Unbemannte Fahrzeuge: EU fördert Drohnen-Abwehr mit 80 Millionen Euro
15.06.2026 - 02:52:08 | boerse-global.de
Vom Rucksack-Transport bis zum Kampfpanzer – die Bandbreite ist gewaltig.
Mini-Roboter für den Rucksack
AeroVironment präsentierte am 14. Juni seinen neuesten Roboter: den TOM 50 RE. Entwickelt von der Tochterfirma Telerob, wiegt das System weniger als zehn Kilogramm und passt in einen normalen Rucksack. Trotz der geringen Größe trägt es bis zu fünf Kilogramm Nutzlast.
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Die Besonderheit: Der Roboter ist für Aufklärungs- und Sprengstoffmissionen optimiert. Fünf Stunden Einsatzzeit, 360-Grad-Infrarotkameras und eine spezielle Kartierungstechnologie für Innenräume machen ihn zum idealen Werkzeug für Bombenentschärfer. „Damit können Teams Gefahrenzonen auskundschaften, bevor Menschen sie betreten“, erklärte CEO Wahid Nawabi.
Der TOM 50 RE nutzt IP-Mesh-Funk und kann als mobiler Repeater die Reichweite anderer vernetzter Systeme verlängern. Ein cleverer Trick für den Einsatz in Gebäuden oder schwierigem Gelände.
Schwere Geschütze gegen Drohnen
Ganz anders die Plattformen von ST Engineering. Der Taurus 4x4 bringt stolze 1.650 Kilogramm auf die Waage. Auf der Messe war das Fahrzeug mit einem Adder Lite-Geschützturm bestückt – einer 7,62-mm-Waffe zur Abwehr feindlicher Drohnen.
Besonders innovativ: Die regenerative Schleppfunktion. Wird der Taurus von einem gepanzerten Fahrzeug wie dem Bronco transportiert, laden sich seine Batterien während der Fahrt wieder auf. Zudem kann das System bis zu 20 kW Strom an externe Geräte abgeben.
AM General zeigte am 13. Juni ein Fahrzeug mit 2.700 Kilogramm Nutzlast und 250 PS. Entwickelt mit Textron Systems und Carnegie Robotics, ist es mit einer Hornet-Fernbedienungswaffenstation ausgestattet – ebenfalls für die Drohnenabwehr konzipiert.
Parallel dazu präsentierte das Unternehmen den JLTV A2, einen Viersitzer mit über 1.000 Verbesserungen gegenüber der Vorgängerversion. Das Fahrzeug wird derzeit von der US-Regierung getestet.
Amphibienfahrzeug für alle Fälle
ABRIS DG stellte den UNEX UGV vor – ein elektrisches, amphibisches Mehrzweckfahrzeug. Es transportiert 1.700 Kilogramm, überwindet Hindernisse bis zu einem Meter Höhe und erreicht 20 km/h. Sechs Stunden Batterielaufzeit, Steuerung per LTE, 5G, Satellit oder Drohnen-Relais.
Die Einsatzmöglichkeiten reichen von Logistik über medizinische Evakuierung bis zur Pionierarbeit. Ein echter Alleskönner für schwieriges Gelände.
EU fördert Produktion von Drohnen und Abwehrsystemen
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Parallel zur Messe in Paris treibt die Europäische Union die industrielle Basis für unbemannte Systeme voran. Am 17. Juni startet die EDF-EDIP-USI-Förderinitiative mit einem Budget von 80 Millionen Euro.
Die Förderung pro Projekt liegt zwischen zwei und zehn Millionen Euro. Besonders gefördert werden gemeinsame Produktionslinien mit der Ukraine sowie die Umwandlung von Dual-Use-Technologien für militärische Zwecke. Konsortien mit bis zu 15 Partnern können bis zum 16. Februar 2027 Anträge einreichen.
Ein Novum: Die Förderung kann auch den Schutz von Produktionsanlagen umfassen – physisch wie digital. Ein klares Signal, dass die EU die Verwundbarkeit ihrer Rüstungsindustrie ernst nimmt.
