab, um sich in das echte E-Banking des Opfers einzuloggen. Im weiteren Verlauf fordern die Kriminellen die Betroffenen unter einem Vorwand auf, den zweiten Sicherheitsfaktor freizugeben oder einen entsprechenden Bestätigungscode zu übermitteln.

Das Bacs betont, dass das primäre Ziel dieses Vorgehens die Umschreibung des verknüpften Twint-Kontos auf eine Telefonnummer der Angreifer ist. Zudem seien direkte unberechtigte Zahlungsabflüsse möglich.

Die Behörde rät dringend dazu, niemals Codes an Dritte weiterzugeben und verdächtige Links zu meiden. Reisende sollten Hotelbetriebe bei Unklarheiten ausschließlich über offizielle Telefonnummern kontaktieren und im Schadensfall umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten.

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Gefälschte Sicherheitswarnungen und Bandansagen bei Paypal

Parallel dazu registrieren IT-Sicherheitsexperten vermehrte Phishing-Aktivitäten gegen Nutzer von Paypal. Nach Angaben der Rechercheplattform Mimikama versenden Betrüger gefälschte Sicherheitswarnungen, die vorgeben, dass ein unbekanntes Gerät auf das Nutzerkonto zugegriffen habe.

In einigen Fällen tragen die Benachrichtigungen einen Betreff, der wie eine Einladung zu einem externen Dienst formuliert ist, während der restliche Text in deutscher Sprache verfasst ist.

Eine in der Nachricht enthaltene Schaltfläche führt auf eine verschleierte Internetadresse. Die dortige Eingabemaske erfasst zunächst die regulären Login-Daten und fragt anschließend einen Bestätigungscode ab, den der Kontoinhaber zeitgleich per SMS erhält. Gelingt die Eingabe, erlangen die Täter vollständigen Zugriff auf das echte Benutzerkonto.

Verbraucherschützer empfehlen grundsätzlich, für jeden Online-Dienst ein individuelles, starkes Passwort zu vergeben und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren.

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Wer versehentlich Daten preisgegeben hat, sollte umgehend das Passwort ändern, vergangene Transaktionen sowie die Kontoeinstellungen kontrollieren und den Finanzdienstleader informieren. Verdächtige Nachrichten können zudem direkt an die Sicherheitsadresse des Unternehmens weitergeleitet werden.

Neben schriftlichen Angriffen kommen vermehrt manipulierte Telefonanrufe zum Einsatz. Bereits am 15. Oktober 2026 warnte die Bundesnetzagentur vor automatisierten Bandansagen, die sich fälschlicherweise als Mitteilung von Paypal ausgeben. Die Angerufenen werden darin aufgefordert, die Taste 1 zu drücken, um eine angebliche Abbuchung zu stoppen.

Die Regulierungsbehörde geht von einem rechtsmissbräuchlichen Hintergrund aus und mahnt, das Gespräch sofort zu beenden sowie keine persönlichen Angaben zu machen. Zu den Betroffenen zählte an diesem Tag unter anderem eine 81-jährige Frau aus dem hessischen Eschwege, die gegen 16:05 Uhr kontaktiert wurde.

Ihr wurde mitgeteilt, dass ein Betrag von 749 Euro über ihr Paypal-Konto einbehalten worden sei. Die Seniorin, die zuvor bereits zwei unbeantwortete Anrufe von österreichischen Telefonnummern erhalten hatte, erkannte die Masche jedoch sofort.

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