UNISOC-Lücke, CWE-1189

UNISOC-Lücke CWE-1189: Xiaomi, Motorola, Realme ohne Patch

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitslücke in UNISOC-Modem-Firmware erlaubt Codeausführung mit Kernel-Rechten. Betroffen sind Xiaomi, Motorola und Realme, ein Patch steht noch aus.

UNISOC-Modemlücke: Kritische Sicherheitslücke bedroht Xiaomi, Motorola und Realme
Ein modernes Smartphone liegt auf einem Schreibtisch vor einem unscharfen Hintergrund mit Server-Technik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine kritische Schwachstelle in der Modem-Firmware des Chipherstellers UNISOC gefährdet die Sicherheit zahlreicher Smartphone-Nutzer. Die unter der Kennung CWE-1189 geführte Sicherheitslücke erlaubt die Ausführung von beliebigem Schadcode mit Kernel-Rechten. Betroffen sind diverse Mobiltelefone der Marken Xiaomi, Motorola und Realme, für die bislang kein umfassender Patch des Chipherstellers zur Verfügung steht.

Die Mitte August 2026 bekannt gewordene Schwachstelle setzt tief in der Kommunikationsarchitektur der Geräte an. Durch einen Fehler in der Verarbeitung von VoLTE-Videoanrufen (Voice over LTE) können Angreifer die Kontrolle über das betroffene System übernehmen. Da die Ausführung des bösartigen Codes mit Kernel-Privilegien erfolgt, erhalten potenzielle Angreifer weitreichenden Zugriff auf grundlegende Systemfunktionen und sensible Daten.

Technische Hintergründe und Angriffsvektor

Die Sicherheitslücke CWE-1189 tritt in der Modem-Software von UNISOC-Chipsätzen auf. Laut aktuellen Analysen erfordert eine erfolgreiche Ausnutzung der Schwachstelle ein spezifisches Szenario: Der Angreifer muss über ein privates 4G-Netzwerk agieren. Zudem ist die Interaktion des Nutzers erforderlich, da der Angriff nur dann erfolgreich durchgeführt werden kann, wenn das Opfer einen eingehenden VoLTE-Videoanruf aktiv annimmt.

Trotz dieser Hürden wird das Risiko als hoch eingestuft, da die Schwachstelle die Integrität des Betriebssystemkerns direkt angreift. Durch die Ausnutzung des Fehlers in der Modem-Firmware kann die Sicherheitsarchitektur des Smartphones umgangen werden, ohne dass der Nutzer weitere verdächtige Aktivitäten bemerken muss.

Betroffene Geräte und Chipsatz-Modelle

Die Schwachstelle betrifft verschiedene Chipsätze, die primär im Segment der Einstiegs- und Mittelklasse-Smartphones eingesetzt werden. Konkret identifiziert wurden die Modelle T606, T7250 und T612. In der Folge sind mehrere weit verbreitete Endgeräte direkt von der Problematik betroffen:

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  • Das Xiaomi Redmi A5, welches den Chipsatz T7250 nutzt. Für dieses Gerät wurde zuletzt am 1. Januar 2026 ein Sicherheits-Patch bereitgestellt.
  • Das Motorola E13, das auf dem T606-Prozessor basiert. Hier datiert der letzte dokumentierte Patch auf den 1. Februar 2025.
  • Das Realme C33, in dem der T612-Chipsatz verbaut ist. Dieses Modell erhielt zuletzt im Juli 2025 eine entsprechende Aktualisierung.

Branchenberichten zufolge korrespondieren diese bisherigen Sicherheits-Updates jedoch nicht mit der neu entdeckten Modem-Lücke, da ein zentraler Fix durch den Hardware-Zulieferer UNISOC selbst noch aussteht.

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Aktueller Status der Fehlerbehebung

Bisher wurde kein offizieller Vendor-Fix seitens UNISOC gemeldet. Dies bedeutet, dass die betroffenen Geräte trotz eventueller früherer System-Updates weiterhin anfällig für Angriffe über manipulierte VoLTE-Videoanrufe bleiben könnten.

Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass die Behebung solcher Firmware-Fehler in der Regel eine enge Kooperation zwischen dem Chiphersteller und den jeweiligen Smartphone-Produzenten erfordert, um die notwendigen Microcode-Updates an die Endnutzer zu verteilen.

Solange kein dezidierter Patch verfügbar ist, stellt die Annahme von Videoanrufen aus unbekannten Quellen – insbesondere innerhalb geschlossener oder privater Netzwerkstrukturen – ein potenzielles Sicherheitsrisiko für Besitzer der genannten Modelle dar.

Die weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell UNISOC eine korrigierte Firmware-Version zur Verfügung stellt, die von den Herstellern in deren monatliche Sicherheits-Rollouts integriert werden kann.

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