Vegane Eiscreme: Nomoo wächst 35% und plant schwarze Null
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 13:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Lebensmittelbranche lässt sich Mitte August 2026 eine verstärkte Tendenz zu Rezepturen beobachten, die den Genuss von Schokolade mit gesundheitlichen Zusatzversprechen verknüpfen.
Das Lifestyle-Medium Brigitte.de präsentierte in diesem Zusammenhang ein Rezept für sogenannte Nutella-Balls, die als schmackhafte und zugleich gesunde Alternative zu herkömmlichen Süßwaren beworben werden. Diese Entwicklung spiegelt ein wachsendes Verbraucherinteresse an Snacks wider, die funktionale Inhaltsstoffe oder reduzierte Zuckerwerte aufweisen.
Proteinanreicherung und Zuckerreduktion im Fokus
Ein wesentlicher Treiber dieser Marktbewegung ist die Optimierung der Makronährstoffe. Studenten der Universität Agung Podomoro entwickelten im Rahmen des Förderprogramms P2MW 2026 das Konzept „Low Bites“. Dabei handelt es sich um Snacks, die gezielt mit einem niedrigen Zuckergehalt und einem hohen Proteingehalt konzipiert wurden.
Auch im Bereich der Heimanwendungen finden sich komplexe Rezepturen für proteinreiche Süßspeisen. Die 63-jährige Expertin Liz Earle veröffentlichte ein Rezept für eine zuckerarme Erdbeer-Eiscreme, die unter anderem 200 g Hüttenkäse, 30 g Molkenprotein, 1 EL Kollagen und 30 ml Kefir kombiniert.
Dass die Reduktion von Zucker nicht nur ein Trend in Nischensegmenten ist, belegen Daten des MRI-Monitorings. Demnach sank der Zuckergehalt in Frühstückscerealien seit 2016 insgesamt um 21 %. Bei Produkten mit Kinderoptik wurde sogar ein Rückgang von 27,6 g auf 15,5 g verzeichnet, was einer Reduktion von 44 % entspricht. Damit wurden die Zielvorgaben der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie (NRI) übertroffen.
Expertise der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) mahnt jedoch zur Einordnung: Antje Gahl von der DGE wies darauf hin, dass die Proteinversorgung in Deutschland generell unproblematisch sei und angereicherte Spezialprodukte meist als überflüssig eingestuft werden könnten. Als einfache Alternative empfahl die Expertin beispielsweise selbstgemachte Bagels aus Joghurt und Mehl.
Vegane Alternativen und pflanzliche Rohstoffe
Neben der Nährstoffoptimierung gewinnen pflanzliche Alternativen an Bedeutung. Der WDR stellte im Rahmen der Sendung „Hier und heute“ eine vegane Cashewcreme-Torte vor, deren Basis aus 200 g Cashewkernen, 130 g Mandeln und 75 g Datteln besteht. Auch auf dem kommerziellen Markt zeigen sich Erfolge in diesem Segment.
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Die Kölner Eismarke Nomoo konnte ihren Absatz im Jahr 2026 bis Ende Juli im Vergleich zum Vorjahr um 35 % steigern. Das Unternehmen verfolgt die Strategie, den Geschmack in den Vordergrund zu stellen statt primär den Veganismus zu betonen. Damit gelang es Nomoo, den Abstand zu großen Marken im veganen Segment deutlich zu verkürzen und für das Gesamtjahr 2026 erstmals eine schwarze Null zu planen.
Zusätzlich rücken die Rohstoffe selbst in den Fokus der Forschung. An der University of Reading produzierte die Studentin Maha Khan Schokoriegel aus Kakao, der unter kontrollierten Bedingungen in Berkshire angebaut wurde. Das Projekt zielt darauf ab, das Bewusstsein für die Klimaresistenz von Kakaopflanzen zu schärfen.
Parallel dazu steigt das Interesse an minimal verarbeitetem „Ceremonial Cacao“. Das Suchinteresse an diesem Produkt wuchs im Jahresvergleich um 12 % auf monatlich etwa 30.000 Anfragen. Während spirituelle Aspekte anekdotisch bleiben, gilt der Reichtum an Flavanolen als wissenschaftlich belegt für die Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Markteinführungen und traditionelle Einflüsse
Der Süßwarenmarkt zeigt sich auch bei spezifischen Zielgruppen und Kooperationen aktiv. Die Marke Freche Freunde kündigte für September 2026 zum 15-jährigen Jubiläum einen Bio-Haferriegel in Kooperation mit der Marke Bibi & Tina an.
Im Bereich der internationalen Expansion präsentierte SRG International auf der Messe Tuttofood neue Reese's-Produkte für den italienischen Markt, darunter einen Peanut Butter Bar und verschiedene Varianten von Dipped Peanuts.
Innovationen finden zudem auf lokaler Ebene statt, wie die Eisdiele Cassata in Karlsruhe zeigt. Dort bietet der Gelatiere Guiseppe Cimino mit dem „Eis im Croissant“ eine Kombination aus Gebäck und Nutellaeis an.
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Trotz dieser modernen Trends behaupten sich Klassiker: Der „Mannemer Dreck“, ein Makronengebäck aus Mannheim, wird seit über 200 Jahren nach einem Geheimrezept hergestellt und geht auf eine Protestaktion eines Bäckers aus dem Jahr 1822 zurück.
Abschließend zeigt sich, dass der Markt für schokoladige Snacks im Sommer 2026 von einer Dualität aus technischer Nährstoffoptimierung und dem Rückgriff auf natürliche, pflanzliche Zutaten geprägt ist. Während die Industrie den Zuckergehalt senkt, setzen Lifestyle-Medien und Fachleute auf DIY-Rezepte mit funktionalem Mehrwert.
