Visa und MoneyGram: Blockchain-Settlement mit Milliarden-Volumen
23.06.2026 - 00:10:44 | boerse-global.de
Zahlungsnetzwerke und Banken setzen zunehmend auf Blockchain-Technologie für den Echtzeit-Settlement-Verkehr.
Visa hat seinen Stablecoin-Settlement-Pilot auf fünf weitere Blockchain-Netzwerke ausgeweitet: Polygon, Base, Canton Network, Arc und Tempo. Damit unterstützt der Zahlungsriese nun insgesamt neun Blockchains. Die annualisierte Abwicklungsrate des Piloten liegt bei umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro – ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Partner von Visa können Transaktionen nun in Echtzeit mit Stablecoins abrechnen.
Parallel dazu ist MoneyGram aktiver Validator auf dem Solana-Netzwerk geworden. Das Unternehmen, das 60 Millionen Kunden betreut, setzt dabei SOL-Token ein und verarbeitet Transaktionsblöcke. Bereits Anfang Juni 2026 brachte MoneyGram mit MGUSD einen eigenen Stablecoin auf der Stellar-Blockchain heraus. Die Unternehmensführung kündigte an, künftige globale Geldtransfers zunehmend über offene Stablecoin-Schienen abzuwickeln.
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Banken setzen auf tokenisierte Einlagen
Die Infrastruktur für digitale Vermögenswerte verlagert sich hin zu einlagenbasierten Lösungen. Anchorage Digital hat eine Plattform für tokenisierte Einlagen gestartet, die Banken rund um die Uhr Zahlungen und Abwicklungen ermöglicht – ohne Austausch ihrer bestehenden Kernsysteme.
In den USA plant ein Konsortium aus JPMorgan, Citi und Bank of America den Start eines gemeinsamen Netzwerks für tokenisierte Einlagen. Der Betrieb soll in der ersten Jahreshälfte 2027 beginnen. Die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) treibt zudem einen Tokenisierungsdienst mit über 50 Firmen voran. Der Handel mit realen Vermögenswerten (RWA) soll bereits im Juli 2026 starten.
Asien treibt regionale Adoption voran
Südkoreas drittgrößte Internetbank Toss Bank hat mit 15 Millionen Kunden eine Absichtserklärung mit der Solana Foundation unterzeichnet. Der Fokus liegt auf einem Proof-of-Concept für grenzüberschreitende Überweisungen und Stablecoin-Settlement. Die Bank bietet bereits Überweisungen in sieben Währungen in 30 Länder an. Der Pilot soll prüfen, ob Blockchain-Technologie Kosten senken und Geschwindigkeit erhöhen kann. Dies geschieht vor dem Hintergrund neuer Devisenkontrollen für Kryptotransfers, die Südkorea im Dezember 2026 einführen will.
Auch japanische Banken beginnen unter dem Zahlungsdienstegesetz des Landes mit der direkten Ausgabe von Stablecoins. In Hongkong arbeiten die Behörden an einem regulatorischen Rahmen für lizenzierte Emittenten.
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Marktprognosen und Unternehmens-Tests
Bitwise-Analysten prognostizieren, dass das gesamte Stablecoin-Angebot von derzeit umgerechnet rund 280 Milliarden Euro auf 3,7 Billionen Euro bis 2030 wachsen könnte.
Große Dienstleister testen diese Technologien bereits für Gig-Economy-Zahlungen. DoorDash pilotiert Stablecoin-Auszahlungen für zehn Millionen Fahrer in über 40 Ländern – in Partnerschaft mit Stripe. Auch Meta testet Auszahlungsmechanismen für Content-Ersteller auf Solana und Polygon. Visa evaluiert zudem vertrauliches On-Chain-Settlement auf dem Canton Network, einem berechtigungsbasierten Ledger mit Beteiligung von Goldman Sachs und BNP Paribas.
