Verpackungsgesetz: Strengere Regeln für Hersteller ab August
Veröffentlicht: 03.07.2026 um 11:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Erhebungen zeigen: In den Gelben Tonnen und Säcken landen rund 30 Prozent falsche Abfälle. Das erschwert die Sortierprozesse und senkt die Qualität der Sekundärrohstoffe.
Dabei wäre das Potenzial enorm. Bereits heute spart korrekte Mülltrennung jährlich rund 1,95 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ein. Bis 2030 könnte dieser Wert auf 2,55 Millionen Tonnen steigen – vorausgesetzt, Technik und Trennverhalten verbessern sich.
Die Aufklärungsinitiative „Deutschland trennt.“ war im Frühsommer mit über 500 Veranstaltungen und mobilen Infocentern bundesweit unterwegs. Ziel: das Bewusstsein für die Chancen einer besseren Abfalltrennung schärfen.
Neues Verpackungsgesetz: Strengere Regeln ab August
Der Bundestag hat im Juni das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) verabschiedet. Ab dem 12. August 2026 gelten neue Pflichten für Hersteller und Handel. Im Fokus: das Verbot überdimensionierter Verpackungen, strengere Nachweispflichten und Beschränkungen für Schwermetalle.
Ab Januar 2027 kommt ein System zur Ökomodulierung. Es soll den Einsatz von Recyclingmaterialien finanziell belohnen. Branchenverbände wie der bvse begrüßen die Entwicklung – weisen aber darauf hin, dass der Rezyklatanteil vielerorts noch unter 20 Prozent liegt. Gefordert werden bessere Rahmenbedingungen und mehr Recyclingstoffe in der öffentlichen Beschaffung.
Bioabfall: Kaffeekapseln als Problemfall
Ein besonders kniffliger Bereich: die Entsorgung von Bioabfällen. Das Beispiel Kaffeekapseln zeigt, wie vermeintlich umweltfreundliche Lösungen den Kreislauf stören. 2022 verbrauchten die Deutschen knapp drei Milliarden Kapseln – rund 9.700 Tonnen Abfall. Viele werden als kompostierbar beworben, landen in Biogasanlagen aber als Störstoffe und enden in der thermischen Verwertung. Fachleute raten zu Mehrwegsystemen oder klassischen Filtermethoden.
Ab August 2026 gelten strengere Regeln für Verpackungen – mit neuen Nachweispflichten und Schwermetallbeschränkungen. Prüfen Sie jetzt, ob Ihre Produkte betroffen sind. Der kostenlose Compliance-Check zeigt Ihnen die wichtigsten Pflichten auf einen Blick. Compliance-Check per E-Mail anfordern
Um die Biomüll-Qualität zu sichern, setzen Kommunen auf Technik. Im Landkreis Bad Dürkheim testen Müllfahrzeuge seit Anfang Juli ein Deep-Scan-Verfahren. Es durchleuchtet die Biotonnen elektromagnetisch und erkennt Plastikrückstände schon vor der Leerung.
International gibt es vielversprechende Ansätze: In Vietnam zeigen Pilotprojekte in Da Nang und Hai Phong, wie Küchenabfälle durch Fermentierung zu Dünger oder Tierfutter werden. Das brachte in Landwirtschaft und Aquakultur deutliche Ertragssteigerungen.
Kommunale Strategien: Günstiger Sperrmüll und direkte Gespräche
In Bielefeld gilt seit Kurzem eine neue Entgeltordnung. Die Sperrmüllabholung für Privathaushalte kostet nur noch 25 Euro – während die Gebühren für Gewerbekunden stiegen.
Feldexperimente aus der Schweiz zeigen, wie effektiv Sensibilisierung sein kann. Direkte Gespräche mit Bürgern reduzierten das achtlose Wegwerfen von Müll um 27 Prozent. Auch zivilgesellschaftliche Aktionen wirken: Im Kreis Gütersloh sammelten Freiwillige im Frühjahr über 6.500 Müllsäcke.
Ihr Rezyklatanteil liegt unter 20 %? Dann wird die Ökomodulierung ab 2027 teuer. Mit der kostenlosen Checkliste sehen Sie, welche neuen Pflichten auf Ihr Unternehmen zukommen – und wie Sie sich rechtzeitig vorbereiten. Checkliste anfordern
Sommer-Tipps: Hygiene bei Hitze
Verbraucherschützer geben zudem Hinweise zur Lebensmittelhygiene im Sommer. Wegen der Keimbildung bei hohen Temperaturen empfehlen sie sorgfältige Mengenplanung und das Durchgaren von Speisen bei mindestens 70 Grad. Positiv: Die Wasserqualität der deutschen Badegewässer ist laut Umweltbundesamt zu 97 Prozent „ausgezeichnet“ oder „gut“.
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