Unitree, UniUni

Unitree UniUni: Kostenlose App choreografiert Humanoidengruppen per KI

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die kostenlose Desktop-Software plant Gruppenauftritte für H2- und G1-Roboter; technische Details und Angaben zur Erweiterung bleiben offen.
Ein leerer, glatter Industrieboden in einem minimalistischen Studio mit diffusem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Robotikhersteller Unitree hat am 16. Oktober 2026 eine neue Desktop-Anwendung namens UniUni für Windows und macOS veröffentlicht. Die kostenlose Software richtet sich an Nutzer humanoider Roboter und dient dazu, Gruppenauftritte mithilfe künstlicher Intelligenz zu planen, zu choreografieren und zu steuern. Die Programmierung komplexer Bewegungsabläufe erfolgt dabei unter anderem über Anweisungen in natürlicher Sprache.

Choreografie per Textbefehl und grafischer Zeitleiste

Anwender können in UniUni gewünschte Abläufe per Text eingeben, woraufhin das Programm Pfade generiert und passende Bewegungen auswählt. Als Beispiel nennt das Unternehmen die Anweisung, sechs Roboter in zwei Dreierreihen einen Tanz aufführen zu lassen, inklusive Drehungen in einem zweiten Abschnitt und einer Wellenbewegung am Höhepunkt.

Neben der Spracheingabe bietet die Anwendung eine klassische Choreografie-Zeitleiste mit individuellen Spuren für jede einzelne Maschine. Bewegungsabläufe lassen sich per Drag-and-drop anordnen und aus einer hinterlegten Aktionsbibliothek auswählen, die unter anderem Verbeugungen, Winken, Tanzschritte und Popping-Elemente enthält. Ergänzend stehen 2D- und 3D-Ansichten zur Pfadplanung bereit.

Für den Bühnenaufbau nutzt die Software Vermessungen mittels LiDAR-Sensoren und Laserscans zur Erstellung von Punktwolken-Karten. Die Positionierung der Maschinen erfolgt laut Unitree zentimetergenau und wird durch eine automatische Kollisionsprüfung der Formationen abgesichert. Zudem ist eine Funktion integriert, die Bewegungen im Takt zu Musikstücken synchronisiert.

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Sicherheitsfunktionen, Monitoring und unterstützte Modelle

Für die Durchführung von Aufführungen verfügt UniUni über ein Live-Monitoring, das Temperatur und Akkustand jeder einzelnen Einheit anzeigt. Bei Zwischenfällen oder Risiken stehen sowohl ein zentraler Not-Aus für die gesamte Gruppe als auch Notausschalter für einzelne Roboter zur Verfügung. Roboter im selben lokalen Netzwerk werden über eine automatische Netzwerkerkennung erfasst und gekoppelt.

Zum Start erschien die Anwendung in den Versionen 1.1.14 für Windows und 1.1.15 für macOS. Die Softwareunterstützung beschränkt sich derzeit auf die Humanoiden-Modelle H2 und G1 des Herstellers; zur Nutzung ist zudem ein Benutzerkonto bei Unitree erforderlich.

Laut Angaben auf der Herstellerseite sei das Programm in der Lage, bis zu 100 Roboter in Form von Buchstaben anzuordnen. Nach Unternehmensangaben kam die Software bereits im Rahmen der Sportveranstaltung Hong Kong Sevens zum Einsatz.

In einem Demonstrationsvideo zeigte der Hersteller unter anderem, wie eine Choreografie im laufenden Betrieb per Spracheingabe angepasst wurde. Bei einer Robotereinheit mit niedrigem Ladestand löste das Team den Not-Aus aus und ersetzte die Maschine vor Ort.

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Offene Fragen zu Schnittstellen und Spezifikationen

Trotz der vorgestellten Funktionen lässt die Veröffentlichung mehrere technische Details offen. Das der Choreografie-Funktion zugrunde liegende KI-Modell benannte der Hersteller bislang nicht, und auch Mechanismen zur Sicherheitsprüfung von Bewegungsabläufen vor der eigentlichen Ausführung wurden bisher nicht dargelegt. Die praktische Funktionsfähigkeit stützt sich gegenwärtig vor allem auf die vom Unternehmen selbst veröffentlichten Beispiele.

Verbindliche Angaben zu maximalen Roboterzahlen, konkreten Anforderungen an das lokale Netzwerk oder offiziellen Toleranzen bei der Positionierungsgenauigkeit fehlen ebenso wie ein Zeitplan für die künftige Einbindung weiterer Robotermodelle.

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