Unheilbare, Hardware-LĂĽcke

usbliter8: Unheilbare Hardware-Lücke in iPhones von 2018–2019

Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 14:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher finden schwerwiegenden Boot-ROM-Fehler in A12- und A13-Chips. Ein Software-Patch ist technisch nicht möglich.

Usbliter8: Neue Hardware-Lücke in älteren Apple-Geräten entdeckt
Älteres iPhone-Modell mit leuchtendem Datenkabel, Bildschirm zeigt abstrakten Code, symbolisiert Hardware-Sicherheitslücke. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher haben eine schwerwiegende Hardware-Schwachstelle in älteren Apple-Geräten entdeckt – ein Software-Update kann sie nicht beheben.

Der als „usbliter8“ bezeichnete Fehler steckt im Boot-ROM der A12- und A13-Bionic-Prozessoren. Diese Chips kamen in iPhones, iPads und Apple Watches aus den Jahren 2018 und 2019 zum Einsatz. Das Problem: Der Boot-Code ist im Read-Only Memory (ROM) gespeichert, einem physischen Baustein, der sich nach der Herstellung nicht mehr überschreiben lässt. Apple kann hier schlichtweg keinen Patch nachreichen.

Welche Geräte betroffen sind

Die Sicherheitslücke betrifft eine ganze Reihe beliebter älterer Modelle:

  • iPhone XS, iPhone XR und die gesamte iPhone-11-Serie
  • iPhone SE der zweiten Generation
  • iPad der achten und neunten Generation
  • iPad Air der dritten Generation
  • iPad mini der fĂĽnften Generation
  • Apple Watch Series 4, Series 5 und Apple Watch SE (erste Generation)

Wie der Angriff funktioniert

Die gute Nachricht: Ein Angreifer muss das Gerät physisch in den Händen halten und per USB anschließen. Ein reiner Fernangriff ist nicht möglich. Zudem bleiben die Daten in der Secure Enclave geschützt – sensible Informationen wie Passwörter oder biometrische Daten sind vorerst sicher.

Trotzdem raten Sicherheitsexperten betroffenen Nutzern zum Umstieg auf neuere Hardware mit aktuelleren Chip-Architekturen. Ein dauerhafter Schutz ist auf den betroffenen Geräten nicht möglich.

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Apple reagiert mit Notfall-Updates

Während die alten Geräte ein ungelöstes Risiko darstellen, hat Apple das Tempo bei den Sicherheitsupdates für aktuelle Modelle erhöht. Am 29. Juni 2026 veröffentlichte das Unternehmen iOS 26.5.2 – deutlich früher als im üblichen monatlichen Rhythmus.

Der Patch schließt 25 Sicherheitslücken, die meisten davon in der WebKit-Engine und im Systemkernel. Auffällig: Einige der Speicherfehler wurden mit Hilfe von KI-Tools entdeckt, konkret mit Anthropics Claude. Bislang gibt es keine Hinweise auf aktive Ausnutzung dieser Lücken. Apple empfiehlt allen Nutzern von iPhone 11 und neuer, das Update umgehend zu installieren.

Bereits Anfang Juli 2026 hatte Apple iOS 26.4.2 veröffentlicht. Dieses Update schloss eine Sicherheitslücke (CVE-2026-28950), bei der gelöschte Benachrichtigungen auf Geräten ab Baujahr 2019 weiterhin sichtbar blieben. Für ältere Hardware gab es das Gegenstück als iOS 18.7.8.

Im Schatten der SicherheitslĂĽcken: Spionage und Krypto-Diebstahl

Die Enthüllung von usbliter8 fällt in eine zeit erhöhter Wachsamkeit bei mobiler Sicherheit. Forscher von Citizen Lab bestätigten, dass die Pegasus-Spyware genutzt wurde, um das Gerät eines ehemaligen EU-Abgeordneten zu kompromittieren. Stelios Kouloglou war zwischen Ende 2022 und Anfang 2023 zweimal Ziel eines sogenannten Zero-Click-Exploits namens PWNYOURHOME – damals lief sein Gerät noch mit iOS 15.5.

Ein weiteres Werkzeug namens Coruna wird Berichten zufolge von Kriminellen und staatlichen Akteuren genutzt, um Kryptowährungen zu stehlen. Das Toolkit nutzt 23 verschiedene iOS-Lücken und infiziert Geräte über manipulierte Webseiten. Apple hat diese Schwachstellen zwar mit iOS 26 geschlossen, doch zuvor waren bereits Zehntausende Geräte weltweit kompromittiert.

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Neue Gefahren fĂĽr AirDrop und Quick Share

Forscher der CISPA-Fakultät für Informatik haben zudem sechs Schwachstellen in Apples AirDrop und Googles Quick Share entdeckt. Die Lücken betreffen mehr als fünf Milliarden Geräte weltweit und reichen von Abstürzen durch Denial-of-Service bis hin zu potenzieller Code-Ausführung aus der Ferne. Sowohl Apple als auch Google arbeiten an entsprechenden Korrekturen für diese Kommunikationsprotokolle.

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