Wachstumskurven, Schweizer

Wachstumskurven: Schweizer Kinder sind bis zu 4cm größer als WHO-Daten zeigen

17.06.2026 - 02:01:37 | boerse-global.de

Aktualisierte Referenzdaten zeigen Schweizer Kinder im Schnitt bis zu vier Zentimeter größer als bisher angenommen.

Neue Schweizer Wachstumskurven: Kinder sind größer als WHO-Norm
Wachstumskurven - Eine Gruppe unterschiedlich großer Kinder und Jugendlicher in der Schweiz vor einer Berg- und Stadtkulisse, die Wachstum darstellt. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Referenzdaten ersetzen die seit 2011 verwendeten WHO-Standards und basieren auf einer der umfangreichsten Wachstumsstudien Europas.

43.000 Kinder als Datengrundlage

Entwickelt wurden die Kurven am Pädiatrisch-Endokrinologischen Zentrum Zürich (PEZZ) unter der Leitung von Prof. Urs Eiholzer. Die Forscher werteten Daten von über 43.000 Kindern aus allen Sprachregionen der Schweiz aus – und nutzten dafür die sogenannte LMS-Methode.

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Ab dem 15. Juni 2026 sollen die Daten als neuer Standard in der kinderärztlichen Praxis dienen. Erstmals liegen damit breit abgestützte nationale Daten vor, die die spezifische Entwicklung der hiesigen Bevölkerung abbilden.

Bis zu vier Zentimeter größer

Die Studie liefert eine überraschende Erkenntnis: Kinder in der Schweiz sind im Schnitt deutlich größer, als die WHO-Daten suggerierten. Der Unterschied beträgt bis zu vier Zentimeter. Auch die untere Normgrenze liegt bei den neuen Schweizer Kurven entsprechend höher.

Die durchschnittliche Endgröße liegt bei Männern bei 178 Zentimetern, bei Frauen bei 166 Zentimetern. Experten beobachten zudem: Kinder gewinnen kaum noch an potenzieller Endgröße, werden aber im Verhältnis zu früheren Jahrzehnten deutlich schwerer.

Übergewicht: Neue Zahlen, alte Risiken

Die neuen Kurven verändern auch die Statistik zur Gewichtssituation. Galt auf Basis der WHO-Daten noch jeder fünfte Schweizer Kind als übergewichtig, liegt der Wert nach den aktuellen Referenzdaten bei 13,5 Prozent.

Trotz dieser Verschiebung zeigen die Daten spezifische Risikoprofile. Kinder mit Wurzeln in Süd- oder Südosteuropa haben ein fünfmal höheres Risiko für Adipositas als der Durchschnitt. Die Erkenntnis soll helfen, Präventionsmaßnahmen gezielter auszurichten.

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Früherkennung um bis zu vier Jahre beschleunigt

Die neuen Kurven haben direkte Auswirkungen auf die klinische Diagnostik. Bisher konnten Wachstumsstörungen durch die tiefer angesetzten WHO-Normgrenzen erst verzögert erkannt werden. Mit den neuen Daten soll sich die Diagnose um bis zu vier Jahre beschleunigen.

Das ist essenziell für die frühzeitige Identifikation von Wachstumshormonmangel, Zöliakie oder Schilddrüsenerkrankungen. Dank der angepassten Referenzwerte können Abweichungen von der Norm schneller erkannt und Interventionen zeitnah eingeleitet werden.

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