Vitamin D: 30 Prozent der Deutschen haben manifesten Mangel
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 19:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Daten zeigen: Trotz hoher UV-IntensitÀt haben viele Deutsche einen Mangel.
Rund 30,2 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden unter einem manifesten Vitamin-D-Mangel. Bei etwa 60 Prozent ist die Versorgung unzureichend. Auch in der Schweiz sieht es nicht besser aus: Laut OberĂ€rztin Albina Nowak vom Unispital ZĂŒrich weisen selbst im Hochsommer 10 bis 20 Prozent der Erwachsenen einen Mangel auf.
Warum der Körper nicht genug produziert
Die empfohlene tĂ€gliche Zufuhr liegt bei 20 Mikrogramm. Theoretisch reichen 5 bis 25 Minuten Sonne mehrmals pro Woche. Doch in der Praxis verhindern mehrere Faktoren die natĂŒrliche Bildung:
- Moderner Lebensstil: Die meiste Zeit verbringen wir drinnen â zu wenig UV-B-Strahlung erreicht die Haut.
- Sonnenschutz: Cremes und bedeckende Kleidung blockieren die Synthese komplett.
- Biologische Faktoren: Mit dem Alter lÀsst die HautfÀhigkeit nach. Menschen mit dunklerem Hauttyp brauchen deutlich lÀngere Exposition.
- ErnÀhrung und Vorerkrankungen: Vegane Kost oder Magen-Darm-Erkrankungen erhöhen das Risiko. Auch Adipositas ist ein Faktor.
Was ein Mangel wirklich bedeutet
Neue Studien belegen die klinische Relevanz. Eine Untersuchung im Juli 2026 in Regional Anesthesia & Pain Medicine mit 184 Frauen zeigte: Bei Brustkrebs-Operationen hatten Patientinnen mit Vitamin-D-Spiegeln unter 30 nmol/l ein dreifach höheres Risiko fĂŒr starke Schmerzen. Sie benötigten deutlich mehr Schmerzmittel wie Fentanyl oder Tramadol.
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Eine brasilianische Studie vom Juli 2026 deutet zudem an, dass ausreichend Vitamin D den Chemotherapie-Erfolg verbessern könnte. Bei der Knochengesundheit sieht es differenzierter aus: Eine Metaanalyse mit 154.000 Erwachsenen bestĂ€tigte, dass Vitamin D allein KnochenbrĂŒche nicht verhindert. Erst in Kombination mit Calcium sank das HĂŒftbruch-Risiko um 0,3 Prozent.
Vorsicht ist auch nach Operationen geboten: Zöliakiepatienten haben laut einer Studie aus den Annals of Gastroenterology nach einer Schlauchmagenoperation ein dreifach erhöhtes Risiko fĂŒr Vitamin-D-Mangel.
Wer supplementieren sollte â und wer nicht
Die WHO hat am 15. Juli 2026 ihre Empfehlungen aktualisiert: Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, ErnĂ€hrung und sozialen AktivitĂ€ten senkt das Demenzrisiko. Bis zu 45 Prozent der Risikofaktoren sind beeinflussbar. Von pauschalen VitaminprĂ€paraten rĂ€t die Organisation jedoch ab â es sei denn, ein Mangel ist nachgewiesen.
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Das gilt auch fĂŒr Kinder: Experten warnen vor regelmĂ€Ăiger Supplementierung ohne medizinische Indikation. Eine Ăberdosierung von Vitamin A und D kann gesundheitliche Komplikationen auslösen.
FĂŒr Erwachsene in Risikogruppen sieht es anders aus. Personen ĂŒber 65 oder Menschen, die sich kaum drauĂen aufhalten, sollten auch im Sommer supplementieren. Symptome wie MĂŒdigkeit, MuskelschwĂ€che oder erhöhte InfektanfĂ€lligkeit lassen sich so vermeiden.
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