Vorhofflimmern, Bad

Vorhofflimmern: Bad Berka erprobt Eingriff ohne Herz-Lungen-Maschine

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 14:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Herzzentrum Bad Berka kombinierte erstmals bei drei Patienten eine minimalinvasive Ablation mit Herzohrverschluss ohne Herz-Lungen-Maschine.

RHÖN-KLINIKUM: Bad Berka führt neue Vorhofflimmer-OP ein
Moderner, steriler Operationssaal in einer Klinik mit medizinischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen und stellt die klinische Versorgung vor erhebliche Herausforderungen. Bei der Behandlung von komplexen Krankheitsverläufen erproben spezialisierte Einrichtungen daher zunehmend neue operative Ansätze.

Als erstes Zentrum in Thüringen setzt das Herzzentrum der Zentralklinik Bad Berka, das zur RHÖN-KLINIKUM AG gehört, ein neuartiges Verfahren ein: eine komplett thorakoskopische, minimalinvasive chirurgische Ablation kombiniert mit einem Herzohrverschluss, die gänzlich ohne den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine auskommt. Bundesweit zählt die Klinik damit zu den wenigen Zentren, die diesen Eingriff anbieten.

Minimalinvasiver Eingriff ohne Herz-Lungen-Maschine

Das Verfahren kommt insbesondere bei Patientengruppen infrage, bei denen herkömmliche Behandlungswege an Grenzen stoßen. In der Zentralklinik Bad Berka wurde die Methode erstmals an 3 Patienten angewendet, die unter anhaltendem Vorhofflimmern sowie einer deutlich erweiterten linken Vorkammer litten.

Der operative Ansatz kombiniert die Verödung des entsprechenden Herzgewebes zur Unterbindung von Störimpulsen mit dem mechanischen Verschluss des Herzohrs, um das Risiko von Gerinnselbildungen und Schlaganfällen zu minimieren. Da der Eingriff thorakoskopisch über kleine Zugänge und am schlagenden Herzen erfolgt, entfällt die sonst bei offenen Operationen notwendige Belastung durch eine Herz-Lungen-Maschine.

Therapeutische Lücke zwischen Katheter und offener Operation

Aus kardiologischer und herzchirurgischer Sicht erweitert das Vorgehen das Spektrum der Rhythmologie erheblich. Dr. Marco Mierzwa, Leitender Oberarzt der Kardiochirurgie an der Zentralklinik Bad Berka, ordnet das Konzept ein: Die Methode schließe die therapeutische Lücke zwischen einer reinen Katheter-Ablation und einer großen, offenen Herzoperation.

Anzeige

Bei fortgeschrittenem Vorhofflimmern und erweiterter Vorkammer stößt die Katheterablation oft an ihre Grenzen — eine offene Operation am Brustkorb bedeutet dagegen ein hohes Trauma. Ein thorakoskopischer Eingriff am schlagenden Herzen, ganz ohne Herz-Lungen-Maschine, eröffnet einen Mittelweg. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf Sie bei der Klinikwahl achten sollten. Kostenlosen Herz-Ratgeber anfordern

Während die Katheterablation bei fortgeschrittenen Befunden oder anatomischen Veränderungen mitunter keine dauerhafte Rhythmusstabilität erzielt, bedeutet ein offener Eingriff am Brustkorb ein hohes operatives Trauma. Die thorakoskopische Vorgehensweise biete hier einen Mittelweg mit geringerer Invasivität.

Hohe Fallzahlen unterstreichen Versorgungsbedarf

Wie relevant schonendere und zugleich effektive Behandlungsoptionen sind, belegen die epidemiologischen Rahmendaten. Nach Angaben der Zentralklinik Bad Berka leiden in Deutschland rund 1,8 Mio. Menschen an Vorhofflimmern. Zudem dokumentierte der Herzbericht 2024 diesbezüglich 360.000 Krankenhauseinweisungen, was die Belastung des Gesundheitssystems durch die Erkrankung verdeutlicht.

Anzeige

Gerinnsel im Herzohr zählen zu den häufigsten Auslösern eines Schlaganfalls bei Vorhofflimmern. Moderne Eingriffe verbinden die Verödung der Störimpulse mit einem mechanischen Verschluss des Herzohrs — über kleine Zugänge statt über den offenen Brustkorb. Wie Sie diesen Schutzweg für sich prüfen, lesen Sie in unserem kostenlosen Ratgeber. Schritt für Schritt zur Zweitmeinung

Die Etablierung moderner chirurgischer Techniken stützt sich dabei auf gewachsene Versorgungsstrukturen: Die Zentralklinik Bad Berka verfügt über 21 Fachkliniken und blickt auf eine über 120-jährige Geschichte zurück.

Mit 1.800 Mitarbeitenden versorgt das Haus jährlich rund 40.000 Patienten. Die Einführung des kombinierten Ablations- und Verschlussverfahrens markiert einen weiteren Schritt in der Weiterentwicklung der herzchirurgischen Behandlungspfäde für chronisch herzkranke Patienten in der Region.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70233230 |