Vitamin-Gummis, Which-Test

Vitamin-Gummis im Which?-Test: Bis zu achtmal teurer als Tabletten

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 07:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Which?-Untersuchung findet in Gummis und Sprays weniger NÀhrstoffe und höhere Preise als in klassischen Tabletten.
Leerer Labortisch mit rohen Zutaten und Glasbechern in einer minimalistischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

NahrungsergÀnzungsmittel in Form von Fruchtgummis oder Sprays erfreuen sich wachsender Beliebtheit, weisen im Vergleich zu klassischen Tabletten jedoch erhebliche Nachteile bei Zusammensetzung und Preis-Leistungs-VerhÀltnis auf.

Wie eine Untersuchung der britischen Verbraucherorganisation Which? aus einem Bericht vom 21. Oktober 2026 anhand von 20 beziehungsweise 23 PrĂ€paraten aus den Bereichen Multivitamine, Magnesium und Menopause darlegt, kosten Gummis und Sprays bis zu achtmal mehr als Tabletten, liefern dabei jedoch spĂŒrbar weniger NĂ€hrstoffe.

Von 23 erwarteten NĂ€hrstoffen enthielten die geprĂŒften Alternativformen maximal 14 und minimal lediglich 7 Substanzen. Keines der untersuchten Produkte erreichte den Best-Buy-Status der Organisation.

Deutliche LĂŒcken im NĂ€hrstoffprofil

Die Defizite zeigen sich quer durch verschiedene Anwendungsbereiche. Bei Multivitamin-PrÀparaten fehlten Calcium und Magnesium in den getesteten Gummis weitgehend. So enthalten die Multivitamin-Gummis von New Leaf lediglich 1,5 Mikrogramm Vitamin D, was 15 Prozent der Empfehlung des britischen Gesundheitsdienstes NHS von 10 Mikrogramm entspricht. Viele andere Produkte wiesen 5 Mikrogramm auf, was der HÀlfte der empfohlenen Menge entspricht.

Auch bei Markenprodukten zeigen sich Diskrepanzen: Die Multivitamin-Gummis von Boots kosten 15 Pence pro Tagesdosis, enthalten 9 Vitamine – keines davon in der empfohlenen Dosis, sondern lediglich zwischen 25 und 60 Prozent – und beinhalten 20 Zusatzstoffe. Dagegen bieten die Boots A-Z Tabletten fĂŒr 7 Pence pro Tagesdosis 23 NĂ€hrstoffe bei lediglich 10 Zusatzstoffen.

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Bei speziellen Produkten wie den Perimenopause Support Gummis von Health & Her fallen bei einer Verzehrempfehlung von 6 Gummis tÀglich Kosten von 1 Pfund pro Tag an, ohne dass Calcium enthalten ist. Das Multivitamin-Spray von Natures Aid kostet 17 Pence pro Tagesdosis; es deckt zwar Vitamin D und B12 ab, erreicht jedoch bei den Vitaminen A und C nur 12,5 Prozent des Tagesbedarfs.

Hohe Mehrkosten bei Magnesium-PrÀparaten

Besonders stark fallen die Preisunterschiede bei Magnesium-Produkten ins Gewicht. Magnesium-Citrat-Gummis von Holland & Barrett kosten 63 Pence fĂŒr 150 Milligramm des Mineralstoffs, wĂ€hrend Tabletten desselben Anbieters 300 Milligramm fĂŒr 30 Pence bereitstellen.

Die Magnesium Super Strength Gummis von Starpowa werden als hochdosiert vermarktet und kosten 1,33 Pfund pro Tagesdosis, liefern jedoch mit 206 Milligramm deutlich weniger als den empfohlenen Referenzwert (NRV) von 375 Milligramm.

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Im Gegensatz dazu liefern die Magnesium Complex Tabletten von Nutriva 400 Milligramm fĂŒr 17 Pence pro Tagesdosis. Ein Wechsel von den Starpowa-Gummis zu diesen Tabletten ermöglicht laut dem Bericht eine jĂ€hrliche Ersparnis von 423,40 Pfund.

Insgesamt bewegen sich die Tagesdosen geprĂŒfter Magnesium-Gummis zwischen 75 und 300 Milligramm, zumeist bei rund 150 Milligramm, und liegen damit unter dem Referenzwert von 375 Milligramm. Lediglich Vitamin-D-Gummis deckten den Bedarf zumeist ab.

Ursachen und Reaktionen der Hersteller

Der Grund fĂŒr die geringere Wirkstoffdichte liegt in der Darreichungsform: Gummis erfordern den Einsatz von Zucker, Aromen, Geliermitteln und Stabilisatoren. Diese Hilfsstoffe beanspruchen physischen Raum, der fĂŒr NĂ€hrstoffe verloren geht. In der Folge zahlten Verbraucher hunderte Pfund mehr als notwendig.

Die Anbieter Boots sowie Holland & Barrett verteidigten ihr Sortiment mit dem Hinweis, dass Gummis eine wichtige Option fĂŒr Personen darstellten, die keine Tabletten schlucken können. Zudem sei der NRV-Referenzwert nicht als zwingendes Ziel fĂŒr Supplemente zu verstehen.

GrundsĂ€tzlich weist der NHS darauf hin, dass eine ausgewogene ErnĂ€hrung den NĂ€hrstoffbedarf in den meisten FĂ€llen deckt und Supplemente lediglich fĂŒr bestimmte Personengruppen sinnvoll sind.

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