Vera-CPU: Nvidia greift x86-Dominanz mit 88 Olympus-Kernen an
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 03:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nvidia greift mit seiner neuen Vera-Architektur die x86-Dominanz von AMD und Intel an. Der Chip-Hersteller verspricht massive Leistungssprünge für KI-Workloads.
Der amerikanische Konzern hat zwischen dem 21. und 24. Juli technische Details seiner neuen Vera-CPU veröffentlicht. Der Prozessor löst den Grace-Chip ab und setzt auf eigens entwickelte Olympus-Kerne. Zielgruppe sind vor allem Rechenzentren, die hochkomplexe KI-Modelle ausführen – sogenannte „agentische KI" und Inferenz-Aufgaben in großem Maßstab.
Die Technik im Detail: 88 Kerne für Höchstleistungen
Das Herzstück der Vera-CPU bilden 88 maßgeschneiderte Olympus-Kerne auf Arm-Basis. Sie unterstützen 176 Threads durch räumliches Multithreading. Die Architektur verfügt über eine 10-fach breite Decodiereinheit und einen neuronalen Sprungvorhersager – beides soll den Befehlsdurchsatz deutlich steigern.
Besonders beeindruckend sind die Speicherwerte: Vera nutzt LPDDR5X-Speicher mit einer Bandbreite von 1,2 TB/s. Nvidia spricht von einer Verdreifachung der Pro-Kern-Bandbreite im Vergleich zu herkömmlichem DDR-RAM. Das System unterstützt bis zu 1,5 TB Speicherkapazität. Für die Kommunikation zwischen den Chips integriert der Hersteller NVLink-C2C mit 1,8 TB/s sowie die modernen Schnittstellen PCIe 6.4 und CXL 3.1.
Benchmark-Ergebnisse: Nvidia übertrifft AMD Epyc
Die veröffentlichten Testdaten zeigen deutliche Vorsprünge gegenüber bestehender x86-Hardware. Im SPEC-CPU-2026-Benchmark (Test 714.cpython_r) erreicht Vera angeblich die 1,8-fache Single-Core-Leistung des AMD Epyc Turin 9755.
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Erste Evaluierungen durch Industriepartner untermauern die Zahlen:
- Perplexity: KI-Code-Umgebungen laufen 1,5-mal schneller
- New York Stock Exchange: Sechsfache Reduktion der p99-Latenz im Vergleich zu Epyc-Turin-Systemen
- Los Alamos National Laboratory: Siebenfache Leistungssteigerung bei spezifischen agentischen KI-Workloads
In der Vera-Rubin-Plattform erwartet Nvidia eine bis zu zehnfache agentische Durchsatzsteigerung pro Energieeinheit gegenüber der Vorgänger-Generation Blackwell. Das GB300-NVL72-System, das diese Komponenten nutzt, soll beim Vortraining von DeepSeek-V3 einen Rekord von 1.648 TFLOPs pro GPU aufgestellt haben.
Produktion und Auslieferung: 1.000 Server-Racks pro Tag
Nvidia hat ehrgeizige Produktionsziele. Das Unternehmen will täglich bis zu 1.000 Vera-Server-Racks fertigen – unterstützt von über 300 globalen Partnern und fast einem Dutzend Fertigungsallianzen. Das Ziel: mehr als 20 Milliarden Euro CPU-Umsatz.
Erste Einheiten wurden bereits an OpenAI, Anthropic, SpaceX und Oracle Cloud ausgeliefert. Oracle plan den Einsatz Hunderttausender Vera-Einheiten ab 2026. Auch Meta setzt weiterhin auf Nvidia-CPUs und hat bereits eigenständige Grace-Server im großen Stil deployed. Bis zum 23. Juli 2026 hat Nvidia eigenen Angaben zufolge über 2,5 Millionen Grace-CPUs ausgeliefert.
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AMD kontert: EPYC Venice mit 256 Zen-6-Kernen
Die Veröffentlichung der Vera-Spezifikationen fällt mit verschärftem Wettbewerb zusammen. Am 23. Juli 2026 launchte AMD seine EPYC-Venice-CPUs mit bis zu 256 Zen-6-Kernen auf 2nm-Basis. AMD behauptet, sein Venice-Flaggschiff biete 20 Prozent schnellere Single-Core-Leistung und den 2,2-fachen Durchsatz gegenüber Nvidias Vera.
Ein AMD-Manager zeigte sich am 24. Juli zufrieden mit der Wettbewerbssituation. Die von Nvidia behaupteten Leistungsmargen lägen unter AMDs internen Erwartungen. Während Nvidia auf die spezialisierte Effizienz von Arm-basiertem „agentischem" Computing setzt, treibt AMD weiter die Kerndichte und den Durchsatz der x86-Architektur voran. Der SP7-Flaggschiff-Prozessor kostet rund 14.900 Euro.
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