VPN-Apps, Tracking-Funktionen

VPN-Apps: 85% enthalten versteckte Tracking-Funktionen

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 20:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Proton-Auswertung von 390 VPN-Apps zeigt weit verbreitetes Tracking, Standortzugriffe und teils verschleierte Eigentümerstrukturen.

Proton-Analyse: Mobile VPN-Apps sammeln vielfach Nutzerdaten
Ein dunkles Smartphone auf einem Holztisch, das stellvertretend für Datenschutzrisiken bei mobilen VPN-Apps steht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Sicherheitsuntersuchung des Dienstleisters Proton warnt vor erheblichen Datenschutzrisiken bei der Nutzung mobiler VPN-Anwendungen. Die Analyse von über 7.000 Apps zeigt, dass ein Großteil der Programme Funktionen zur Nutzerverfolgung enthält, wobei Daten in erheblichem Umfang ins Ausland abfließen. Besonders kritisch werden dabei Anwendungen bewertet, die Informationen an Server in China und Russland übermitteln.

Den vorliegenden Ergebnissen zufolge verzeichneten VPN-Apps, die mit Trackern ausgestattet sind und Daten nach China senden, etwa 1,5 Millionen Downloads in den USA. Bei Anwendungen, deren Tracking-Funktionen Daten nach Russland weiterleiten, beläuft sich die Zahl der US-Downloads auf 1,4 Millionen.

Die Experten von Proton weisen darauf hin, dass Millionen von Nutzern durch solche integrierten Tracker unbeabsichtigt ihre Privatsphäre gefährden könnten, während sie eigentlich Schutz durch eine verschlüsselte Verbindung suchen.

Massive Verbreitung von Analyse- und Werbetrackern

Die Untersuchung von 390 spezifischen VPN-Anwendungen ergab, dass 85 Prozent der in den USA heruntergeladenen mobilen VPN-Apps Tracking-Funktionen enthalten. Diese Mechanismen werden primär für Werbezwecke, zur Profilierung der Anwender oder für detaillierte Nutzungsanalysen eingesetzt. Damit konterkarieren viele Anbieter das Kernversprechen eines Virtual Private Network (VPN), nämlich die Anonymität und den Schutz der digitalen Identität.

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Besonders sensibel ist der Umgang mit Standortinformationen. Laut dem Bericht greifen 64 der analysierten VPN-Apps direkt auf GPS- und Standortdaten der Endgeräte zu. Die Reichweite dieser Problematik ist beachtlich: Allein im Juni dieses Jahres wurden diese 64 Apps mehr als 3 Millionen Mal in den USA heruntergeladen. Damit erhalten die Betreiber Zugriff auf präzise Bewegungsdaten ihrer Nutzer, was über die übliche Datenerhebung hinausgeht.

Intransparente Eigentümerstrukturen bei VPN-Anbietern

Ein weiterer Fokus der Analyse liegt auf der Herkunft und den Besitzverhältnissen der App-Entwickler. Von den 390 detailliert untersuchten VPN-Anwendungen gehören 64 zu chinesischen Unternehmen.

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Ein signifikantes Risiko sieht Proton zudem in der mangelnden Transparenz der Branche: Bei 31 der untersuchten Apps sei die eigentliche Eigentümerstruktur verschleiert, was eine unabhängige Bewertung der Datensicherheit für den Verbraucher nahezu unmöglich mache.

Berichte über diese Tracking-Risiken in mobilen VPN-Apps wurden unter anderem im Fachmedium TechRadar veröffentlicht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Vertrauen der Nutzer in VPN-Dienste oft unbegründet ist, wenn die Apps selbst als Datensammler fungieren.

Die Analyse unterstreicht die Notwendigkeit für Anwender, die Hintergründe und Berechtigungen ihrer Sicherheitssoftware genauer zu prüfen, um eine unfreiwillige Profilierung durch Tracker zu vermeiden.

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