Vera-Rubin-GPUs: Südkorea sichert sich 3.000 Nvidias-Chips noch 2026
08.06.2026 - 19:02:53 | boerse-global.de
Seoul – Südkorea hat bei der Auslieferung von Nvidias neuer Vera-Rubin-KI-Chips Priorität erhalten. Das Land sichert sich damit einen entscheidenden Vorteil im globalen Wettlauf um Rechenleistung.
Wissenschaftsminister Bae Kyung-hoon und Nvidia-CEO Jensen Huang einigten sich bei einem Treffen in Seoul auf eine bevorzugte Belieferung des Landes. Die neuen Vera-Rubin-GPUs sollen noch in diesem Jahr in Südkorea eintreffen – während andere Märkte mit Verzögerungen rechnen müssen.
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Strategischer Vorstoß für Rechenleistung
Minister Bae forderte bei dem Gespräch am heutigen Montag höchste Priorität für die Lieferung der neuen Architektur. Konkret geht es um rund 3.000 Einheiten der Vera-Rubin-Reihe, die noch 2026 nach Südkorea kommen sollen. Die Versorgung mit Nvidias B300-Chips bleibt dagegen planmäßig.
Im Fokus stehen sogenannte KI-Fabriken auf Basis der Vera-Rubin-NVL72-Plattform. Diese benötigen gigawattgroße Rechenzentren mit entsprechender Strominfrastruktur – ein Mammutprojekt, das Südkorea mit Hochdruck vorantreibt. Huang signalisierte zudem Bereitschaft, Nvidias GTC-Konferenz künftig in Südkorea auszurichten.
Milliarden-Deal mit SK Hynix und SK Telecom
Parallel zu den Regierungsgesprächen festigte Nvidia seine industriellen Partnerschaften. Mit dem Chip-Hersteller SK Hynix wurde ein mehrjähriges Technologieabkommen geschlossen: Das Unternehmen wird den neuen HBM4-Arbeitsspeicher für die Vera-Rubin-Plattform entwickeln und liefern.
Branchenkreisen zufolge soll SK Hynix zwischen 60 und 70 Prozent des HBM4-Volumens für die neue Architektur übernehmen. Die Leistungsdaten sind beeindruckend: Der neue KI-Beschleuniger bietet die 3,5-fache Trainings- und die fünffache Inferenzleistung im Vergleich zur Vorgängerarchitektur Blackwell. Die ersten Auslieferungen beginnen im dritten Quartal 2026.
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Auch SK Telecom und Nvidia gaben eine langfristige Partnerschaft bekannt. Gemeinsam wollen sie eine KI-Cloud im Gigawatt-Maßstab aufbauen – das erste derartige Rechenzentrum soll 2027 in Südkorea entstehen.
Staatsmilliarden für KI-Infrastruktur
Das südkoreanische Wissenschaftsministerium hat bereits ein Großprojekt gestartet: 2,08 Billionen Won (rund 1,4 Milliarden Euro) fließen in die Beschaffung von 9.704 Hochleistungs-GPUs. Darunter 2.016 Vera-Rubin-Einheiten und 7.688 B300-Chips.
Betrieben werden die Systeme von Naver Cloud, Samsung SDS und Elice Group. Während die B300-Dienste noch 2026 starten, sollen die Vera-Rubin-Clouds in der ersten Jahreshälfte 2027 folgen. Die Regierung verspricht eine um 30 Prozent höhere Leistung als ursprünglich mit 15.000 B200-Einheiten geplant.
Südkorea als neutraler KI-Hub
Ein geschlossenes Treffen mit Vertretern von Samsung, SK Hynix, Hyundai Motor und 18 Startups unterstrich die strategische Bedeutung. Nvidia sieht Südkorea als potenziellen neutralen KI-Standort – besonders vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den USA und China.
Weitere Kooperationen betreffen physische KI und Robotik, die Nvidia als großen Wachstumsmarkt für Südkorea identifiziert. Dazu gehören die Zusammenarbeit mit Hyundai beim autonomen Fahren sowie mögliche Partnerschaften mit LG und Doosan bei humanoiden Robotern. Auch die Einrichtung eines Nvidia-Forschungszentrums in Seoul steht im Raum.
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