Typ-2-Diabetes: Hüft-Exoskelett senkt Glukoseanstieg beim Gehen
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Körperliche Aktivität gilt als wesentlicher Baustein in der Behandlung des Typ-2-Diabetes. Neue technologische Ansätze untersuchen zunehmend, wie gezielte mechanische Unterstützung Bewegungseinheiten effektiver oder zugänglicher gestalten kann.
Eine südkoreanische randomisierte Crossover-Studie, die im Fachjournal BMC Endocrine Disorders veröffentlicht und über die am 11.10.2026 auf scienmag.com berichtet wurde, liefert dazu konkrete Einblicke. Das Forschungsteam untersuchte dabei den Einsatz eines robotergestützten Hüft-Exoskeletts bei betroffenen Erwachsenen während standardisierter Geheinheiten.
Signifikante Reduktion des Glukoseverlaufs nach Bewegung
An der Untersuchung nahmen 14 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes teil. Die Probanden absolvierten jeweils 30 Minuten Gehen unter verschiedenen Bedingungen: unassistiert sowie mit dem robotergestützten Hüft-Exoskelett namens Bot-Fit in zwei unterschiedlichen Betriebsarten, bezeichnet als Aqua und Boost.
Nach Angaben des Studienteams führten beide Modi des Exoskeletts zu einer messbaren Reduktion des Glukoseanstiegs im Vergleich zum Gehen ohne apparative Hilfe.
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Konkret sank die inkrementelle Glukosefläche über einen Beobachtungszeitraum von 120 Minuten von 6461 ± 2477 mg·min/dL beim unassistierten Gehen auf 4877 ± 1946 mg·min/dL im Aqua-Modus sowie auf 5072 ± 2339 mg·min/dL im Boost-Modus. Dieser Unterschied erwies sich mit einem statistischen Wert von P<0,001 als signifikant.
Unterschiedliche Auswirkungen auf Anstrengung und Kreislauf
Neben den Stoffwechselparametern erfasste das Studienteam auch physiologische Reaktionen und die subjektive Belastung der Teilnehmenden. Dabei zeigten die beiden Betriebsmodi des Geräts gegensätzliche Effekte auf den Körper.
Im Boost-Modus, der die Vorwärtsbewegung mechanisch unterstützt, verringerte sich die empfundene Anstrengung der Probanden deutlich. Auf der entsprechenden Skala lag der Wert bei 4,0 ± 1,3 gegenüber 5,2 ± 2,3 beim unassistierten Gehen.
Demgegenüber führte der Aqua-Modus, der einen höheren Bewegungswiderstand simuliert, zu einer gesteigerten Herz-Kreislauf-Belastung: Die mittlere Herzfrequenz kletterte in dieser Einstellung auf 118,9 ± 20,2 bpm, verglichen mit 105,7 ± 16,3 bpm beim Gehen ohne Exoskelett.
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Methodische Einordnung und Rahmenbedingungen
Hinsichtlich der Aussagekraft betonte das Studienteam den Charakter der Untersuchung als akute Proof-of-Concept-Studie. Die erhobenen Daten dokumentieren kurzfristige Effekte einzelner Bewegungseinheiten unter kontrollierten Bedingungen.
Finanziert wurde die Forschungsarbeit von dem Technologiekonzern Samsung. Für weiterführende Rückschlüsse auf eine langfristige Anwendung im Alltag von Diabetes-Patienten bedarf es künftiger Folgeuntersuchungen über längere Zeiträume.
