Visual Studio Copilot: Microsoft schließt kritische Lücke mit CVSS 8,8
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 12:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat im Rahmen des Patch-Tuesday-Updates für Oktober eine als wichtig eingestufte Sicherheitslücke in Visual Studio Copilot geschlossen. Der Fehler wird unter der Kennung CVE-2026-103572 geführt und erreicht im CVSS-Bewertungssystem einen Schweregrad von 8.8. Über die Schwachstelle war eine Remotecodeausführung auf betroffenen Systemen möglich.
Ursache in der Pfadprüfung ermöglichte Schreibzugriffe
Die Ursache des Problems liegt in einer Umgehung der Pfadprüfung durch nachgestellte Punkte in der Bibliothek Microsoft.VisualStudio.Copilot.Core.dll, konkret innerhalb der Funktion EditsFunctionHandler.GetEditConfirmationTypeAsync. Bei diesem Manöver passierte ein Dateiname wie „.mcp.json.“ mit einem angehängten Punkt den internen Zeichenfolgenvergleich.
Die Win32-Schnittstelle entfernt solche nachgestellten Punkte beim Schreibvorgang jedoch automatisch. Dadurch wurde ein unbefugter Schreibzugriff auf geschützte Konfigurationsdateien wie .mcp.json sowie settings.VisualStudio.json möglich.
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Als potenzielle Angriffsketten dienten indirekte Prompt-Injections über manipulierte MCP-Server oder das Verändern des Pfades ripgrepPath. Als Machbarkeitsnachweis für die Codeausführung wurde der Start des Programms calc.exe demonstriert.
Eine Ausnutzung der Schwachstelle setzt allerdings eine Interaktion durch den Anwender voraus. Berichten vom 13.10.2026 zufolge liegen bisher keine Hinweise auf eine Ausnutzung des Fehlers vor der Bereitstellung des Updates vor.
Betroffene Software und Bereitstellung der Korrekturen
Von der Sicherheitslücke betroffen sind Installationen von Visual Studio 2022 in den Versionen 17.14.0 bis vor 17.14.42 sowie Visual Studio 2026 von Version 18.10.0 bis vor 18.10.4. Da SQL Server Management Studio (SSMS) dieselbe DLL-Datei und Codebasis nutzt, ist die Anwendung ebenfalls verwundbar. Gleiches gilt für die Visual Studio Tools for Applications.
Microsoft stellt die Fehlerbehebungen in den Versionen 17.14.42 und 18.10.4 bereit. Die Korrektur normalisiert den Dateipfad vor der Validierung über einen Aufruf der Funktion GetFullPath. Laut Berichten vom 13.10.2026 wurde die Schwachstelle am selben Tag offengelegt, an dem auch der offizielle Patch erschien.
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Ablauf der Meldung und weitere Schwachstellen im Umfeld
Die Sicherheitslücke war Microsoft bereits am 04.08.2026 gemeldet worden. Zwischen dem 04.08.2026 und dem 07.08.2026 übermittelten die Entdecker ergänzende Details zu den Auswirkungen auf Visual Studio, am 30.08.2026 folgte ein weiteres Update. Am 16.09.2026 bestätigte Microsoft die Schwachstelle. Für den Hinweis vergab das Unternehmen am 11.10.2026 eine Prämie in Höhe von 0 US-Dollar.
In der technischen Analyse wurden darüber hinaus weitere Sicherheitsprobleme im Umfeld dokumentiert. Dazu zählen eine Verzeichnisüberschreitung mittels relativer Pfadangaben, das Durchsickern einer Installationskennung in der Datei SSMS.isolation.ini sowie eine geringe Widerstandsfähigkeit des Modells MAI-Code-1-Flash gegenüber Manipulationen durch Prompt-Injections.
