Typ-2-Diabetes, Echtzeit-CGM

Typ-2-Diabetes: Echtzeit-CGM senkt HbA1c nach drei Jahren um 0,75 Punkte

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 12:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine dreijährige Beobachtungsstudie verknüpft rtCGM mit niedrigeren HbA1c- und UACR-Werten, belegt jedoch keinen Erhalt der Nierenfiltration.

Echtzeit-Glukosemessung verbessert HbA1c-Werte bei Typ-2-Diabetes
Ein klinisches Labor mit einer sauberen Edelstahlarbeitsfläche und medizinischen Glasgefäßen in einer sterilen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Einsatz von Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung in Echtzeit geht bei Menschen mit Typ-2-Diabetes mit einer anhaltenden Verbesserung der Blutzuckerwerte sowie Hinweisen auf einen Schutz der Nieren einher. Das zeigt eine dreijährige Beobachtungsstudie von Kaiser Permanente Northern California, die im Fachjournal JAMA Network Open unter der DOI 10.1001/jamanetworkopen.2026.37698 veröffentlicht wurde, wie medizinische Fachmedien am 12. Oktober 2026 berichteten.

Verbesserte Glukosekontrolle über drei Jahre

Die Untersuchung analysierte Daten von insgesamt 25.371 Personen bei 25.648 Gruppenzuweisungen. Davon fielen 2.771 Zuweisungen auf Personen, die eine kontinuierliche Glukosemessung in Echtzeit (rtCGM) neu starteten, während 22.877 als Kontrollen dienten. Das mittlere Alter der Teilnehmenden lag bei 61,5 Jahren, der Männeranteil betrug 54,7 Prozent.

Zu Beginn der Beobachtung lag der mittlere HbA1c-Wert bei 9,5 Prozent, wobei 96,9 Prozent der Teilnehmenden in den vorangegangenen 12 Monaten Werte von über 8 Prozent aufgewiesen hatten. Die Nachbeobachtungszeit erstreckte sich über bis zu 36 Monate.

Die Ergebnisse belegen über den gesamten Zeitraum einen deutlichen Vorteil für Anwender der Sensortechnologie. Nach einem Jahr betrug der Unterschied beim HbA1c-Wert 1,10 Prozentpunkte (7,83 Prozent in der rtCGM-Gruppe gegenüber 8,93 Prozent in der Kontrollgruppe).

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Nach zwei Jahren lag die Differenz bei 0,90 Prozentpunkten. Auch nach drei Jahren blieb der Abstand mit 0,75 Prozentpunkten bestehen, wobei die rtCGM-Gruppe einen Wert von 7,83 Prozent und die Kontrollgruppe 8,58 Prozent verzeichnete.

Nierenwerte und methodische Einschränkungen

Neben der Glukosekontrolle untersuchte das Forschungsteam renale Parameter. Beim Albumin-Kreatinin-Quotienten im Urin (UACR) zeigte sich nach drei Jahren ein statistisch messbarer Vorteil: In der rtCGM-Gruppe lag der Wert bei 153 mg/g gegenüber 278 mg/g in der Kontrollgruppe, was einer Differenz von etwa 125 mg/g entspricht.

Nach einem und zwei Jahren waren noch keine signifikanten UACR-Unterschiede festgestellt worden. Die Auswertung nach drei Jahren basierte auf Daten von 331 Personen mit Sensornutzung und 3.890 Kontrollpersonen.

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Bei der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) ergab sich nach drei Jahren kein signifikanter Unterschied mehr. Zu Beginn sowie in den ersten zwei Jahren war die eGFR in der rtCGM-Gruppe gewichtet niedriger gewesen, womit die Daten keine Evidenz für einen Erhalt der Nierenfiltrationsfunktion lieferten.

Ein an der Studie beteiligter Autor von Kaiser Permanente Northern California gab diesbezüglich zu bedenken, dass ein längerer Untersuchungszeitraum womöglich auch den Erhalt der Filtrationsfunktion hätte abbilden können.

Die Aussagekraft der Ergebnisse unterliegt methodischen Grenzen: Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich keine Kausalzusammenhänge ableiten. Zudem gab es Abbrüche und Wechsel zwischen den Gruppen. Die Abbruchrate lag bei 44,3 Prozent unter den Personen, die rtCGM begonnen hatten, während 18,7 Prozent der Kontrollgruppe im Verlauf eine Sensornutzung aufnahmen. Die Arbeit wurde unter anderem von Dexcom finanziert.

Ergänzend zu den klinischen Beobachtungsdaten wies eine parallele Modellierungsstudie von Kaiser Permanente Northern California darauf hin, dass die kontinuierliche Glukosemessung die gesunde Lebenserwartung steigern und Begleiterkrankungen wie schwere Unterzuckerungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Augenschäden senken kann.

Nach Berechnungen der Modellierung könnte die Vermeidung eines einzelnen Falls terminaler Niereninsuffizienz die Gerätekosten über Jahrzehnte hinweg ausgleichen.

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de | wissenschaft | 70300582 |