Vietnam, Sicherheit

Vietnam verschärft Sicherheit: 24-Stunden-Wartezeit für Überweisungen

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 23:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vietnams Zentralbank verpflichtet Banken zu neuen Sicherheitsfunktionen mit individuellen Limits und Wartezeiten bis März 2027.

Vietnam verschärft Regeln für digitalen Zahlungsverkehr massiv
Smartphone mit digitaler Banking-App zur Absicherung von Online-Überweisungen und Betrugsprävention. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die vietnamesische Zentralbank verschärft die Sicherheitsanforderungen für den digitalen Zahlungsverkehr massiv. Bis zum 1. März 2027 müssen alle Banken im Land einen neuen Service implementieren, der es Kunden ermöglicht, Transaktionslimits und obligatorische Wartezeiten für Überweisungen eigenständig festzulegen. Diese Maßnahme zielt primär darauf ab, die Betrugsprävention bei Online-Transfers zu stärken.

Verbindliche Fristen und regulatorische Vorgaben

Mit dem Dokument 6190/NHNN-TT, das am 20. Juli 2026 veröffentlicht wurde, hat die Staatsbank von Vietnam den rechtlichen Rahmen für die neuen Sicherheitsvorkehrungen gesteckt. Die Verordnung verpflichtet Kreditinstitute dazu, Funktionen in ihre Systeme zu integrieren, über die Nutzer individuelle Parameter für ihre Kontobewegungen registrieren können. Im Fokus stehen dabei insbesondere Transfers auf neue, bisher nicht verifizierte Empfängerkonten.

Pham Anh Tuan, der Direktor der Zahlungsabteilung der Staatsbank, erläuterte die Details dieser Neuregelung. Demnach sollen Kunden künftig selbst bestimmen können, ab welcher Höhe Überweisungen gedeckelt werden und welche zeitliche Verzögerung bei Zahlungen an neue Empfänger greifen soll. Diese Wartezeit muss laut den behördlichen Vorgaben mindestens 24 Stunden betragen. Durch diese künstlich geschaffene Bedenkzeit sollen Verbraucher die Möglichkeit erhalten, im Falle eines Betrugsverdachts oder eines Fehlers die Transaktion rechtzeitig zu stoppen.

Standardlimits und individuelle Anpassung

Die Zentralbank hat für die Umsetzung klare Standardwerte definiert. Für Kunden, die keine individuellen Einstellungen vornehmen, gilt ein voreingestelltes Limit von 400 Mio. VND. Auch die standardmäßige Wartezeit für Überweisungen an neue Kontakte wurde auf 24 Stunden festgelegt.

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Wie Pham Anh Tuan ausführte, bleibt die Flexibilität für die Bankkunden jedoch gewahrt. Das System sei so konzipiert, dass Nutzer die Limits und Zeiträume an ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen können. Die Einführung dieser Wahlmöglichkeiten wird als wesentliche zusätzliche Schutzebene betrachtet, die jedoch bestehende Sicherheitsinfrastrukturen nicht ablöst. Die neuen Funktionen ergänzen die bereits etablierten Maßnahmen wie die biometrische Authentifizierung oder das Versenden von Einmalpasswörtern (OTP), statt diese zu ersetzen.

Internationaler Kontext und strategische Ausrichtung

Bei der Entwicklung dieser Richtlinien orientierte sich die vietnamesische Finanzaufsicht an internationalen Best Practices. Laut Pham Anh Tuan gibt es vergleichbare Mechanismen zur Betrugsprävention bereits in mehreren anderen Ländern und Regionen. Er nannte in diesem Zusammenhang ausdrücklich Beispiele aus Indien, dem Vereinigten Königreich, Australien, Singapur und Taiwan.

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Für die vietnamesischen Finanzinstitute bedeutet die Vorgabe einen erheblichen technischen Umsetzungsaufwand bis zum Stichtag am 1. März 2027. Die IT-Systeme der Banken müssen künftig in der Lage sein, Transaktionen in Echtzeit gegen die kundenindividuellen Profile zu prüfen und bei Erreichen der registrierten Limits oder bei Zahlungen an neue Empfänger die entsprechende Wartefrist automatisiert einzuleiten. Die Staatsbank verspricht sich von diesem Schritt eine deutliche Senkung der Schadenssummen durch Online-Betrug, da die zeitliche Verzögerung den Tätern die Möglichkeit nimmt, erbeutete Gelder unmittelbar nach der Tat über komplexe Kontenketten verschwinden zu lassen.

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