Vitamin, Meta-Analyse

Vitamin D2: Meta-Analyse zeigt sinkende D3-Blutwerte um 9–18 nmol/ l

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 12:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Meta-Analyse verbindet Vitamin D2 mit niedrigeren D3-Werten; langfristige Folgen bleiben offen, und für pauschale Ergänzung zeigte sich kein überzeugender Nutzen.

Vitamin D2 senkt D3-Blutwerte: Was Studien zu den Folgen zeigen
Symbolbild: SchĂĽssel mit frischem Salat Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Zufuhr von Mikronährstoffen steht regelmäßig im Fokus ernährungswissenschaftlicher Untersuchungen. Eine 2025 in der Fachzeitschrift Nutrition Reviews veröffentlichte Meta-Analyse liefert neue Einblicke in das Zusammenspiel verschiedener Formen von Vitamin D. Forschende der University of Surrey, des John Innes Centre und des Quadram Institute Bioscience stellten fest, dass die Einnahme von Vitamin D2 mit niedrigeren Blutwerten von 25-Hydroxyvitamin D3 einhergeht.

Messbare Veränderungen der Blutspiegel

Für die Hauptanalyse der Forschungsgruppe lieferten 11 von insgesamt 20 geprüften Studien verwertbare Daten. Je nach Auswertung lag die mittlere Abnahme des 25-Hydroxyvitamin-D3-Spiegels bei etwa 9–18 nmol/l. Die Forschenden betonten zugleich, dass eine Gabe von Vitamin D2 keineswegs wirkungslos bleibe, da sie parallel den Wert von 25-Hydroxyvitamin D2 anhebe.

Unter Verweis auf das US-amerikanische National Institutes of Health (NIH) führten die Wissenschaftler an, dass Vitamin D3 den Gesamt-Vitamin-D-Spiegel tendenziell stärker und über einen längeren Zeitraum erhöht sowie aufrechterhält als Vitamin D2. Ob die beobachtete D3-Abnahme unter D2-Gabe langfristige gesundheitliche Konsequenzen nach sich zieht, gilt bislang als ungeklärt. Auch immunologische Befunde belegen diesbezüglich keine Infektionsprävention.

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Physiologische Wirkungen und Unterschiede der Formen

Eine 2026 vorgelegte systematische Ăśbersichtsarbeit zu 26 randomisierten Studien mit Vitamin D2 zeigte weitere physiologische Effekte auf. Demnach fĂĽhrte die Intervention zu niedrigeren Parathormonwerten sowie zu einem leichten Anstieg des Kalziumspiegels im Blut.

Unterschiede zwischen den beiden Verbindungen zeigten sich auch auf zellulärer Ebene. Eine frühere Immunstudie beobachtete, dass Vitamin D3 – anders als Vitamin D2 – mit einer Aktivierung der Typ-I-Interferon-Signalgebung verbunden war. Auch dieser Befund belegt jedoch keine Prävention von Infektionen.

Grundsätzlich vermögen beide Formen den Vitamin-D-Spiegel im Blut anzuheben, wenngleich D3 beim Aufbau und Erhalt der Konzentration als wirksamer eingestuft wird. Vitamin D2 wird häufig aus UV-bestrahlter Hefe oder Pilzen gewonnen. Vitamin D3 hingegen entsteht natürlicherweise durch Sonnenlicht in der Haut, steht mittlerweile aber auch aus tierfreien Flechten zur Verfügung.

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Relevanz für Allgemeinbevölkerung und Risikogruppen

Die klinische Einordnung von Zielwerten variiert je nach Vorerkrankung. Ein im Jahr 2025 in der Fachzeitschrift Clinical Osteology veröffentlichter Überblick berichtet, dass bei Nierenerkrankungen, Nierenversagen sowie nach Transplantationen ein 25-Hydroxyvitamin-D-Serumwert von über 75 nmol/l angestrebt werden sollte. Für die gesunde Allgemeinbevölkerung gilt demgegenüber ein Wert von über 50 nmol/l als akzeptabel.

Über den Nutzen einer pauschalen Nahrungsergänzung liegen differenzierte Daten vor. Im Rahmen der VITAL-Studie erhielten mehr als 25.000 Personen über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren täglich 2.000 IU Cholecalciferol. Bei einer nicht ausgewählten Allgemeinbevölkerung ohne vorab diagnostizierten Vitamin-D-Mangel konnte die Untersuchung für die geprüften Skelett- und Nicht-Skelett-Endpunkte keinen überzeugenden Nutzen feststellen.

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