Vietnams Heilkunst-Boom: Dekokot-Produktion springt um 63%
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 10:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die vietnamesische Regierung treibt die Modernisierung mit Nachdruck voran.
Nationale Strategie mit klaren Zielen
Am 9. Juli 2026 unterzeichnete Vize-Premierministerin Pham Thi Thanh Tra den Beschluss Nr. 1250/QD-TTg. Der Plan definiert den Rahmen für die Weiterentwicklung der traditionellen Medizin. Kurzfristige Ziele sind bis 2030 gesetzt, die langfristige Vision reicht bis 2045.
Im Kern geht es um die enge Verzahnung von traditioneller Heilkunst und moderner Medizin. Die Regierung will eine geschlossene Wertschöpfungskette für Heilpflanzen aufbauen. Heilkräuter sollen nicht länger nur als medizinische Ressource gelten, sondern als Teil eines wirtschaftlichen Ökosystems.
Investitionen und internationale Zusammenarbeit sollen vietnamesische Standards global wettbewerbsfähig machen. Das Ziel: eine nationale Marke für Heilmittel und Dienstleistungen aus Vietnam.
KI und digitale Datenbanken im Klinikalltag
Ein zentraler Hebel der Modernisierung ist die Digitalisierung. Die Regierung plant eine nationale Datenbank für traditionelle Heilmittel und Rezepturen. In der Praxis setzen spezialisierte Einrichtungen bereits auf Künstliche Intelligenz und das digitale Identitätssystem VNeID.
Damit lassen sich Verwaltungsabläufe optimieren und die Patientenversorgung verbessern. Parallel zur Digitalisierung läuft die wissenschaftliche Validierung der traditionellen Verfahren. Moderne Diagnostik in Kombination mit überlieferten Therapien soll die Wirksamkeit belegen.
Das Ziel: mehr Akzeptanz in der Bevölkerung und im Ausland.
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Krankenhaus in Quang Ninh zeigt Erfolg
Wie die Strategie in der Praxis aussieht, zeigt das Krankenhaus für traditionelle Medizin in der Provinz Quang Ninh. Die Klinik kombiniert klassische Ansätze mit moderner Medizintechnik – mit Erfolg.
Jährlich behandelt die Einrichtung fast 12.000 Patienten. Das liegt 18 Prozent über den gesetzten Zielwerten. Besonders deutlich wird der Boom in der Arzneimittelproduktion: Im ersten Halbjahr 2026 stellte das Krankenhaus über 45.400 Einheiten von Dekokten (konzentrierte Kräuterabkochungen) her. Das ist ein Plus von 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die Patientenzufriedenheit liegt bei über 97 Prozent. Nun plant die Klinik ein spezialisiertes Forschungszentrum für die Aufbereitung und Herstellung von Arzneimitteln.
Medizintourismus als zweites Standbein
Die nationale Strategie setzt zudem auf Synergien mit dem Tourismus. Geplant sind Modelle für Ökotourismus, bei denen Besucher Heilpflanzenanbau erleben und medizinische Dienstleistungen nutzen können.
Das Quang Ninh Krankenhaus produziert jährlich über 45.400 Dekokt-Einheiten – ein Indikator für den Marktdruck. Investoren, die in vietnamesische Heilmittel einsteigen, benötigen einen Leitfaden zu Qualitätskriterien und Partnerauswahl. Leitfaden Medizintourismus-Partner sichern
Vietnam will sich als Ziel für ganzheitliche Gesundheit positionieren. Medizintourismus soll fester Bestandteil des Dienstleistungsportfolios werden.
Qualitätskontrollen bei Werbung und Produkten sowie die Stärkung der Ausbildung von Fachkräften sollen das Vertrauen in die nationale Marke festigen. Die Kombination aus jahrhundertealtem Wissen und modernen Industriestandards bildet das Fundament für die wirtschaftliche Expansion des Sektors.
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