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VR in Kliniken: Virtual Reality reduziert Angst vor Operationen

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutsche Pflegeeinrichtungen setzen zunehmend auf VR-Technologie und soziale Roboter. Ein Ethik-Leitfaden adressiert nun die neuen Herausforderungen.

VR-Brillen und Pflegeroboter: Digitalisierung erobert deutsche Pflegeheime
Ältere Person mit VR-Brille in modernem Pflegeheim. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Virtuelle Reisen, soziale Roboter und ethische Leitlinien: Die Digitalisierung hält Einzug in Deutschlands Pflegeheime und Kliniken. Gleich mehrere Einrichtungen haben in diesen Tagen neue Technologien vorgestellt, die das Leben von Patienten und Bewohnern verbessern sollen.

Virtuelle Ausflüge für Senioren

Das Sankt Josef Alten- und Pflegeheim in Neumarkt hat am Dienstag die Anschaffung von VR-Brillen bekannt gegeben. Die Einrichtung, in der Ordensschwestern im Ruhestand leben, nutzt die Technik, um Bewohner in virtuelle Welten eintauchen zu lassen – etwa in Kirchenräume. Auch das Pflegepersonal verwendet die Brillen zur Entspannung.

Einen Tag zuvor feierte ein VR-Projekt der Bürgerstiftung Bad Salzuflen Premiere. Die Initiative „Herzenswunsch OWL" ermöglicht Senioren in örtlichen Pflegeheimen virtuelle Reisen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität eröffnen sich so völlig neue Horizonte.

VR hilft Kindern vor der Herztransplantation

Auch die klinische Anwendung von Virtual Reality schreitet voran. Das Universitätsklinikum Freiburg teilte am Dienstag mit, dass der Verein Fontanherzen dem Zentrum für angeborene Herzfehler VR-Brillen gespendet hat. Die Technik kommt bei der Untersuchung junger Patienten zum Einsatz – etwa bei einem zehnjährigen Jungen, der auf ein Spenderherz wartet.

„VR kann die Angst von Patienten deutlich reduzieren", erklärt Oberarzt Dr. Thilo Fleck. Die Brillen bieten verschiedene Umgebungen zur Ablenkung, etwa Unterwasser- oder Dschungelwelten. Studien belegen demnach die beruhigende Wirkung der Technologie.

Ethische Leitlinien für Pflegeroboter

Mit der Technik wächst auch der Regelungsbedarf. Der Medizinethiker Robert Ranisch von der Universität Potsdam hat am Dienstag einen Leitfaden für das Bundesgesundheitsministerium zu sozialen Robotern vorgestellt.

Die Richtlinien befassen sich unter anderem mit Robotern wie „Paul“ – einem Modell der Firma navel robotics. Seit April 2026 ist der Roboter im Pflegeheim Sonnenhof in Ilfeld im Einsatz. Die Kosten: über 33.300 Euro. „Paul sagt Gedichte auf, erzählt Witze und macht Quiz“, berichtet Heimleiterin Kerstin Jülich.

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Seit Ende 2023 wurden rund 130 solcher Einheiten ausgeliefert, 90 davon in deutsche Einrichtungen. Doch Experten wie Ranisch warnen vor zu hohen Erwartungen: Roboter seien noch kein „Gamechanger“ für die Branche. Sie könnten zwar die Lebensqualität steigern, aber den Personalmangel nicht spürbar lindern. Zudem werfe ihr Einsatz bei Demenzkranken ethische Fragen auf.

Internationale Perspektiven: Von Australien bis in die Ukraine

Die deutschen Entwicklungen sind Teil eines globalen Trends. In Südaustralien hat die Einrichtung Resthaven am Dienstag Ergebnisse einer VR-Studie mit Parkinson- und Demenzpatienten vorgelegt. Die Technik erfasst Bewegungsdaten per Hand-Tracking und ermöglicht personalisierte Therapien – eine Abkehr von herkömmlichen Gruppensitzungen.

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In Großbritannien setzt das Pflegeheim Port Manor in Seaford VR-Brillen in seiner neu eröffneten Demenzabteilung ein. „Die Bewohner erleben vertraute Umgebungen wieder, das löst oft Gespräche und Erinnerungen aus“, berichtet die stellvertretende Leiterin Ellie West.

Das ukrainische Startup Aspichi bereitet derweil den Markteintritt in den USA vor. Die Plattform Luminify erlaubt einem Therapeuten, bis zu 30 VR-Sitzungen gleichzeitig zu betreuen. In der Ukraine hat das Unternehmen bereits über eine Million Sitzungen für ältere Kunden durchgeführt.

Ausbildung der Zukunft: Anatomie zum Anfassen

Auch die Pflegeausbildung profitiert von der Digitalisierung. Studierende der West Virginia University in den USA nutzen seit Ende Juli VR-Brillen mit medizinischer Software. Sie können den menschlichen Körper von innen erkunden und komplexe Eingriffe simulieren – von Operationen bis zu Notfallinterventionen. Ziel ist es, klinische Auffälligkeiten besser erkennen zu lernen.

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