Übungsleiter-Offensive: Nordrhein-Westfalen stockt Förderung auf 1,25 Millionen Euro auf
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Qualifizierung von Trainerinnen, Trainern und Übungsleitenden steht im Breitensport zunehmend im Mittelpunkt politischer und verbandlicher Maßnahmen. Das Land Nordrhein-Westfalen reagiert auf die bestehenden Anforderungen mit einer gezielten Stärkung seiner Übungsleitungs-Offensive.
Das Programm sieht direkte Zuschüsse von bis zu 500 Euro je Lizenz- und Qualifizierungsausbildung vor, um finanzielle Hürden bei der Fortbildung abzubauen und die Vereinsarbeit an der Basis zu sichern.
Hohe Nachfrage führt zu rascher Budgeterhöhung
Wie ein Bericht vom 14. Oktober 2026 darlegt, stieß das Angebot bereits kurz nach seiner Einführung auf starken Zuspruch. Wenige Monate nach dem offiziellen Antragsstart waren bereits rund 3.800 Förderanträge eingegangen. Aufgrund dieses unerwartet großen Andrangs musste das Antragsverfahren zwischenzeitlich ausgesetzt werden, da die eingeplanten Gelder ausgeschöpft waren.
Um den aufgelaufenen Bedarf zu bedienen, stellte die Landesregierung Nordrhein-Westfalen zusätzliche Mittel in Höhe von 250.000 Euro bereit. Nach Informationen der Staatskanzlei Düsseldorf stieg das gesamte Fördervolumen damit von ursprünglich 1 Million Euro auf nun 1,25 Millionen Euro an. Im Zuge dieser Nachfinanzierung konnte der Landessportbund Nordrhein-Westfalen sein Förderportal wieder für eingehende Anträge freigeben.
Für das kommende Haushaltsjahr kündigt sich zudem eine weitere Ausweitung an: Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 sieht eine Erhöhung der Fördergelder auf insgesamt 2 Millionen Euro vor, was einer Verdopplung des ursprünglichen Volumens gleichkommt. Staatssekretärin Andrea Milz hob in diesem Zusammenhang hervor, dass das Engagement der Beteiligten eine verlässliche Unterstützung verdiene.
Wenige Monate nach dem Antragsstart waren bereits rund 3.800 Förderanträge eingegangen — die Mittel waren zwischenzeitlich ausgeschöpft, das Verfahren wurde ausgesetzt. Nach der Aufstockung auf 1,25 Millionen Euro ist das Förderportal wieder geöffnet. Wer jetzt schnell und richtig beantragt, sichert sich bis zu 500 Euro je Lizenzausbildung. Kostenlosen Schritt-für-Schritt-Antragsleitfaden anfordern
Strukturelle Hürden und langfristige Vereinsbindung
Die nordrhein-westfälische Fördermaßnahme berührt ein strukturelles Problem, das den organisierten Sport auf Bundesebene betrifft. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) fordert im Zuge einer eigenen Traineroffensive seit Längerem eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Anleitungspersonal.
Gudrun Schwind-Gick aus dem Ressort Bildung und Engagement sowie Ruben Goebel vom Wissenschaftlichen Verbundsystem Leistungssport weisen darauf hin, dass es für Trainerinnen und Trainer nach wie vor keine formelle Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz gebe. Das Fundament der sportlichen Anleitung bilde daher weiterhin die verbandliche DOSB-Lizenzausbildung.
Die Dimension der Betreuungsausgaben im organisierten Sport ist beträchtlich: Bundesweit verzeichnen die Sportvereine rund 29,6 Millionen Mitgliedschaften, denen jedoch ein spürbarer Mangel an qualifizierten Anleitenden gegenübersteht.
An der Vereinsbasis verfügt nur knapp zwei Drittel der Trainer über eine Lizenz — und ausgebildete Trainer bleiben im Schnitt zwölf Jahre im Verein, unqualifizierte nur halb so lang. Der kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie die NRW-Förderung für Ihre Lizenzausbildung nutzen und Ihr Trainerteam langfristig binden. Leitfaden zur Trainerbindung jetzt sichern
Während im Spitzenbereich rund 700 bundesfinanzierte Trainer tätig sind, verfügt an der Vereinsbasis lediglich knapp zwei Drittel der tätigen Trainerinnen und Trainer über eine entsprechende Lizenz.
Die Qualifizierung wirkt sich dabei nachweislich auf die personelle Stabilität aus: Ausgebildete Trainerinnen und Trainer engagieren sich im Schnitt zwölf Jahre lang in ihren Vereinen. Bei Personen ohne entsprechende verbandliche Qualifizierung fällt diese Bindungsdauer mit lediglich der Hälfte dieser Zeitspanne deutlich kürzer aus.
