Vitamin, B12

Vitamin B12 bei Veganern: 60–80% entwickeln Mangel ohne Supplements

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 20:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Pflanzenbasierte Kost senkt Cholesterin, birgt aber Mangelrisiken bei B12, Eisen und Zink. Experten raten zu Supplementierung.

Vegane Ernährung: Nährstofffallen und Herzvorteile im Überblick
Frisches Gemüse und Vollkornprodukte auf einem Holztisch als Symbol für eine pflanzenbasierte Ernährung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Pflanzenbasierte Kost liegt im Trend, doch sie erfordert Planung. Besonders Vitamin B12, Eisen und Zink können bei Fleischverzicht zur Mangelware werden. Gut geplant bietet die Ernährung viele Vorteile – ohne Supplementierung drohen jedoch ernsthafte Defizite.

Vitamin B12: Der kritische Nährstoff für Veganer

Vitamin B12 steuert Nervensystem, Blutbildung und Energiestoffwechsel. Da das Vitamin fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln steckt, sind Veganer besonders gefährdet: Schätzungen zufolge entwickeln 60 bis 80 Prozent der strengen Veganer ohne Supplementierung einen kritischen Nährstoffstatus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen ab 13 Jahren 4,0 µg täglich, Schwangeren 4,5 µg und Stillenden 5,5 µg.

Ein langfristiger Mangel droht in irreversiblen neurologischen Schäden, kognitiven Problemen und Anämie zu enden. Die Leber speichert Vitamin B12 für zwei bis fünf Jahre – Defizite fallen daher oft erst spät auf. Der gängige Serum-B12-Test gilt als unzuverlässig, präziser sind die Marker Holo-TC und MMA.

Auch Medikamente und Alter können die Aufnahme stören. Rund 20 Prozent der Über-65-Jährigen leiden an atrophischer Gastritis, die die Verwertung erschwert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) setzt die Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel bei 25 µg an. Das Deutsche Krebsforschungszentrum warnt: Mehr als 55 µg täglich über lange Zeit könnte das Lungenkrebsrisiko erhöhen.

Eisen und Zink: Wenn die Energie fehlt

Chronische Müdigkeit plagt viele Deutsche – 30 Prozent fühlen sich mehrmals pro Woche erschöpft, 18 Prozent sogar täglich. Neben Vitamin B12 sind Eisen und Zink entscheidend fürs Energieniveau. Pflanzliches Eisen (Nicht-Häm-Eisen) verwertet der Körper schlechter als tierisches, und Phytate in Pflanzen bremsen die Aufnahme zusätzlich. Vitamin-C-reiche Lebensmittel verbessern die Resorption.

Anzeige

Wer sich pflanzenbasiert ernährt, sollte Vitamin B12 im Blick behalten: Schätzungen zufolge entwickeln 60 bis 80 Prozent der strengen Veganer ohne Supplementierung einen kritischen Nährstoffstatus. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihren Bedarf decken und Mangel früh erkennen. Jetzt kostenlosen B12-Leitfaden anfordern

Zinkmangel schwächt das Immunsystem. Ernährungswissenschaftler raten zu abwechslungsreicher Kost mit 15 bis 30 verschiedenen Lebensmittelgruppen, um die Nährstoffabdeckung zu sichern.

Forschung: Vegane Ernährung schlägt sich positiv aufs Herz

Eine Zwillingsstudie der Stanford University aus dem Jahr 2026 liefert neue Daten: Acht Wochen lang ernährte sich jeweils ein Zwilling vegan, der andere omnivor. Die vegane Gruppe senkte Insulinspiegel und LDL-Cholesterin und verlor durchschnittlich zwei Kilogramm. Die Studie unterstreicht die kardiovaskulären Vorteile – sofern die Kost ausgewogen ist.

Auch die Proteinzufuhr rückt in den Fokus der Altersforschung. Eine Übersichtsarbeit aus dem Sommer 2026 wertete über 350 Studien aus und deutet an: Proteinrestriktion könnte den Alterungsprozess verlangsamen. Besonders die Aminosäure Methionin, die verstärkt in tierischen Produkten vorkommt, spielt eine Rolle. Die allgemeine Empfehlung liegt bei 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht – für Sportler und ältere Menschen gilt sie nicht gleichermaßen.

Vitamin D und weitere Bausteine

Anzeige

Chronische MĂĽdigkeit kann ein Warnsignal sein: Neben Vitamin B12 sind oft auch Eisen und Zink betroffen. Erfahren Sie, wie Sie pflanzliche Quellen optimal kombinieren und Ihren Energiehaushalt stabilisieren. Leitfaden fĂĽr mehr Energie jetzt sichern

In den Wintermonaten von Oktober bis März reicht die Sonne in Deutschland nicht für die Vitamin-D-Eigenproduktion. Eine neue medizinische S3-Leitlinie, die seit Juli 2026 gilt, empfiehlt gezielte Messungen bei Krebspatienten. Bestimmte Pilzarten liefern Vitamin D sowie Niacin und Vitamin B2 – natürliche, nicht-tierische Quellen.

Proteinreiche Alternativen wie Linsen, Tofu, Quinoa und Chiasamen ergänzen die vegetarische Küche. 155 g gekochte Sojabohnen liefern rund 17 g Protein. Bei anhaltender Müdigkeit oder Muskelschmerzen, die auch auf Magnesium- oder Calciummangel hindeuten können, sollten Betroffene ärztliche Abklärung suchen, statt eigenmächtig zu supplementieren.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69911346 |