US-Wahl, Bundesstaaten

US-Wahl am 3. November: Zehn Bundesstaaten stimmen über Rechenzentren ab

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 15:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lokale Vorlagen könnten den Ausbau von Rechenzentren begrenzen; Umfragen zeigen breite Ablehnung und Sorgen um Strom- und Wasserressourcen.
Eine weitläufige Landschaft mit Hochspannungsmasten und Stromleitungen bei Sonnenuntergang in Ohio. Illustration mit AI erstellt.

Am Wahltag am 3. November 2026 stimmen Wählerinnen und Wähler in zehn US-Bundesstaaten über weitreichende Beschränkungen für Rechenzentren ab. Landesweit stehen in 38 lokalen Jurisdiktionen mindestens 41 Vorlagen zur Abstimmung, die Bauverzögerungen, Verbote oder strengere Auflagen für die wachsende Infrastruktur der Digitalbranche vorsehen.

Allein im Bundesstaat Ohio entscheiden die Stimmberechtigten laut Angaben von Ballotpedia in über einem Dutzend Jurisdiktionen über 21 Vorlagen. Der Urnengang markiert den bisherigen Höhepunkt eines wachsenden öffentlichen Widerstands gegen den massiven Ausbau von Datenzentren.

Lokale Initiativen fordern strikte Obergrenzen

In mehreren Regionen Ohios formiert sich der Widerstand besonders deutlich. In Sunbury könnte ein von Amazon geplantes Rechenzentrumsprojekt mit einem Investitionsvolumen von 2 Milliarden US-Dollar gefährdet werden, falls ein vorgeschlagenes Verbot von Anlagen über 25 Megawatt beschlossen wird.

Anwohner und Wähler in Ohio führen laut der Initiative Conserve Ohio vor allem den hohen Strom- und Wasserbedarf sowie Gesundheitsrisiken wie Asthma bei Kindern als Gründe für ihre Ablehnung an. Eine Umfrage von Ohio Northern University und SurveyUSA unter 1.650 Erwachsenen von Anfang Oktober ergab, dass 55 Prozent der Wähler in Ohio neue Rechenzentren ablehnen.

Auch die politische Debatte im Bundesstaat wird von dem Thema geprägt. Der demokratische Politiker Sherrod Brown bezeichnete seinen republikanischen Kontrahenten Jon Husted als das Gesicht der Rechenzentren. Gleichzeitig investierten politische Kampagnen im Jahr 2026 insgesamt 45 Millionen US-Dollar für Anzeigen mit Bezug zu Rechenzentren.

Breite Skepsis gegenüber dem Infrastrukturausbau

Der Unmut ist kein isoliertes Phänomen. Laut einer Oktober-Umfrage von Washington Post, ABC News und Ipsos lehnen zwei von drei US-Bürgern neue Rechenzentren ab. Zudem weisen Zahlen des Pew Research Center darauf hin, dass 61 Prozent der registrierten Wähler Politiker ablehnen, die Rechenzentren in ihrer Nachbarschaft unterstützen.

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Am 3. November entscheiden Wähler in zehn US-Bundesstaaten über Bauverbote und strengere Auflagen für Rechenzentren — allein in Ohio stehen 21 Vorlagen zur Abstimmung, und ein Megawatt-Limit kann ein geplantes Milliardenprojekt kippen. Wer jetzt Kapital in US-Infrastruktur bindet, braucht eine belastbare Standort-Risiko-Checkliste statt Bauchgefühl. Standort-Risiko-Report jetzt kostenlos anfordern

Eine Umfrage des Annenberg Public Policy Center aus dem Sommer 2026 zeigt, dass 70 Prozent der Erwachsenen unter 30 Jahren solche Neubauten in ihrer Region ablehnen, verglichen mit 61 Prozent aller Erwachsenen und 57 Prozent der über 65-Jährigen. In Pennsylvania sprachen sich laut dem Philadelphia Inquirer 83 Prozent der wahrscheinlichen Jungwähler im Alter von 18 bis 29 Jahren dagegen aus.

Im Bundesstaat Indiana haben laut dem Indiana University Environmental Resilience Institute bereits mehr als die Hälfte der Countys Beschränkungen erlassen. Eine Umfrage von Free Press Indiana unter 896 registrierten Wählern ergab eine Ablehnungsquote von 69 Prozent für neue Zentren, während sich 90 Prozent besorgt über steigende Energiekosten zeigten.

Sorgen um Wasserressourcen und Stromnetze

Hintergrund der Vorlagen sind die massiven Auswirkungen auf die regionale Infrastruktur. Nach Schätzungen des Lawrence Berkeley National Laboratory verbrauchten US-Rechenzentren im Jahr 2023 direkt rund 17 Milliarden Gallonen Wasser; bis 2028 könnte dieser Bedarf auf fast 73 Milliarden Gallonen steigen.

Eine Bloomberg-Analyse aus dem Jahr 2025 zeigte zudem, dass die Großhandelsstrompreise in Gebieten mit hoher Rechenzentrumsaktivität zeitweise bis zu 267 Prozent über dem Niveau von vor fünf Jahren lagen. Im Spartanburg County stieg der prognostizierte Wasserverbrauch für ein einzelnes Projekt von 459.000 auf bis zu 1,6 Millionen Gallonen pro Tag.

Gleichzeitig verlagert sich der Ausbau geografisch. Nach Berechnungen von Cleanview befinden sich 60 Prozent der im Bau befindlichen Kapazitäten in Staaten, die Donald Trump 2024 mit mindestens 5 Prozentpunkten Vorsprung gewann; klammert man Virginia aus, sind es 92 Prozent.

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Der Stratege Steve Rattner bezifferte den Anteil bestehender Zentren in von Demokraten geführten Bundesstaaten auf 56 Prozent, während 66 Prozent der geplanten Neubauten auf republikanisch dominierte Staaten entfallen.

In Texas hat Gouverneur Greg Abbott neue Genehmigungen gestoppt, während Prüfungen zur Energie- und Wasserversorgung laufen, was Entwickler dazu veranlasst, Standorte in Utah, Georgia oder Iowa zu prüfen. Ob dieser Ausbau ungehindert fortschreiten kann, entscheidet sich nun an den Wahlurnen.

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