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Vitamin D: Stiftung Warentest warnt vor Überdosierung in 5 von 25 Produkten

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Stiftung Warentest beanstandet zahlreiche Vitamin-D-Produkte, während Apotheker vor Überdosierungen und riskanten Internetkäufen warnen.

Vitamin-D-Präparate im Test: Viele Produkte zu hoch dosiert
Mehrere leere Pillendosen und Nahrungsergänzungsmittel auf einer sauberen, weißen Laboroberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Untersuchungen zum Verbraucherschutz sowie Berichte von Fachinstituten werfen im August 2026 ein kritisches Licht auf den Markt für Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland. Im Fokus stehen dabei insbesondere Vitamin-D-Präparate, bei denen Experten vor gesundheitlichen Risiken durch fehlerhafte Dosierungen und unkontrollierte Käufe warnen.

Aktuelle Daten legen nahe, dass ein Großteil der Bevölkerung zwar regelmäßig zu entsprechenden Produkten greift, die medizinische Notwendigkeit jedoch oft nicht gegeben ist.

Stiftung Warentest identifiziert Mängel bei Vitamin-D-Produkten

In der Ausgabe 1/2026 hat die Stiftung Warentest insgesamt 25 Vitamin-D-Präparate einer detaillierten Prüfung unterzogen. Das Ergebnis der Untersuchung verdeutlicht erhebliche Qualitätsunterschiede innerhalb der Produktgruppe.

Den Testern zufolge waren die meisten der untersuchten Präparate zu hoch dosiert. Dies führte dazu, dass 5 der 25 Produkte als „nicht geeignet“ eingestuft wurden. Als Begründung führten die Experten an, dass eine dauerhafte Überdosierung zu ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Nierenschäden führen könne.

Lediglich zwei Produkte im Testfeld erhielten eine ausdrückliche Empfehlung. Dabei handelt es sich um das Präparat „Vitamin D compact“ von GSE mit einer Dosierung von 200 i.E. pro Tag sowie „Vital Vitamin D“ von Rotkäppchen, das 400 i.E. pro Tag enthält. Um den individuellen Bedarf sicher festzustellen, verweisen Fachleute auf Bluttests, die preislich zwischen 20 und 50 Euro liegen.

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Diskrepanz zwischen Bedarf und Konsumverhalten

Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass rund 44 % der Erwachsenen in Deutschland gut mit Vitamin D versorgt sind. Demgegenüber steht laut einer Analyse der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ein hoher Verbreitungsgrad von Nahrungsergänzungsmitteln: Demnach nehmen 77 % der Deutschen regelmäßig solche Produkte ein. Experten weisen darauf hin, dass ein tatsächlicher Mangel nur bei spezifischen Gruppen wie Veganern oder chronisch Kranken vorliege.

Die gesundheitlichen Gefahren einer Überdosierung beschränken sich dabei nicht nur auf Vitamin D; so könne beispielsweise eine zu hohe Eisenaufnahme Organe schädigen. Vor diesem Hintergrund plant die Europäische Union derzeit neue Regelungen zur Begrenzung von Dosierungen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt bereits jetzt eine maximale tägliche Zufuhr von 20 µg (entspricht 800 i.E.) Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel.

Warnungen vor unkontrollierten Internetkäufen

Apotheker aus verschiedenen Regionen, unter anderem aus Essen und dem Kreis Kleve, warnten im August 2026 verstärkt vor dem Erwerb hochdosierter Präparate aus zweifelhaften Internetquellen. Eine fachliche Beratung sei unverzichtbar, da ein einfacher Klick auf einen Bestellbutton die notwendige Risikoaufklärung nicht ersetzen könne.

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Wie gefährlich eine Fehlmedikation sein kann, zeigte ein Vorfall aus dem Juli 2026. In diesem Zusammenhang berichteten Apotheker von einer schweren Vitamin-D-Vergiftung bei einem Säugling, die durch die Verabreichung eines für Erwachsene konzipierten Präparats verursacht wurde.

Qualitätsmängel bei Multivitamin- und Kombinationspräparaten

Nicht nur isolierte Vitamin-D-Präparate stehen in der Kritik. Eine Untersuchung von Öko-Test befasste sich mit 18 Multivitaminsäften, von denen kein Produkt die Bestnote „sehr gut“ erreichte. Während der „K-Classic Multivitaminsaft“ von Kaufland als Testsieger mit „gut“ bewertet wurde, wies auch dieser laut Bericht Überdosierungen bei drei Vitaminen auf.

Zudem wurden in 15 Produkten Rückstände des Pestizids Captan nachgewiesen. Bei namhaften Produkten wie Hohes C Multi und Valensina Multi-Vitamin wurde festgestellt, dass die Grenzwerte des BfR bei vier Vitaminen überschritten wurden.

Parallel dazu veröffentlichte CHIP.de Analysen zu Vitamin-B-Komplexen, wobei Produkte wie Sunday Natural „B Komplex bioaktiv Forte“ oder Nature Love aufgrund ihrer Zusammensetzung hervorgehoben wurden, während gleichzeitig die generelle Warnung der Stiftung Warentest vor Überdosierungen auch in diesem Segment Bestand hat.

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