UBTech in Südkorea: U1-Roboter für 25.000 Dollar startet im Café und Werk
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer chinesische Robotikkonzern UBTech baut seine Präsenz auf dem südkoreanischen Markt weiter aus. Im September übernahm der Galaxy Robot Park in Seoul eine Lieferung des humanoiden Roboters U1. Das Modell ist 1,68 Meter groß und kostet rund 25.000 US-Dollar.
Für UBTech markiert der Schritt einen weiteren Meilenstein in Ostasien: Das Unternehmen vertreibt bereits seit 2019 humanoide Systeme in Südkorea und hat seither mehr als 10.000 Einheiten an Dutzende Kunden aus Wirtschaft und Verwaltung ausgeliefert. Der Vorgang unterstreicht die wachsende Rolle internationaler Märkte für chinesische Robotikhersteller.
Südkorea als zentraler Abnehmer bionischer Roboter
Die Auslieferung fügt sich in ein dynamisches Handelsumfeld ein. Nach chinesischen Zolldaten entwickelte sich Südkorea in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 zum drittgrößten Exportmarkt für intelligente bionische Roboter aus China.
Mit einem Importvolumen von 20 Millionen US-Dollar entfielen 9,7 Prozent der weltweiten chinesischen Gesamtexporte dieser Sparte von 207 Millionen US-Dollar auf das Nachbarland. Insgesamt exportierten chinesische Produzenten in diesem Zeitraum 16.559 Einheiten der Kategorie, die humanoide Modelle und Roboterhunde umfasst, in 108 Länder.
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Neben UBTech drängen weitere chinesische Entwickler auf den südkoreanischen Markt. Das in Peking ansässige Unternehmen Anyverse Dynamics unter Führung von Gründer Zhang Yufeng testet in Kooperation mit der Kaffeekette Hollys robotische Systeme für die Zubereitung von Getränken und den Tischservice. Die praktischen Erprobungen vor Ort in Südkorea sind für das vierte Quartal angesetzt.
Industrielle Pilotprojekte und regulatorische Vorgaben
Über den Dienstleistungssektor hinaus fasst UBTech auch in der südkoreanischen Industrie Fuß. Gemeinsam mit den Partnern Duksan JM Robotics und Ajin Industrial erprobt das Unternehmen humanoide Roboter auf einer Produktionslinie für Automobilteile.
Der Markteintritt erforderte technische Modifikationen: Um die für Südkorea verbindliche KC-Zertifizierung zu erlangen, mussten Kommunikationsmodule und Funkfrequenzen der Systeme an die lokalen Vorgaben angepasst werden.
Gleichzeitig investiert Südkorea selbst intensiv in physische künstliche Intelligenz. Die Regierung hat dem Parlament im Haushaltsentwurf für 2027 Mittel in Höhe von 3,1 Billionen Won (rund 2,3 Milliarden US-Dollar) für diesen Bereich vorgeschlagen, verglichen mit 900 Milliarden Won im Jahr 2026. Flankiert werden diese Vorhaben durch das nationale M.AX-Programm, das die Etablierung von 500 KI-Fabriken bis 2030 sowie die Massenfertigung von Humanoiden ab 2029 vorsieht.
Die mehr als 1.000 Mitglieder zählende Allianz verzeichnete bei über 170 geförderten Fabriken bereits eine durchschnittliche Produktivitätssteigerung von 30 Prozent bei einer Reduktion der Ausschussrate um 15,5 Prozent.
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Globaler Vormarsch chinesischer Hersteller
Die Aktivitäten in Südkorea spiegeln die weltweite Ausrichtung der chinesischen Branche wider. Eine Erhebung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zeigt, dass von 182 finanzierten Unternehmen für körperhafte KI (Embodied AI) 73 bereits im Ausland aktiv sind und weitere 21 den Markteintritt vorbereiten – zusammen rund 51,6 Prozent.
Laut Schätzungen von Morgan Stanley stammten bereits im Jahr 2025 etwa 90 Prozent der weltweit 13.000 bis 16.000 ausgelieferten Humanoiden von chinesischen Herstellern. Analysten erwarten, dass Humanoide binnen fünf bis zehn Jahren zu einem der wichtigsten Exportgüter des Landes aufsteigen werden.
Auch Marktforscher belegen das rasante Tempo. Nach Zahlen von IDC beliefen sich die weltweiten Auslieferungen humanoider Roboter im ersten Halbjahr 2026 auf rund 25.000 Einheiten, was einem Zuwachs von 432,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Chinas Anteil am Weltmarkt lag demnach bei 77,9 Prozent.
Daten von Counterpoint beziffern das globale Liefervolumen in der ersten Jahreshälfte auf über 22.000 Einheiten bei einem Anstieg von fast 300 Prozent, wobei chinesische Firmen mit 86 Prozent Anteil die Top Fünf dominierten. Führend waren dabei AgiBot mit rund 9.700 Einheiten (über 43 Prozent) und Unitree mit über 7.000 ausgelieferten Systemen (rund 31 Prozent).
