Vitaminwässer, Produkten

Vitaminwässer: 24 von 35 Produkten überdosiert mit Vitaminen

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 15:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein medizinischer Fall zeigt lebensbedrohliche Folgen von Saftkuren. Verbraucherschützer kritisieren überteuerte Vitaminwässer mit hohem Zuckergehalt.

Gesundheitsrisiken durch Fruchtsäfte und Vitaminwässer
Ein Glas frisches Wasser neben einem Glas Fruchtsaft auf einem Holztisch, beleuchtet durch sanftes Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Fruchtsäfte und Vitaminwässer gelten als gesunde Durstlöscher. Doch aktuelle Fälle und Marktchecks zeigen: Der unkritische Konsum kann gefährlich werden.

Lebensgefahr durch Saft-Entgiftung

Eine 64-jährige Diabetikerin ersetzte über einen Monat lang komplett Wasser durch Fruchtsaft – zur „Entgiftung“. Das Ergebnis: Ihr Blutzucker lag bei 1000 mg/dl, dem Zehnfachen des Normalwerts. Der Langzeitwert HbA1c betrug 14,5 Prozent. Dazu kamen Ketoazidose und Hyperosmolarität.

Erst eine mehrtägige Intensivbehandlung mit Flüssigkeit, Insulin und Elektrolyten stabilisierte die Patientin. Ärzte warnen eindringlich davor, Wasser durch zuckerhaltige Säfte zu ersetzen. Besonders bei bestehenden Vorerkrankungen drohen massive Komplikationen.

Vitaminwässer: Teuer und oft überdosiert

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt untersuchte im Mai 35 Vitaminwässer. Das Ergebnis: Die Produkte kosten im Schnitt 2,47 Euro pro Liter – normales Mineralwasser gibt es ab 019 Euro. Doch der Preis ist nicht das einzige Problem.

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  • 24 Produkte überschritten die Höchstmengen-Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung
  • Zuckergehalte von bis zu 6,7 Gramm pro 100 Milliliter
  • Viele enthalten Süßstoffe und Aromen, Pflanzenextrakte dienen oft nur der Optik

Das Bundeszentrum für Ernährung betont: Eine ausgewogene Ernährung deckt den Vitaminbedarf komplett. Solche Getränke sind schlicht überflüssig.

Saure Attacke auf den Zahnschmelz

Populäre Trendmarken wie Holy haben einen pH-Wert von 3,19 – ein saures Milieu, das den Zahnschmelz angreift. Das zeigte eine Analyse des ARD-Formats „buy better“ im Juli. Zudem warnten Experten vor Überdosierungen der Vitamine B6, D3 und C bei dauerhaftem Konsum.

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Auch Koffein ist ein Problem: Produkte wie Meßmer Cold Tea oder Waterdrop enthalten Mengen, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sind. Ein Kaltaufguss-Tee bringt es auf bis zu 105 mg Koffein pro 500 ml.

Trinken während des Essens: Ein Irrtum?

Die Cornell University und die Pennsylvania State University fanden heraus: Wer während der Mahlzeiten viel trinkt, nimmt mehr Kalorien zu sich. Das Sättigungsgefühl tritt verzögert ein.

Die Empfehlung von Ernährungsexperten ist klar: Reines Leitungswasser bleibt das gesündeste und günstigste Getränk. Von industriellen „Wellness“-Produkten und exzessivem Saftkonsum raten sie ab – die Risiken überwiegen den Nutzen bei weitem.

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