Vitamin-D-Mangel, Sonnenlicht

Vitamin-D-Mangel: Sonnenlicht deckt 80 bis 90 Prozent des Bedarfs

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 12:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Ratgeber erläutert Vitamin-D-Funktionen, Magnesiumhinweise und Vitamin-A-Quellen sowie Risiken durch übermäßige Einnahme.

Vitamin D und A: Mangel erkennen, Versorgung und Risiken verstehen
Durch Blätter fallendes Sonnenlicht auf einem moosbewachsenen Waldboden. Illustration mit AI erstellt.

Medizinische Ratgeber informieren über die Symptomatik, die Ursachen und die Dauer der therapeutischen Behebung von Mangelerscheinungen bei Vitamin D und Vitamin A. Im Mittelpunkt stehen dabei die physiologischen Mechanismen im menschlichen Stoffwechsel sowie Wege zur gezielten Bedarfsdeckung über Sonnenlicht, Nahrungsmittel und Nahrungsergänzung.

Knochenstoffwechsel und Synthese von Vitamin D

Vitamin D, zu dem die Calciferole D2 (Ergocalciferol) und D3 (Cholecalciferol) zählen, übernimmt eine zentrale Rolle bei der Knochenmineralisierung. Wie das Robert Koch-Institut darlegt, ist das Vitamin maßgeblich am Knochenstoffwechsel beteiligt, fördert die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm und steuert deren Einbau in die Knochensubstanz.

Den überwiegenden Teil – etwa 80 bis 90 Prozent – bildet der menschliche Körper durch Sonneneinstrahlung selbst in der Haut, während lediglich 10 bis 20 Prozent über die Nahrung zugeführt werden.

Voraussetzung hierfür ist UV-B-Strahlung mit einer Wellenlänge von 290 bis 315 Nanometern. In Deutschland ist diese körpereigene Synthese bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien in der Regel nur von März bis Oktober möglich. Als empfohlener Tagesbedarf gelten 20 Mikrogramm pro Tag.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums kann ein ausgeprägter Mangel schwerwiegende Symptome nach sich ziehen. Dazu zählen Knochenschmerzen, Knochenbrüche, Knochenverformungen an Rippen, Beinen und Wirbelsäule sowie Schwellungen am Knorpel-Knochen-Übergang.

Bei Kleinkindern zeigen sich Defizite mitunter durch ein verzögertes Schließen der Fontanelle oder eine Erweichung des Hinterkopfes. Zu den allgemeinen Mangelfolgen gehören zudem Muskelschwäche und eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Wechselwirkung mit Mineralstoffen und Einnahmehinweise

Für eine optimale Verwertung spielt das Zusammenspiel mit Mineralstoffen wie Magnesium eine wesentliche Rolle. Magnesium ist für den Muskel-, Nerven- und Knochenstoffwechsel unentbehrlich, kann vom Organismus jedoch nicht selbst synthetisiert werden. Ein erhöhter Bedarf tritt vor allem bei Schwangeren, Stillenden, sportlich aktiven Personen sowie Menschen mit Vorerkrankungen auf.

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Als Referenzwerte ab dem 19. Lebensjahr gelten 350 Milligramm täglich für Männer und 300 Milligramm für Frauen. Fehlt der Mineralstoff, können Muskelkrämpfe, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen und Beinen, sinkende Körpertemperatur, Frieren, Kopfschmerzen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen und Magen-Darm-Beschwerden die Folge sein.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betont, dass Vitamin D die Resorption von Magnesium im Darm unterstützt und ein ausgeglichener Vitamin-D-Spiegel diese Aufnahme verbessert. Dies stelle jedoch keine Empfehlung für einen vorbehaltlosen Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln dar.

Bei einer kombinierten Behandlung sollten Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel grundsätzlich nicht zeitgleich eingenommen werden; Fachleute empfehlen einen zeitlichen Abstand von mindestens einer bis zwei Stunden.

Pflanzliche Quellen und Carotinoid-Gehalt

Um den Bedarf an Vitamin A und dessen Vorstufen zu sichern, bieten sich pflanzliche Lebensmittel an. Nach Werten der Schweizer Nährwertdatenbank enthält gedämpfter Kürbis pro 100 Gramm rund 333 Mikrogramm Vitamin A sowie 2601 Mikrogramm Betacarotin. Der Brennwert liegt bei lediglich 29 Kilokalorien bei einem Wasseranteil von etwa 90 Prozent und circa 0,1 Gramm Fett.

Zudem liefert dieselbe Menge 12,2 Milligramm Vitamin C, 0,05 Milligramm Vitamin B1, 0,06 Milligramm Vitamin B2, 0,08 Milligramm Vitamin B6, 0,43 Milligramm Niacin (Niacinäquivalent: 0,7 Milligramm), 0,44 Milligramm Pantothensäure und 13,2 Mikrogramm Folat.

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Das Profil an Mineralstoffen pro 100 Gramm umfasst unter anderem 370 Milligramm Kalium, 67 Milligramm Chlorid, 43 Milligramm Calcium, 28 Milligramm Phosphor, 8,2 Milligramm Magnesium, 0,8 Milligramm Natrium, 0,2 Milligramm Eisen sowie jeweils 0,2 Mikrogramm Jod und Selen und 0,1 Milligramm Zink.

Hinsichtlich der Sortenwahl verweist Public Health England darauf, dass gebackener Butternut weniger Kalium, Vitamin A und Beta-Carotin bereitstellt als Hokkaido, was meist auf die Entfernung der Schale zurückgeht. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2023 zu Schalen und Fasern von acht Kürbissorten belegt, dass die Schale des Hokkaido-Kürbisses deutlich höhere Mengen an Carotinoiden aufweist als jene des Butternut-Kürbisses.

Hochdosierte Formen und kosmetische Verwendung

Konzentrierte Mengen fettlöslicher Vitamine finden sich in Lebertran aus Fischlebern von Schellfisch, Dorsch oder Kabeljau, der neben Omega-3-Fettsäuren auf einen Teelöffel (5 Milliliter) etwa 4500 Internationale Einheiten (IE) Vitamin A und 450 IE Vitamin D liefert.

Auch in der Tierernährung gelten feste Grenzen: Für Hunde liegt die Obergrenze bei 100 IE Vitamin A und 10 IE Vitamin D pro Kilogramm Körpergewicht. Für ein 10 Kilogramm schweres Tier bedeutet dies maximal 2,5 Milliliter pro Tag.

Eine unkontrollierte Gabe birgt Gefahren: Eine Überdosierung kann zu Vergiftungserscheinungen wie Haarausfall, Erbrechen und Leberschäden durch Vitamin A sowie Nierensteinen und Nierenversagen durch Vitamin D führen. Zudem sind Wechselwirkungen mit blutverdünnenden Arzneien wie Warfarin möglich, weshalb eine Abstimmung mit Tierärzten nötig ist.

In der Dermatologie und Kosmetik kommt die reine Vitamin-A-Säure (Retinsäure) in Pulverform zum Einsatz. Ihr Wirkprinzip basiert auf der Steuerung von Zellwachstum und Zelldifferenzierung. Retinsäure wird zur Milderung von Falten über die Stimulation der Kollagensynthese, zur Aknetherapie durch Regulation der Talgproduktion und porentiefes Peeling sowie zur Glättung des Hautbilds und Aufhellung von Hyperpigmentierungen verwendet.

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