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VPN-Apps: 281 getestete Anwendungen mit massiven Sicherheitslücken

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 06:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Forscher decken bei 61 von 281 getesteten VPN-Apps unverschlüsselte Datenübertragungen auf. Viele Anwendungen lecken sensible Nutzerdaten an Werbenetzwerke.

Android-VPN-Studie: Massive Sicherheitsmängel bei Gratis-Apps
Eine stilisierte Darstellung von Daten, die unsicher von einem Android-Telefon fließen, mit zerbrochenen Schildsymbolen und fragmentierten Netzwerkleitungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Wissenschaftler der University of Michigan, der University of New Mexico und des IIT Delhi präsentierten ihre Ergebnisse auf der Fachkonferenz NDSS 2026. Die betroffenen Anwendungen kommen zusammengenommen auf mehr als 2,4 Milliarden Downloads.

Daten fließen unverschlüsselt

Für ihre Analyse entwickelten die Forscher ein spezielles Framework namens MVPNalyzer. Damit testeten sie insgesamt 281 VPN-Apps. Das Ergebnis: Bei 61 Anwendungen wurden Daten unverschlüsselt übertragen – über 10.500 einzelne Vorfälle dokumentierten die Experten. In einigen Fällen luden die Apps sogar ihre eigenen Konfigurationsdateien ungeschützt herunter.

29 der getesteten Apps leckten zudem den DNS- oder Browser-Traffic. Das Versprechen einer anonymen Internetnutzung? Nicht eingelöst. Besonders negativ fiel eine App mit der Kennung com.kylovpn auf: Hier zählten die Forscher mehr als 2.000 unverschlüsselte Übertragungen. 18 Anwendungen fragten IP-Adressen über unsichere HTTP-Verbindungen ab.

Werbung statt Privatsphäre

Neben den technischen Mängeln kritisieren die Forscher die Datenaustausch-Praktiken vieler Anbieter. 76 Apps übertrugen eindeutige Geräte-IDs oder Werbe-IDs an externe Plattformen. Insgesamt bauten 246 der 281 untersuchten Anwendungen Verbindungen zu Werbenetzwerken auf.

Bei den Sicherheitsstandards sieht es düster aus: 107 von 108 OpenVPN-basierten Apps hielten grundlegende Verschlüsselungsanforderungen nicht ein oder nutzten schwache Konfigurationen. Rund 20 Prozent verwendeten veraltete Verfahren wie Blowfish oder Triple DES. Etwa 60 Prozent verzichteten auf essenzielle Sicherheitshärtung.

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KI-gestützte Angriffe auf dem Vormarsch

Die VPN-Studie kommt zu einem Zeitpunkt wachsender Bedrohungen für mobile Geräte. Aktuell warnt die Branche vor der Android-Malware PromptSpy. Sie nutzt generative KI, um die Erfolgsraten bei Phishing-Angriffen zu steigern. Die Klickrate liegt bei KI-gestützten Versuchen auf Mobilgeräten bei bis zu 54 Prozent – klassische Methoden kommen nur auf 12 Prozent.

Google reichte Mitte Juni 2026 eine Zivilklage gegen die Gruppierung Outsider Enterprise ein. Sie soll Infrastrukturen für solche Angriffe bereitgestellt haben. Der Schaden seit Ende 2025: rund 1,7 Milliarden Euro.

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Was Nutzer jetzt beachten sollten

Der Bundesrat beschloss im Juli 2026 einen Entwurf zur Reform des Bundesdatenschutzgesetzes. Er sieht unter anderem eine stärkere Institutionalisierung der Datenschutzkonferenz vor. Google plant für Android eine spezielle Betrugserkennung, Apple kündigte ähnliche Funktionen an.

Bis dahin gilt: Vorsicht bei kostenlosen VPN-Anbietern. Wer keine transparenten Sicherheitsstandards nachweisen kann, sollte tabu sein.

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