Vegane, ErnÀhrung

Vegane ErnÀhrung: Studie zeigt LeberverÀnderungen bei MÀusen nach zwei Tagen

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei MĂ€usen beeinflusst vegane FĂŒtterung binnen zwei Tagen Leberfunktionen; nach tierischen Proteinen normalisieren sich die Werte vollstĂ€ndig.

UNIGE-Mausstudie: Vegane Kost verÀndert den Leberstoffwechsel rasch
Nahaufnahme verschiedener HĂŒlsenfrĂŒchte wie Linsen und Kichererbsen auf einer dunklen SteinoberflĂ€che. Illustration mit AI erstellt.

Eine im Fachjournal Molecular Metabolism (Band 113, 2026) veröffentlichte Untersuchung der UniversitÀt Genf (UNIGE) liefert neue Einblicke in die kurzfristigen Auswirkungen einer ErnÀhrungsumstellung auf das metabolische System.

Die an MĂ€usen durchgefĂŒhrte Forschungsarbeit zeigt, dass der Wechsel von einem lakto-vegetarischen Futter auf eine rein vegane FĂŒtterung bereits nach wenigen Tagen messbare Anpassungen im Leberstoffwechsel hervorruft. Die beobachteten Effekte erwiesen sich dabei als vollstĂ€ndig reversibel.

StoffwechselverÀnderungen nach Futterumstellung

Das Forschungsteam unter der Leitung von Pierre Maechler verglich im Rahmen des Versuchsaufbaus zwei Versuchsgruppen von MÀusen: Eine Gruppe erhielt eine vegetarische Kost, die sowohl tierische als auch pflanzliche Proteine enthielt, wÀhrend die zweite Gruppe rein vegan versorgt wurde.

Bereits nach zwei Tagen rein pflanzlicher FĂŒtterung traten deutliche physiologische Anpassungen zutage. Die Leber der Tiere zeigte eine weniger effiziente Glukoseproduktion sowie einen verlangsamten Abbau von Ammoniak. Begleitend dazu registrierten die Forschenden eine deutliche Abnahme der körperlichen AktivitĂ€t bei den betroffenen MĂ€usen.

Die Rolle von GDH und AminosÀuren

Als zentraler Faktor in diesem Prozess wurde das Enzym Glutamat-Dehydrogenase (GDH) identifiziert, das in den Mitochondrien der Leberzellen lokalisiert ist. Um den Mechanismus zu ĂŒberprĂŒfen, untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch genetisch verĂ€nderte MĂ€use, denen dieses Enzym fehlte.

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Die Genfer Untersuchung zeigt: Schon nach zwei Tagen rein pflanzlicher FĂŒtterung verĂ€ndert sich der Leberstoffwechsel bei MĂ€usen — weil pflanzliche Proteine weniger verzweigtkettige AminosĂ€uren liefern. Die gute Nachricht: Der Effekt war vollstĂ€ndig reversibel, und die Forschenden raten nicht von veganer ErnĂ€hrung ab, sondern zur gezielten Proteinauswahl. Kostenlosen Leitfaden zur veganen Proteinauswahl anfordern

Unter rein pflanzlicher FĂŒtterung kam es bei diesen GDH-freien Tieren zu einer schweren Anreicherung von Ammoniak im Blut und einer erheblich gestörten Regulation des Blutzuckerspiegels.

Den molekularen Hintergrund bildet die Zusammensetzung der NĂ€hrstoffe: Pflanzliche Proteine weisen im Vergleich zu tierischem Eiweiß in der Regel einen geringeren Gehalt an verzweigtkettigen AminosĂ€uren auf. Die Leber benötigt diese spezifischen AminosĂ€uren jedoch, um Stoffwechselabbauprodukte wie Ammoniak im Rahmen der Entgiftung zu verarbeiten und den Blutzuckerspiegel in Phasen zwischen den Nahrungsaufnahmen stabil zu halten.

ReversibilitÀt und Einordnung der Ergebnisse

Die Untersuchung belegt zugleich die hohe PlastizitÀt des Organsystems: Der beobachtete Effekt erwies sich als nicht dauerhaft. Nach der erneuten Gabe von tierischen Proteinen normalisierten sich die Stoffwechselwerte der Tiere innerhalb von ein bis zwei Tagen vollstÀndig.

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Sie essen vegan und fragen sich, ob Ihre Leber mit der Umstellung Schritt hĂ€lt? Die Mausestudie der UniversitĂ€t Genf zeigt, dass die Leber verzweigtkettige AminosĂ€uren braucht, um Ammoniak abzubauen und den Blutzucker zwischen den Mahlzeiten stabil zu halten — und dass genau diese Bausteine in pflanzlichen Proteinen knapper sind. Checkliste fĂŒr ausgewogene pflanzliche ErnĂ€hrung jetzt sichern

Aus ihren Erkenntnissen leiten die Forschenden der UNIGE keine generelle Empfehlung gegen pflanzliche ErnÀhrungsformen ab. Ausschlaggebend sei vielmehr eine gezielte Auswahl der Proteinquellen.

Bei einer rein veganen ErnĂ€hrung raten die Fachleute dazu, gezielt proteinreiche Nahrungsmittel zu bevorzugen, die grĂ¶ĂŸere Anteile an verzweigtkettigen AminosĂ€uren aufweisen – dazu zĂ€hlen unter anderem Tofu, Linsen und NĂŒsse. Die detaillierten Resultate der Untersuchung sind unter der DOI 10.1016/j.molmet.2026.102435 abrufbar.

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