Voice-Phishing: KI erkennt Betrugsnetzwerke mit 95% Genauigkeit
Veröffentlicht: 29.06.2026 um 18:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Forscher des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) haben eine neue Methode zur Erkennung von Voice-Phishing-Netzwerken entwickelt. Die von Kyungjong Kim und Lanu Kim vorgestellte Studie nutzt Machine-Learning-Modelle, um Betrugsaktivitäten anhand von Anrufprotokollen zu identifizieren.
Algorithmen mit über 95 Prozent Genauigkeit
Die Untersuchung basiert auf Daten aus Südkorea. Die Forscher setzten verschiedene Algorithmen wie Random Forest, Gradient Boosting und Multi-Layer Perceptron (MLP) ein. Die Modelle erzielten eine Genauigkeit von über 95 Prozent und eine Trefferquote von mehr als 97 Prozent. Gefördert wurde die Arbeit durch die National Research Foundation of Korea.
Typische Merkmale von Betrugsnetzwerken
Die Analyse offenbarte charakteristische Verhaltensmuster: Voice-Phishing-Netzwerke zeigen stark konzentrierte Aktivität an Wochentagen, kurze Gesprächsdauern und ein hohes Verhältnis von ausgehenden zu eingehenden Anrufen. Betrüger nutzen zudem häufig Anschlüsse von Mobilfunk-Discountern (MVNO).
Diese Merkmale erlauben es, verdächtige Rufnummerngruppen frühzeitig zu markieren. Die Analyse der Anrufprotokolle macht die organisierte Struktur hinter den betrügerischen Anrufen sichtbar.
Schutz direkt auf dem Smartphone
Parallel dazu rücken neue Sicherheitsfunktionen für Android-Smartphones in den Fokus. KI-basierte Betrugserkennung analysiert Gespräche lokal auf Pixel-Geräten und erkennt verdächtige Sprachmuster in Echtzeit.
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Ein spezieller Handschlag über den RCS-Standard soll die Echtheit der Stimme verifizieren und Deepfakes erschweren. Weitere Maßnahmen: Abgleich von Finanzanrufen mit verifizierten Banken-Apps, automatisiertes Call Screening mit Live-Transkription und erweiterte Spam-Filter.
Aktionswoche in Deutschland
Die Relevanz technologischer Fortschritte zeigt die aktuelle Sicherheitslage in Deutschland. Die Sicherheitskooperation mehrerer Bundesländer – Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – führt eine Aktionswoche gegen Straftaten zum Nachteil älterer Menschen durch. Im Fokus: Schockanrufe, Enkeltrick-Varianten und Cybercrime.
Täter werden professioneller
Branchenanalysten beobachten eine zunehmende Professionalisierung der Tätergruppen. Während klassische Betrugsmaschen hohe Fallzahlen generieren, nehmen komplexe Angriffe wie CEO Fraud zu. In der Vergangenheit verursachten solche Taten Schäden in zweistelliger Millionenhöhe bei Unternehmen wie Leoni oder FACC.
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Deepfake-Videocalls haben laut Berichten bereits Schäden von über 25 Millionen US-Dollar bei einzelnen Unternehmen verursacht.
Neben technischer Detektion empfehlen Sicherheitsbehörden organisatorische Schutzmaßnahmen: das Vier-Augen-Prinzip bei Finanztransaktionen, feste Freigabegrenzen und konsequente Verifikation von Anweisungen durch Rückrufe über offizielle Kanäle.
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