Verstopfung, Kiwis

Verstopfung: Zwei grĂŒne Kiwis bringen im Schnitt 1,5 StuhlgĂ€nge mehr pro Woche

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 19:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Individuell angepasste Fasern und Lebensmittel können Verstopfung oder Durchfall beeinflussen; zu viel Ballaststoffzufuhr kann Beschwerden verstÀrken.
Eine Auswahl roher pflanzlicher Lebensmittel wie Hafer, Linsen, Kartoffeln und Flohsamenschalen auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Bauchschmerzen, BlÀhungen sowie ein stÀndiger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung belasten den Alltag vieler Betroffener. Allein in Deutschland leiden SchÀtzungen zufolge etwa 3 Millionen Menschen unter dem Reizdarmsyndrom.

Bei der Linderung dieser Beschwerden können gezielte pflanzliche Maßnahmen eine zentrale Rolle spielen. Neben pflanzlichen Mitteln wie Nahrungsfasern und Kapseln mit Pfefferminzöl zeigen sich insbesondere Obst, GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchte als wirksam, um Symptome wie Durchfall und Verstopfung zu regulieren.

Gezielte Auswahl von Ballaststoffen

ErnĂ€hrungsexperten betonen die Bedeutung der richtigen Faserauswahl. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten empfiehlt laut Birgit Terjung eine pflanzenbetonte Kost mit Vollkorn, HĂŒlsenfrĂŒchten, GemĂŒse, Obst, NĂŒssen und Samen. Dennoch reagiert ein empfindlicher Darm individuell auf unterschiedliche Ballaststoffarten.

Bei Reizdarmsymptomen sollten fermentierbare Ballaststoffe angepasst werden. HĂ€ufig werden bekömmliche Quellen wie Haferflocken, Reis und Kartoffeln bevorzugt, wĂ€hrend stark blĂ€hende Zutaten wie Zwiebeln und Knoblauch durch in Öl eingelegte Varianten ersetzt werden können. Auch eine temporĂ€re Low-FODMAP-ErnĂ€hrung kommt bei Reizdarmbeschwerden in Betracht.

Zudem unterscheiden sich BallaststoffprĂ€parate in ihrer Wirkung: Psyllium ist löslich und wird im Darm wenig fermentiert, wĂ€hrend Stoffe wie Inulin und Fructooligosaccharide stĂ€rker fermentieren. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2013 zeigte, dass eine hohe Zufuhr von PrĂ€biotika Reizdarmsymptome durch enthaltene FODMAP-Kohlenhydrate sogar verstĂ€rken und zu Gasbildung sowie Schmerzen fĂŒhren kann.

Werden PrÀbiotika-PrÀparate eingenommen, empfiehlt sich eine langsame Steigerung ausgehend von etwa 4 bis 5 Gramm pro Tag. Generell liegt der empfohlene Ballaststoff-Richtwert bei 25 bis 38 Gramm tÀglich, abhÀngig von Alter und Geschlecht.

Maßnahmen bei Verstopfung und Durchfall

Die Beschwerden Ă€ußern sich meist unterschiedlich. Eine Verstopfung, definiert als weniger als drei StuhlgĂ€nge pro Woche, betrifft regelmĂ€ĂŸig fast einen von zehn Menschen.

Anzeige

Wer sich mit Verdauungsproblemen oder stĂ€ndiger MĂŒdigkeit auseinandersetzt, sollte auch die Rolle von EntzĂŒndungsprozessen im Körper prĂŒfen. Dieser kostenlose Ratgeber enthĂ€lt einen Selbsttest und zeigt Ihnen, welche 12 natĂŒrlichen Lebensmittel als effektive EntzĂŒndungs-Killer wirken können. Kostenlosen Ratgeber zur antientzĂŒndlichen ErnĂ€hrung anfordern

Magen-Darm-Spezialistin Magali Surmont vom UniversitĂ€tsklinikum BrĂŒssel verweist darauf, dass der tĂ€gliche Verzehr des Fruchtfleischs von zwei grĂŒnen Kiwis im Schnitt zu 1,5 zusĂ€tzlichen StuhlgĂ€ngen pro Woche fĂŒhrt und Bauchschmerzen sowie BlĂ€hungen bessern kann.

Auch Psylliumfasern gelten als belegt wirksam, da sie FlĂŒssigkeit binden und ein Gel bilden. UnterstĂŒtzend wirken eine tĂ€gliche Trinkmenge von 1,5 bis 2 Litern Wasser sowie eine Haltung auf der Toilette, bei der die Knie höher als die HĂŒften positioniert sind.

Bei akutem Durchfall steht hingegen der FlĂŒssigkeits- und Salzersatz im Vordergrund. Als magenschonend gelten gekochte Karotten, weißer Reis, geschĂ€lte Kartoffeln und Zwieback, wĂ€hrend Frittiertes, Alkohol, koffeinhaltige GetrĂ€nke und sorbithaltige Produkte gemieden werden sollten.

Anzeige

Was viele Betroffene nicht wissen: Der Vagusnerv bildet eine entscheidende Verbindung zwischen Darm und Gehirn und beeinflusst die Verdauung maßgeblich. Ein kostenloser Report enthĂŒllt nun, wie Sie diesen „Gesundheitsschalter“ ganz einfach selbst aktivieren können. Vagus-Therapie: Kostenlosen Report inkl. Trainingsvideo sichern

Maßhalten statt Überdosierung

Vor ĂŒbertriebenen Trends wird in der Fachwelt gewarnt. Beim sogenannten „Fibermaxxing“ propagieren manche Online-Strömungen bis zu 60 Gramm Ballaststoffe tĂ€glich. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt mindestens 30 Gramm pro Tag, wĂ€hrend die meisten BundesbĂŒrger nicht einmal 20 Gramm erreichen.

Prof. Gunter P. Eckert von der Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen warnt vor einer Zufuhr von 60 Gramm pro Tag, da diese Bauchschmerzen, KrĂ€mpfe und Durchfall auslösen sowie die Aufnahme von Mineralstoffen und Medikamenten behindern kann.

Da das Reizdarmsyndrom zu den Darm-Hirn-Interaktionsstörungen zĂ€hlt und Betroffene laut Prof. Dr. Andreas Stengel hĂ€ufiger unter Angststörungen oder Depressionen leiden, greifen reine DiĂ€tmaßnahmen oft zu kurz. Ganzheitliche Ratgeber wie das Werk von Dr. med. Viola Andresen und Claus Peter Simon setzen daher neben ErnĂ€hrungsanpassungen auch auf Achtsamkeit und Psychotherapie.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70459122 |