Typ-2-Diabetes, Enavogliflozin

Typ-2-Diabetes: Enavogliflozin senkt Leptin stÀrker als Dapagliflozin

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Auswertung zweier Phase-3-Studien zeigt Vorteile bei Leptin und Insulinresistenz, aber keine Unterschiede bei HbA1c oder Gewicht.
Ein steriler Laborarbeitsplatz mit medizinischen AnalysegerÀten und Glasphiolen in einem hellen, professionellen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Eine im Fachjournal Cardiovascular Diabetology veröffentlichte Untersuchung liefert neue Erkenntnisse zur Behandlung von Typ-2-Diabetes mit modernen Wirkstoffen.

Demnach senkt das von Daewoong Pharmaceutical entwickelte Enavogliflozin, bekannt unter dem Handelsnamen Enblo, den Leptinspiegel von Patienten deutlicher und verbessert die Insulinresistenz wirksamer als der etablierte Vergleichswirkstoff Dapagliflozin. Die Ergebnisse basieren auf einer zusammenfassenden Auswertung zweier klinischer Studien.

Gepoolte Daten aus zwei Phase-3-Studien

Grundlage der Publikation ist eine integrierte Analyse der beiden klinischen Phase-3-Studien ENHANCE-M und ENHANCE-D, deren ursprĂŒngliche Ergebnisse im Jahr 2022 publiziert wurden. WĂ€hrend ENHANCE-M Enavogliflozin als Zweifachtherapie in Kombination mit Metformin untersuchte, prĂŒfte ENHANCE-D den Einsatz im Rahmen einer Dreifachkombination zusammen mit Metformin und Gemigliptin.

In die zusammengefasste Auswertung flossen die Daten von insgesamt 427 Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes ein. Die Probanden erhielten ĂŒber einen Behandlungszeitraum von 24 Wochen hinweg entweder Enblo oder Dapagliflozin. Beide PrĂ€parate gehören zur Wirkstoffklasse der SGLT-2-Hemmer, die routinemĂ€ĂŸig zur Blutzuckersenkung eingesetzt werden.

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Deutliche Unterschiede bei Leptin und Insulinresistenz

Die Analyse offenbart signifikante Unterschiede bei spezifischen Stoffwechselmarkern. So sank der Leptinspiegel in der mit Enblo behandelten Gruppe um -2,08 ”g/L, wĂ€hrend unter Dapagliflozin eine Reduktion von -1,09 ”g/L verzeichnet wurde. Damit fiel der RĂŒckgang unter Enblo rund doppelt so stark aus.

Dieser Unterschied bei der Leptinreduktion blieb den Angaben zufolge auch dann statistisch bestehen, wenn rechnerisch fĂŒr eingetretene GewichtsverĂ€nderungen korrigiert wurde.

Ähnliche Differenzen zeigten sich bei der Beurteilung der Insulinresistenz mittels HOMA-IR: Hier verbesserte sich der Wert unter Enblo um -1,36, verglichen mit einer VerĂ€nderung von -1,05 unter Dapagliflozin.

Bei anderen zentralen Parametern wiesen die beiden Wirkstoffe hingegen keine signifikanten Abweichungen auf. Sowohl bei der Senkung des Langzeitblutzuckerwerts HbA1c als auch hinsichtlich der GewichtsverÀnderung zeigten sich keine Unterschiede zwischen Enblo und Dapagliflozin.

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Einordnung im klinischen Kontext

Fachleute und Unternehmensvertreter sehen in den Resultaten wichtige Anhaltspunkte fĂŒr das pharmakologische Profil des Wirkstoffs. Park Hyung-chul, Leiter des ETC-Marketings bei Daewoong Pharmaceutical, erklĂ€rte, dass dieser direkte Vergleich eine differenzierte metabolische Eigenschaft von Enblo aufzeige. Das Pharmaunternehmen beabsichtige, die wissenschaftliche Evidenzbasis rund um das PrĂ€parat kontinuierlich auszubauen.

Auch aus medizinischer Sicht wird den Daten Bedeutung beigemessen, wenngleich weiterer Forschungsbedarf besteht. Der Korrespondenzautor der Studie, Park Chul-young vom Kangbuk Samsung Hospital, betonte, dass die Befunde eine Grundlage böten, um die spezifische Rolle des Medikaments im CKM-Kontext (kardiovaskulÀr-nierenspezifisches metabolisches Syndrom) nÀher zu erforschen.

Die tatsĂ€chliche langfristige klinische Relevanz der beobachteten Effekte auf den Leptinspiegel und die Insulinresistenz mĂŒsse jedoch in weiterfĂŒhrenden Untersuchungen ĂŒberprĂŒft werden.

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