Typ-2-Diabetes, SGLT2-Inhibitoren

Typ-2-Diabetes: SGLT2-Inhibitoren senken Alzheimer-Risiko um 43%

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 15:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie belegt Low-Carb-Erfolge bei Diabetes. Neue Medikamente senken zudem das Alzheimer-Risiko deutlich.

Metabolisches Syndrom: Neue Therapien gegen Volkskrankheit
Nahaufnahme eines Blutzuckermessgeräts, das einen gesunden Wert anzeigt, mit unscharfem Hintergrund einer Person, die eine gesunde Mahlzeit isst. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ärzte setzen jetzt auf eine Kombination aus Ernährung, Technik und neuen Medikamenten.

Risikofaktor Bauchfett

Das metabolische Syndrom ist eine gefährliche Kombination: Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte. Treiber ist meist eine Insulinresistenz. Dr. Eric Martin von der Bundesapothekerkammer warnt vor allem vor Bauchfett. Es fördert Entzündungen und erhöht das Risiko für Arteriosklerose sowie Nieren- und Augenschäden.

Die wichtigste Therapie bleibt der Lebensstil: Gewicht reduzieren, mehr bewegen.

Low Carb zeigt Wirkung

Eine aktuelle Studie in BMJ Nutrition, Prevention & Health belegt die Wirksamkeit kohlenhydratreduzierter Ernährung. 48 Typ-2-Diabetiker nahmen an einem sechsmonatigen Low-Carb-Coaching teil. Das Ergebnis: durchschnittlich 5,2 Kilo Gewichtsverlust. Der HbA1c-Wert sank von 60,0 auf 49,7 mmol/mol.

Die Forscher um Collins stellten einen direkten Zusammenhang zwischen Gewichtsverlust und normalisierten Blutzuckerwerten fest.

Longevity-Experte Gerd Wirtz empfiehlt ein herzhaftes Frühstück mit Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Kichererbsen. Die komplexen Kohlenhydrate und Ballaststoffe sorgen für stabile Blutzuckerwerte und schützen langfristig die Blutgefäße.

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Systeme zum kontinuierlichen Glukosemonitoring (CGM) zeigen in der Praxis deutliche Erfolge. Studien belegen: CGM senkt den HbA1c-Wert um etwa einen Prozentpunkt. Anwender bleiben durchschnittlich vier Stunden pro Tag länger im Zielbereich.

Doch die Kostenübernahme für Typ-2-Diabetiker ohne Insulintherapie bleibt oft eine Hürde.

Nährstoffmangel weit verbreitet

Rund 45 Prozent der Typ-2-Diabetiker haben einen Mikronährstoffmangel. Besonders häufig fehlen Vitamin D (60,5 Prozent), Magnesium (42 Prozent) und Eisen (28 Prozent). Zudem hemmt die Langzeiteinnahme von Metformin die Aufnahme von Vitamin B12.

Eine engmaschige Überwachung der Nährstoffversorgung ist daher ratsam.

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Neue Medikamente senken Alzheimer-Risiko

SGLT2-Inhibitoren könnten mehr als nur den Blutzucker senken. Eine im Juli 2026 in JAMA Network Open veröffentlichte Studie deutet darauf hin: Sie reduzieren das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent. Auch GLP-1-Agonisten zeigten in Studien mit über 112.000 Teilnehmern eine risikoreduzierende Wirkung von bis zu 33 Prozent.

Parallel dazu forschen Wissenschaftler an neuen Wirkstoffen. Ein per Künstlicher Intelligenz entdecktes Peptid namens BRP halbierte in Tierversuchen den Appetit und bewirkte Gewichtsverlust ohne Muskelabbau. Klinische Studien am Menschen werden in fünf bis zehn Jahren erwartet.

Neue Regeln für Kliniken und Apotheken

Das Universitätsklinikum Leipzig wurde im Juli 2026 als ernährungsmedizinische Schwerpunktabteilung zertifiziert. Ab 2028 ist ein bundesweites Pflicht-Screening auf Mangelernährung bei Krankenhausaufnahmen geplant.

Ebenfalls im Juli traten gesetzliche Neuregelungen in Kraft: Das Apotheken-Reformgesetz erleichtert die Abgabe kleinster Packungsgrößen bei Dauermedikation ohne erneutes Rezept. Zudem gibt es neue Rahmenbedingungen für die assistierte Telemedizin.

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