Vitamin, Winter

Vitamin D bei Kindern: 60 bis 70 Prozent haben im Winter zu niedrige Werte

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 18:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Pädias Weichgummis liefern 800 I.E. Vitamin D3; Verbraucherschützer fordern strengere Werbeaufsicht für Nahrungsergänzungsmittel.

Pädia DeVit soft: Vitamin-D-Weichgummis für Kinder ab drei Jahren
Ein sonnendurchfluteter Wald im Spätherbst mit tiefstehender Sonne und langen Schatten auf einer frostigen Wiese. Illustration mit AI erstellt.

Das Pharmaunternehmen Pädia bewirbt mit DeVit soft Weichgummis ein Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung von Kindern während der Infektsaison. Das Präparat unter der Pharmazentralnummer 20099667 richtet sich an Kinder ab drei Jahren, enthält jeweils 800 I.E. Vitamin D3 und ist vegetarisch sowie zucker- und gelatinefrei konzipiert. Das Produkt greift eine Thematik auf, die mit Beginn der sonnenarmen Monate regelmäßig in den Fokus der pädiatrischen Nährstoffversorgung rückt.

Unterversorgung in den Wintermonaten

Die Relevanz einer zusätzlichen Gabe in den kälteren Monaten stützt sich auf pädiatrische Beobachtungen. Einer Publikation von Grasemann und Dalla-Pozza in der Fachzeitschrift Kinder- und Jugendmedizin aus dem Jahr 2026 zufolge weisen 60 bis 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland während der dunklen Jahreszeit zu niedrige Vitamin-D-Spiegel auf.

Hintergrund dieser Entwicklung ist der Mangel an natürlicher UV-Strahlung: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts steht die Sonne in den hiesigen Breitengraden zwischen Oktober und März schlicht zu niedrig, um eine nennenswerte körpereigene Vitamin-D-Synthese über die Haut zu ermöglichen.

Die von Pädia gewählte Dosierung orientiert sich dabei an gängigen ernährungswissenschaftlichen Richtwerten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt als Referenzwert bei fehlender körpereigener Bildung genau 800 I.E. (entsprechend 20 Mikrogramm) pro Tag für Kinder ab einem Jahr sowie für Jugendliche an.

Internationale Richtlinien und Empfehlungen

Auch auf internationaler Ebene wird der Bedarf bei Heranwachsenden regelmäßig neu bewertet. Die American Endocrine Society passte im Jahr 2024 ihre Leitlinien an und empfiehlt demnach eine generelle Vitamin-D-Supplementation für Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 18 Jahren, wie Demay und Kollegen im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism darlegten.

In den Vereinigten Staaten nennt das National Institutes of Health (NIH) hingegen eine Zufuhrempfehlung von 400 UI pro Tag für Säuglinge unter zwölf Monaten sowie 600 UI täglich für Kinder und Jugendliche im Alter von einem bis 18 Jahren.

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Ergänzend weisen die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) darauf hin, dass für gestillte Säuglinge ab den ersten Lebenstagen ein Supplement von 400 UI pro Tag angeraten wird. Keine zusätzliche Gabe sei nach US-Standards dagegen erforderlich, wenn Säuglinge täglich mindestens 946 Milliliter angereicherte Säuglingsnahrung erhalten.

In Rumänien wiederum wird die Thematik über eine offizielle Richtlinie zur Bewertung und Therapie von Vitamin-D-Defiziten aus dem Jahr 2019 durch das dortige Gesundheitsministerium geregelt.

Rechtlicher Rahmen und Verbraucherschutz

Nahrungsergänzungsmittel treffen in der Bevölkerung auf eine breite Nachfrage. Laut einer Studie im Auftrag von Lebensmittelklarheit.de, über die der Deutsche Lebensmittelverband informierte, nutzen acht von zehn Befragten regelmäßig solche Produkte.

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Rund jeder Fünfte vertrete zudem die Auffassung, die Einnahme gehöre fest zu einer gesunden Ernährung, wobei Vitamin D neben Vitamin C, Multivitaminpräparaten mit Mineralstoffen, Magnesium, Kalzium und Zink zu den beliebtesten Vitalstoffen zähle.

Verbraucherschützer mahnen im Umgang mit solchen Produkten jedoch zur Differenzierung. Der Verbraucherzentrale Bundesverband betont, dass Nahrungsergänzungsmittel rechtlich als Lebensmittel eingestuft sind. Das bedeutet, dass ihre Wirksamkeit vor dem Inverkehrbringen behördlich nicht überprüft werden muss.

Aus diesem Grund fordert der Verband unter anderem eine strengere Überwachung von Werbung auf Online-Plattformen. Vor der Verabreichung hoch dosierter Nährstoffpräparate an Kinder raten Fachleute generell zur genauen Abstimmung auf das Alter und den tatsächlichen Bedarf.

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