Unkrautbekämpfung: Pappkartons schlagen Glyphosat im Test
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der modernen Gartenbewirtschaftung gewinnen ökologische Ansätze zur Unkrautkontrolle zunehmend an Relevanz. Ein Verfahren, das in Fachkreisen sowie bei Gartenbesitzern Beachtung findet, ist die sogenannte Karton-Methode. Diese Technik zielt darauf ab, unerwünschten Bewuchs ohne den Einsatz chemischer Herbizide zu unterdrücken und gleichzeitig die Bodenqualität nachhaltig zu fördern.
Ursprung und Funktionsweise der Methode
Die Karton-Methode ist eng mit der No-Dig-Bewegung verknüpft, deren Ursprung auf Charles Dowding zurückgeht. Das Prinzip basiert auf einem einfachen physikalischen Vorgang: Durch das Auslegen von Pappkartons auf dem Gartenboden wird eine undurchsichtige Barriere geschaffen. Diese schneidet das für das Pflanzenwachstum essenzielle Licht ab und führt dazu, dass vorhandenes Unkraut unter der Abdeckung abstirbt.
Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens liegt in der ökologischen Aufwertung des Bodens. Laut Informationen von Fachportalen wie gustagarden.com sind die verwendeten Kartons biologisch abbaubar. Während des Zersetzungsprozesses, der in der Regel innerhalb weniger Monate erfolgt, reichern sie das Erdreich mit Kohlenstoff an und dienen somit als organischer Dünger.
Anforderungen an Material und Anwendung
Für den Erfolg der Methode ist die Wahl des richtigen Materials entscheidend. Experten raten dazu, ausschließlich unbeschichtete und druckfarbenfreie Pappkartons zu verwenden. Idealerweise handelt es sich um herkömmliche wellpappbraune Kartonagen, die nicht plastifiziert sind. Vor dem Auslegen müssen sämtliche Klebebänder und Metallklammern vollständig entfernt werden, um keine Fremdstoffe in den Boden einzubringen.
Bei der Anwendung werden die Kartons flach auf der zu behandelnden Fläche ausgelegt. Dabei variieren die Empfehlungen zur Überlappung der einzelnen Bögen: Während Fachberichte eine Überlappung von 15-20 cm vorschlagen, nennen Akteure wie Nordsjö Idé & Design eine Mindestüberlappung von 5-10 cm. Nach dem Auslegen muss die Pappe gründlich gewässert werden, bevor sie mit einer abschließenden Schicht bedeckt wird.
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Die Royal Horticultural Society empfiehlt hierfür eine Abdeckung aus 10-15 cm Kompost oder Häckselgut. Andere Ansätze sehen eine Schicht von mindestens 5 cm Mulch vor. Diese Deckschicht stabilisiert nicht nur die Pappe, sondern beschleunigt auch die Kompostierung und sorgt für ein optisch ansprechendes Erscheinungsbild.
Wissenschaftliche Einordnung und erweiterte Einsatzbereiche
Die Wirksamkeit dieser mechanischen Unkrautunterdrückung wird durch vergleichende Untersuchungen gestützt. Berichten von maison-travaux.fr zufolge belegte eine Studie in einem Obstgarten, dass die Karton-Methode eine effizientere Unkrautkontrolle ermöglichte als der Einsatz des Herbizids Glyphosat.
Neben der reinen Unkrautbekämpfung bietet das Material weitere Anwendungsmöglichkeiten im Gartenbau. Nordsjö Idé & Design verweist darauf, dass Pappe ein kostenloses und organisches Hilfsmittel darstellt, um neue Beete anzulegen oder als unterste Schicht bei der Befüllung von Hochbeeten zu dienen. Zudem könne feuchte Pappe, die über Nacht ausgelegt wird, als effektive Falle für Schnecken genutzt werden.
Grenzen der ökologischen Unkrautkontrolle
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Trotz der positiven Eigenschaften stößt die Methode bei bestimmten Pflanzenarten an ihre Grenzen. Insbesondere bei stark verholzten Wurzelunkräutern oder sehr hartnäckigen Arten wie Quecke und Giersch zeigt sich, dass die Pappe oft nicht ausreicht, um den Wuchs dauerhaft zu stoppen. In solchen Fällen empfehlen Fachleute den Einsatz mehrerer Lagen Karton, um die Barrierewirkung zu verstärken.
Die Karton-Methode wird unter anderem vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als nachhaltige Praxis aufgeführt und bietet Gartenbesitzern eine kostengünstige Möglichkeit, den Pflegeaufwand zu reduzieren und gleichzeitig die Bodenbiologie zu unterstützen.
