Uber-Geldstrafe: 825 Millionen Euro für automatisierte Fahrer-Sperrungen
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 18:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die niederländische Datenschutzbehörde (AP) hat eine Geldstrafe in Höhe von 825 Millionen Euro gegen den Fahrdienstvermittler Uber verhängt. Hintergrund der Sanktion sind Verstöße gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die im Zeitraum zwischen 2020 und 2022 im Zusammenhang mit der automatisierten Deaktivierung von Fahrerkonten festgestellt wurden.
Verstoß gegen Fahrer-Rechte durch automatisierte Prozesse
Die Behörde wirft Uber vor, Konten von Fahrern ohne ausreichende Information der Betroffenen gesperrt zu haben. Diese automatisierten Deaktivierungen verletzten nach Einschätzung der Aufsicht die durch die DSGVO garantierten Rechte der Fahrer. Die Behörde bestätigte die Entscheidung gegenüber der Financial Times; der Beschluss sei bereits am Montag intern vereinbart und am Freitag offiziell bestätigt worden.
In einer Stellungnahme konkretisierte Uber die Auswirkungen seiner Systeme für einen Teilbereich: So hätten im Jahr 2021 niedrige Bewertungen zum Verlust des Kontozugangs für insgesamt 126 Fahrer geführt. Die Aufsichtsbehörde sieht in der Art und Weise, wie diese Prozesse ohne hinreichende Transparenz und Benachrichtigung durchgeführt wurden, eine schwerwiegende Verletzung der Datenschutzbestimmungen.
Zweithöchste DSGVO-Strafe der Geschichte
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Mit einem Volumen von 825 Millionen Euro markiert das Bußgeld einen historischen Höchststand in der europäischen Rechtsprechung zum Datenschutz. Die Summe entspricht umgerechnet etwa 966 Millionen US-Dollar beziehungsweise 960 Millionen US-Dollar.
Branchenbeobachtern zufolge handelt es sich damit um die zweithöchste jemals verhängte Strafe auf Grundlage der DSGVO. Sie wird lediglich von der im Jahr 2023 gegen den US-Konzern Meta verhängten Sanktion in Höhe von 1,2 Milliarden Euro übertroffen.
Die Höhe der Strafe spiegelt die Schwere des Vorwurfs wider, dass automatisierte Algorithmen ohne angemessene menschliche Kontrolle oder transparente Kommunikation existenzsichernde Entscheidungen für die Vertragspartner der Plattform getroffen haben.
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Uber kündigt rechtliche Schritte an
Das Unternehmen Uber hat bereits kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung reagiert. Der US-Konzern kündigte an, gegen die verhängte Geldstrafe Berufung einzulegen. Damit geht das Verfahren in die nächste Instanz, in der die Rechtmäßigkeit der behördlichen Entscheidung und die Angemessenheit der Bußgeldhöhe geprüft werden dürften.
Das Verfahren unterstreicht die zunehmend strengere Aufsicht europäischer Behörden über algorithmische Management-Systeme bei Plattform-Unternehmen, insbesondere wenn diese Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen und Rechte der beteiligten Akteure haben.
