Vitamin B12: Neue Studie zeigt Risiken auch bei Normalwerten
28.05.2026 - 07:14:01 | boerse-global.deDer Körper kann es nicht selbst herstellen. Ein Mangel bleibt oft jahrelang unentdeckt, weil die Leber groĂe Speicher anlegt. Symptome zeigen sich erst spĂ€t.
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VerĂ€nderungen im Mund als FrĂŒhwarnsystem
Die ersten Anzeichen zeigen sich hĂ€ufig im Mundraum. Mediziner beobachten EntzĂŒndungen der Mundschleimhaut, Zungenbrennen und eine auffĂ€llig rote, glatte Zunge. Auch wiederkehrende MundgeschwĂŒre, Geschmacksstörungen oder trockene Lippen können auf einen Mangel hindeuten. Diese Symptome sind jedoch nicht eindeutig â eine Ă€rztliche AbklĂ€rung ist zwingend nötig.
Wer besonders gefÀhrdet ist
Veganer und Vegetarier tragen ein hohes Risiko, da B12 fast nur in tierischen Produkten vorkommt. Auch Menschen ĂŒber 60 sowie Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sind gefĂ€hrdet.
Ein oft ĂŒbersehener Faktor: Medikamente. Protonenpumpenhemmer gegen Sodbrennen und das Diabetes-Mittel Metformin beeintrĂ€chtigen die B12-Aufnahme. Auch nach Magen-Operationen ist die Aufnahme gestört.
Neue Studie: Auch normale Werte können riskant sein
Forscher der University of California, San Francisco, lieferten Ende Mai 2026 ĂŒberraschende Ergebnisse. Bei gesunden Senioren (Durchschnittsalter 71 Jahre) zeigten sich negative Effekte auf die Gehirnleistung â obwohl die B12-Werte noch im Normalbereich lagen.
Konkret: Probanden mit niedrigeren Werten des aktiven B12 verarbeiteten visuelle Reize langsamer. Im Gehirn fanden sich mehr LĂ€sionen der weiĂen Substanz. Die durchschnittlichen Werte lagen bei 414,8 pmol/l â weit ĂŒber der klassischen Mangelgrenze von 148 pmol/l. In der Fachwelt wird nun ĂŒber schĂ€rfere Grenzwerte diskutiert.
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So lÀsst sich ein Mangel feststellen
FĂŒr eine zuverlĂ€ssige Diagnose ist die Bestimmung des Holotranscobalamins (Holo-TC) aussagekrĂ€ftiger als der reine Serum-B12-Spiegel. Ein Test auf MethylmalonsĂ€ure (MMA) kann einen metabolischen Mangel bestĂ€tigen.
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt Erwachsenen 4 ”g tĂ€glich. Schwangere brauchen 4,5 ”g, Stillende 5,5 ”g. Bei nachgewiesenem Mangel helfen orale PrĂ€parate, Sprays oder Injektionen.
Vorsicht vor unkontrollierter Supplementierung
Toxikologen warnen vor einer unnötigen Einnahme von B12-PrĂ€paraten. Dr. Georg Aichinger von der ETH betont: âEine Supplementierung ist nur bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll.â Sonst drohen Wechselwirkungen oder Ăberdosierungen.
Ein extremes Beispiel machte in den vergangenen Tagen Schlagzeilen: Prominente nahmen tÀglich 35 verschiedene PrÀparate ein. Fachleute bezeichnen das als medizinisch nicht sinnvoll.
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