Vitamin, EVITA-Analyse

Vitamin C und Überleben: EVITA-Analyse zeigt HR von 0,35

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 02:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Phase-2-Studie bestätigte keinen Effekt auf das Zellwachstum; explorative Auswertungen zeigten ein Überlebenssignal und weniger schwere Ereignisse.

EVITA-Studie: Vitamin C bremst klonales Wachstum nicht
Ein steriler, heller medizinischer Laborraum mit leeren Glasbechern und Reagenzgläsern auf einer Edelstahlarbeitsfläche. Illustration mit AI erstellt.

In der klinischen Forschung zu klonalen Bluterkrankungen hat eine neue Untersuchung zur Wirkung von hochdosiertem Vitamin C Ernüchterung gebracht. Die im Fachjournal Cancer publizierte Phase-2-Studie EVITA (NCT03682029) untersuchte den Einfluss einer oralen Gabe von täglich 1000 mg Vitamin C über einen Zeitraum von zwölf Monaten bei Patienten mit klonaler Zytopenie unbestimmter Signifikanz (CCUS) sowie myeloiden Neoplasien mit niedrigem Risiko.

Wie aus einem Bericht von oncnursingnews.com vom 12.10.2026 hervorgeht, verfehlte die Studie ihren primären Endpunkt: Das klonale Wachstum der betroffenen Zelllinien konnte durch die Intervention nicht verlangsamt werden.

Klonales Wachstum zeigt keinen statistisch signifikanten Unterschied

Der primäre Fokus der EVITA-Studie lag auf der Messung der klonalen Wachstumsrate unter der Vitamin-C-Gabe im Vergleich zu einem Placebo. Die mediane klonale Wachstumsrate betrug 0,030 pro Jahr in der Vitamin-C-Gruppe gegenüber 0,046 pro Jahr im Placeboarm. Dies entsprach einer Differenz von -0,016 (95%-Konfidenzintervall -0,096 bis 0,064). Mit einem P-Wert von .70 erwies sich dieser Unterschied jedoch als statistisch nicht signifikant.

Damit konnte die Hypothese, dass eine kontinuierliche orale Supplementierung das Fortschreiten des klonalen Zellwachstums bei diesen hämatologischen Vorstufen und Niedrigrisiko-Erkrankungen direkt bremst, im primären Studienziel nicht bestätigt werden.

Signale beim Gesamtüberleben und bei unerwünschten Ereignissen

Trotz des verfehlten primären Endpunkts lieferten sekundäre Beobachtungen und nachgelagerte Auswertungen der Studie differenzierte Ergebnisse. In einer explorativen Post-hoc-Analyse zeigte sich ein längeres Gesamtüberleben unter Vitamin C mit einer Hazard Ratio (HR) von 0,35 (95%-Konfidenzintervall 0,17–0,71; P=.0025).

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Die EVITA-Studie hat ihr primäres Ziel verfehlt — und trotzdem ein Überlebenssignal gezeigt, das viele Fragen offen lässt. Wer die Zahlen selbst einordnen will, statt sich von Schlagzeilen treiben zu lassen, findet hier eine verständliche Aufbereitung. Kostenlosen Leitfaden zur EVITA-Einordnung anfordern

Während das mediane Gesamtüberleben in der Placebogruppe bei 42,2 Monaten lag, wurde dieser Wert im Vitamin-C-Arm im Erfassungszeitraum nicht erreicht.

Über ein medianes Follow-up von 33,6 Monaten traten in der Placebogruppe 24 Todesfälle auf, während in der Vitamin-C-Gruppe 11 Todesfälle registriert wurden. Auch hinsichtlich der Verträglichkeit ergaben sich Unterschiede im Studienkollektiv: Schwere unerwünschte Ereignisse wurden bei 33 Prozent der Patienten unter Vitamin C dokumentiert, verglichen mit 57 Prozent in der Placebogruppe.

Progressionsraten zu höhergradigen Erkrankungen

Hinsichtlich eines Fortschreitens der Erkrankung zu einem Hochrisiko-Malignom zeigte sich ein Trend, der jedoch keine statistische Signifikanz erreichte. In der Placebogruppe schritt die Erkrankung bei 9 Patienten fort, während dies in der Vitamin-C-Gruppe bei 5 Patienten der Fall war. Die berechnete Hazard Ratio lag bei 0,51 (95%-Konfidenzintervall 0,17–1,51; P=.22).

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Die Ergebnisse der EVITA-Studie unterstreichen die Komplexität des Einsatzes von Mikronährstoffen in der Onkologie. Während die direkte molekulare Bremsung des klonalen Wachstums ausblieb, werfen die explorativen Signale zum Überleben und zu unerwünschten Ereignissen Fragen für weitere spezialisierte Untersuchungen auf.

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