VPN-Apps im Test: 61 von 281 übertragen Daten unverschlüsselt
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 11:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
61 der getesteten Anwendungen übertrugen Daten unverschlüsselt.
Datenleck trotz Schutzversprechen
Das Analyse-Framework MVPNalyzer nahm 281 VPN-Apps aus dem Google Play Store unter die Lupe. Die Ergebnisse sind alarmierend: Über 10.000 unverschlüsselte Datenflüsse wurden identifiziert. Fünf Apps versendeten sogar die VPN-Konfigurationsdaten im Klartext – ein gefundenes Fressen für Angreifer.
Besonders heikel: Bei 29 Anwendungen trat Traffic-Leakage auf. Der Internetverkehr umgeht hier den verschlüsselten Tunnel, obwohl die VPN-Verbindung aktiv ist. Provider oder Dritte können die Daten dann problemlos mitlesen.
Tracking-Flut statt Privatsphäre
Das eigentliche Problem sitzt tiefer. 246 der 281 getesteten Apps kontaktierten aktiv Werbe- und Tracking-URLs. Das konterkariert das zentrale Versprechen der Anbieter, Nutzerdaten zu schützen.
Die MVPNalyzer-Studie zeigt: 61 von 281 VPN-Apps übertragen Daten unverschlüsselt, 246 kontaktierten Tracker. Bevor Sie sich eine unsichere App installieren, prüfen Sie mit diesem Guide, welche Dienste wirklich schützen. Jetzt kostenlosen VPN-Sicherheitsguide anfordern
Warum ist das relevant? VPNs dienen nicht nur dem Datenschutz. Viele Nutzer setzen sie ein, um regionale Sperren bei Sportübertragungen zu umgehen oder sich in öffentlichen WLANs abzusichern. Die Wahl des Anbieters entscheidet über die tatsächliche Sicherheit.
Gegenmaßnahmen auf Systemebene
Während die Drittanbieter-Apps schwächeln, reagieren die Hersteller. FritzOS 8.50 bringt für ausgewählte Router eine Kill-Switch-Funktion für WireGuard-VPNs. Fällt die Verbindung aus, kappt die Funktion sofort den gesamten Internetverkehr – keine Datenlecks mehr.
Ihre Privatsphäre hängt von der VPN-Wahl ab – doch 29 Apps leaken Ihren Traffic trotz aktiver Verbindung. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Kill-Switch und WireGuard korrekt einrichten und Datenlecks vermeiden. VPN-Konfigurations-Guide jetzt sichern
Google selbst patcht nach: Die aktuellen Play Services v26.26 schließen Sicherheitslücken und verbessern Arbeitsprofile auf Mobilgeräten und Wear OS. Auch Samsung rollt mit seiner Update-Welle dutzende Sicherheitspatches für die Galaxy-Serie aus.
Für Nutzer bleibt die Devise: Vorsicht bei der App-Wahl. Experten raten zu etablierten VPN-Diensten mit regelmäßigen, unabhängigen Sicherheitsaudits.
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