Vitamin K2: Neue Studien belegen 29% weniger Gefäßverkalkung
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vitamin K2 rückt ins Zentrum der Herzforschung. Gleich mehrere aktuelle Studien belegen: Das Vitamin kann Gefäßverkalkungen deutlich verlangsamen – und senkt langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
29 Prozent weniger Kalk in den Arterien
Eine doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studie aus dem Jahr 2026 im Fachmagazin JAMA Cardiology liefert klare Daten. Teilnehmer mit stabiler koronarer Herzkrankheit – 78 Prozent von ihnen nahmen bereits Statine – erhielten täglich 360 Mikrogramm Vitamin K2 in der Form MK-7 (MenaQ7®).
Nach 24 Monaten zeigte sich: Die Neubildung von Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen reduzierte sich um 29 Prozent. Die Zunahme der Kalziummasse verringerte sich sogar um 42 Prozent. Weitere Untersuchungen aus der Schweiz und Österreich bestätigen den Trend: MK-7 verlangsamt die Kalzifikation über zwei Jahre hinweg. Bestehende Plaques lösen sich allerdings nicht auf.
Langzeitdaten aus Dänemark: 14 Prozent weniger Risiko
Noch bedeutender sind die Ergebnisse einer dänischen Langzeitstudie im Journal of the American Heart Association. Über 23 Jahre begleiteten Forscher mehr als 50.000 Personen und analysierten den Zusammenhang zwischen Vitamin-K-Aufnahme und Krankenhausaufenthalten durch Atherosklerose.
Die Zahlen sprechen für sich: Eine hohe Zufuhr von Vitamin K1 senkte das Risiko um 21 Prozent, Vitamin K2 um 14 Prozent. Besonders deutlich fiel der Effekt bei peripheren Arterienerkrankungen aus – hier lag das Risiko um 34 Prozent niedriger. Das bedeutet weniger stationäre Behandlungen und entlastet das Gesundheitssystem.
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Wie Vitamin K2 im Körper wirkt
Der Mechanismuss ist gut erforscht. Vitamin K2 aktiviert das Matrix-Gla-Protein (MGP) – einen der stärksten natürlichen Hemmstoffe gegen Gefäßverkalkung. MGP verhindert, dass sich Kalzium in den Arterienwänden ablagert. Parallel aktiviert Vitamin K2 das Protein Osteocalcin, das Kalzium in die Knochenmatrix einbaut.
Entscheidend ist die Synergie mit Vitamin D. Während Vitamin D die Kalziumaufnahme im Darm fördert, sorgt Vitamin K2 für die korrekte Verteilung. Fehlt Vitamin K2, droht das aufgenommene Kalzium in Weichteilen und Gefäßen zu landen – statt im Skelett.
Wo steckt Vitamin K2 drin?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen 60 bis 80 Mikrogramm Vitamin K pro Tag. Die Aufnahme erfolgt über zwei Hauptformen:
- Vitamin K1 (Phyllochinon): Vor allem in grünem Blattgemüse. Grünkohl enthält rund 817 µg pro 100 Gramm, Spinat etwa 305 µg. Essenziell für Blutgerinnung und Osteocalcin-Aktivierung.
- Vitamin K2 (Menachinon): Wird von Bakterien synthetisiert. Quellen: Natto (fermentierte Sojabohnen), Kefir, Sauerkraut, gereifter Käse, Eigelb und Leber.
Die Form MK-7 wird bis zu zehnmal besser absorbiert als Vitamin K1. Fachleute empfehlen zudem den täglichen Verzehr von fünf bis sechs Trockenpflaumen. Vorsicht gilt bei der Einnahme von Blutverdünnern wie Warfarin – eine Supplementierung sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
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Mehr als nur Vitamin K2
Die Erkenntnisse zu Vitamin K2 sind Teil eines größeren Fortschritts in der Kardiologie. Eine Studie der Universität Oxford identifizierte zwölf Proteine, die für ischämische Herzkrankheiten mitverantwortlich sind. Forscher aus Würzburg und Heidelberg veröffentlichten im Juli 2026 neue Erkenntnisse über genetische Mutationen (RBM20), die schwere Kardiomyopathien auslösen können.
Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf entdeckte zudem einen Signalweg, der arterielle Thrombosen hemmt – ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat in diesem Kontext zwölf neue Medikamente zur Zulassung empfohlen, darunter Lyrokaul und Evlarco. Die Dynamik in der kardiovaskulären Forschung ist enorm.
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