Versteckte, Zucker

Versteckte Zucker: Nutella fällt durch mit über 56% Zuckeranteil

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Versteckter Zucker, Fette und Rückrufaktionen belasten Verbraucher. Experten fordern schärfere Kontrollen und mehr Transparenz bei Lebensmitteln.

Lebensmittel-Rückrufe und versteckte Zusätze: Verbraucher in Gefahr
Frische, natürliche Lebensmittel im Vordergrund mit unscharfen verarbeiteten Produkten im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zucker, Salz, Fette – und das oft unsichtbar. Verarbeitete Lebensmittel stecken voller Zusatzstoffe, die Verbraucher auf den ersten Blick nicht erkennen. Gesundheitspolitiker und Verbraucherschützer fordern deshalb mehr Transparenz in den Lieferketten und bei der Deklaration. Denn die Risiken sind real: von versteckten Kalorienbomben bis zu Schadstoffrückständen.

Zucker unter Tarnnamen

Nicht nur Süßwaren enthalten Zucker. Auch Ketchup, Dressings und Müsliriegel sind oft voll davon – nur unter anderen Bezeichnungen. High Fructose Corn Syrup, Dextrose oder Maltose heißen die versteckten Kalorienlieferanten. Ähnlich läuft es beim Salz: Brot, Käse und Frühstücksflocken enthalten teils hohe Konzentrationen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal fünf Gramm Salz pro Tag.

Das unsichtbare Fett

Besonders tückisch ist das Viszeralfett. Es lagert sich in den Organen ab – auch bei schlanken Menschen. Die Folge: chronische Entzündungen, Insulinresistenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Fachärzte warnen, dass dieses Fettgewebe hormonell aktiv ist und bei Männern Testosteron in Östrogen umwandeln kann. Zur Vorbeugung empfehlen Experten ungesättigte Fettsäuren aus Olivenöl oder Nüssen. Auch die sogenannte Glukose-Diät hilft: Ballaststoffe vor Kohlenhydraten essen, um Blutzuckerspitzen zu vermeiden.

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Note „ungenügend“ für Nutella

Öko-Test hat im Juli 21 Nuss-Nougat-Cremes untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nutella und die Variante von Milka kassierten die Note „ungenügend“. Die Tester kritisierten einen Zuckeranteil von über 56 Prozent, künstliches Vanillin und Mineralölrückstände. Zwei Eigenmarken von Rewe und dm schnitten dagegen mit „gut“ ab.

Doch nicht nur Zucker ist das Problem. Pestizidrückstände in Lebensmitteln können Hormonstörungen und Krebs auslösen. Verbraucher sollten Obst und Gemüse gründlich waschen, in Salzlösung oder Natron einlegen oder schälen.

Rückruf-Welle im Juli

Mehrere große Rückrufaktionen erschüttern den Lebensmittelmarkt:

  • Tiefkühlbeeren: Jütro rief Bio-Beerenmischungen zurück (u.a. bei Aldi, Lidl, Netto verkauft). Verdacht auf Noroviren – schwere Magen-Darm-Erkrankungen möglich. Betroffen sind Chargen mit Haltbarkeitsdaten bis Frühjahr 2028.
  • Getreideprodukte: Kölln stoppte „Zauberfleks Schoko“ (375g, MHD 17.04.2027). Fremdkörper könnten im Produkt sein.
  • Gewürzmischungen: „Al-Osrah Zaatar Thymiangewürzmischung Rot“ wurde wegen nicht deklarierter Erdnussspuren zurückgerufen. Für Allergiker Lebensgefahr.
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Strengere Kontrollen gefordert

Jährlich erkranken in Deutschland rund 100.000 Menschen durch Lebensmittel. Verbraucherschützer warnen vor einer Lockerung der Kontrollen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisierte im Sommer Pläne zur Abschaffung der Meldepflicht für Prüflabore. „Diese Meldepflicht ist eine wesentliche Lehre aus früheren Lebensmittelskandalen“, sagt Ramona Pop, Vorständin des vzbv. Ihr Wegfall erhöhe das Risiko für künftige Vorfälle. Zudem fordern die Verbraucherschützer eine Zuckersteuer, deren Einnahmen direkt in die Gesundheitsförderung fließen sollen.

Neue Hoffnung aus der Forschung

Parallel arbeiten Wissenschaftler an neuen Behandlungsansätzen für ernährungsbedingte Leiden. Eine im Juli veröffentlichte Übersicht im „World Journal of Stem Cells“ zeigt: Humane Nabelschnur-Stammzellen konnten in Laborstudien das Reizdarmsyndrom lindern – sie reduzierten Entzündungen und stabilisierten die Darmbarriere. Klinische Studien am Menschen stehen allerdings noch aus.

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