Viszeralfett, Reduktion

Viszeralfett: 10% Reduktion senkt Diabetes-Risiko um 28%

Veröffentlicht: 29.06.2026 um 11:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Forscher entdecken Stammzellpopulation CP-A als Treiber der Fettzunahme im Bauchraum ab der Lebensmitte. Blockade eines Signalwegs stoppte die Fettbildung im Tierversuch.

Bauchfett-Studie: Neue Stammzellen als Ursache fĂŒr AltersfĂŒlle identifiziert
Nahaufnahme von Stammzellen, die sich in Fettzellen umwandeln, umgeben von viszeralem Gewebe, als Metapher fĂŒr wissenschaftliche Entdeckung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Studie identifiziert erstmals eine spezifische Stammzellpopulation, die fĂŒr die Fettzunahme im Bauchraum ab der Lebensmitte verantwortlich ist. Forscher der Organisationen City of Hope und der UCLA veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin Science. Die Entdeckung könnte den Weg fĂŒr Medikamente gegen altersbedingte Adipositas ebnen.

Neue Stammzellen treiben Fettbildung an

Die Forscher fanden eine Gruppe adulter Stammzellen namens CP-A. Diese Zellen treten mit zunehmendem Alter vermehrt auf und fördern die Produktion neuer Fettzellen im Bauchraum. In Tierversuchen mittleren Alters entstanden ĂŒber 80 Prozent der Fettzellen (Adipozyten) im viszeralen Bereich aus diesen CP-A-Zellen.

Den Takt gibt dabei der LIFR-Signalweg (Leukemia Inhibitory Factor Receptor) vor. Blockierten die Forscher diesen Signalweg mit einem LIFR-Inhibitor, stoppte die Zunahme des Bauchfetts. Analysen von menschlichem Gewebe bestÀtigten Àhnliche Zellstrukturen bei Menschen mittleren Alters.

MÀnner stÀrker betroffen

Die Daten deuten auf geschlechtsspezifische Unterschiede hin: MĂ€nner sind von dieser Fettneubildung stĂ€rker betroffen als Frauen. Doch nicht nur die Menge des Fetts spielt eine Rolle – auch die QualitĂ€t der Zellprozesse verĂ€ndert sich im Alter.

Eine weitere Studie des MD Anderson Cancer Center, erschienen im FrĂŒhjahr 2026 in Nature, verknĂŒpft altersbedingte EntzĂŒndungen (Inflammaging) mit sogenannten R-Loops. Diese werden aus gealterten (seneszenten) Zellen exportiert und lösen EntzĂŒndungsreaktionen aus. Die Proteine DDX1 und XPO1 sind am Export beteiligt. In prĂ€klinischen Modellen stoppte der Wirkstoff KPT-330 (Selinexor) diesen Prozess – mit positiven Folgen fĂŒr die Lebergesundheit und geringeren systemischen EntzĂŒndungen.

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Die Bedeutung der Kontrolle von Viszeralfett belegen aktuelle klinische Daten vom Juni 2026. Demnach senkt bereits eine Reduktion des Bauchfetts um zehn Prozent das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes um 28 Prozent. Stabilisiert sich zudem der Blutzucker bei PrĂ€diabetes, sinkt das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko um 42 Prozent, das allgemeine kardiovaskulĂ€re Risiko sogar um 58 Prozent.

Auch pharmakologische AnsĂ€tze rĂŒcken in den Fokus: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Zum Vergleich: Bluthochdruck erhöht das Alzheimer-Risiko um den Faktor 1,57, ein zu niedriger Blutdruck sogar um den Faktor 2,74.

EU plant Zuckersteuer ab 2028

Die EuropĂ€ische Union reagiert mit langfristigen Strategien. Das EU-Parlament verabschiedete eine umfassende Herz-Kreislauf-Strategie. Teil davon ist eine fĂŒr 2028 angekĂŒndigte Zuckersteuer auf gesĂŒĂŸte GetrĂ€nke. Ab einem Zuckergehalt von fĂŒnf Gramm pro 100 Milliliter sollen zwischen 20 und 30 Cent pro Liter fĂ€llig werden.

Weitere DurchbrĂŒche in der Forschung

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Das Jahr 2026 brachte auch in anderen Bereichen Fortschritte:

  • Herzregeneration: Wissenschaftler des Max DelbrĂŒck Centers zeigten in Nature Communications, dass Makrophagen nach Verletzungen Signale senden, die die Heilung des Herzmuskels anstoßen.
  • Darm-Mikrobiom: Eine Studie der UniversitĂ€t Wien belegt, dass evolutionĂ€re VerĂ€nderungen von Darmbakterien direkt mit Alter und Krankheiten wie CED oder Darmkrebs zusammenhĂ€ngen.
  • Gentechnik: Ein neues CRISPR-Cas12a2-Werkzeug eliminiert virusinfizierte Zellen oder Krebszellen mit spezifischen Punktmutationen sequenzgenau.
  • Zahngesundheit: Das Fraunhofer IZI identifizierte eine Substanz, die gezielt Parodontitis-Erreger blockiert – ohne die gesunde Mundflora zu beeintrĂ€chtigen. Eine spezialisierte Mikrobiom-Zahnpasta ist bereits auf dem Markt.

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