Waschmaschine, Dichtung

Waschmaschine: 60-Grad-Wäsche und trockene Dichtung beugen Gerüchen vor

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regelmäßige Hochtemperaturwäschen und materialgerechte Reinigung halten Waschmaschine, Textilien und Fußmatten hygienisch und geruchsarm.
Ein minimalistisch gestalteter, sauberer Hauswirtschaftsraum mit hellen Fliesen und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Unangenehme Gerüche in Wohnräumen entstehen häufig an Stellen, die bei der alltäglichen Reinigung übersehen werden. Verschiedene Ratgeber und Fachstellen erläutern, wie sich durch strukturierte Pflegeabläufe an Geräten wie Waschmaschinen oder Gegenständen wie Schmutzfangmatten Geruchsprobleme vermeiden lassen. Neben hygienischer Frische trägt die richtige Pflege zugleich dazu bei, die Lebensdauer der Textilien und Haushaltsgeräte spürbar zu verlängern.

Bakterien und Biofilme in der Waschmaschine bekämpfen

Ein zentraler Ausgangspunkt für Fehlgerüche ist die Waschmaschine. Nach Angaben der Hochschule Rhein-Waal bieten Waschtemperaturen von rund 30 °C ideale Bedingungen für das Wachstum geruchsbildender Bakterien.

Eine Untersuchung der Hochschule Furtwangen aus dem Jahr 2026 analysierte 16 Haushaltswaschmaschinen, von denen die Hälfte geruchlich auffällig war, und identifizierte darin 1.492 Bakterienarten. Fachleute raten daher zu regelmäßigen Waschgängen bei mindestens 60 °C mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel.

Das Bayerische Staatsministerium betont in diesem Zusammenhang, dass bleichhaltige Voll- oder Universalwaschmittel bei 60 °C Bakterien, Viren, Pilze sowie Hausstaubmilben verlässlich beseitigen, sodass spezielle Hygienespüler nicht erforderlich sind.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Pilze und Bakterien an den Türdichtungen einen Biofilm aufbauen können, der maßgeblich zu schlechten Gerüchen beiträgt. Häufig bildet sich zudem ein grau-schwarzer Belag aus Waschmittelresten, Fett und Hautschuppen. Dieses Phänomen entsteht vor allem durch wiederholte Niedrigtemperaturwäschen, eine Überdosierung von Flüssigwaschmitteln oder Weichspülern sowie dauerhaft geschlossene Gerätetüren.

Routinen der Hersteller und Verbraucherschützer

Um Ablagerungen zu verhindern, empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, nach jedem Waschgang die Rillen der Gummidichtung und das Waschmittelfach trocken zu wischen. Zudem sollte die Maschinentür etwa eine halbe Stunde geöffnet bleiben. Für eine dauerhafte Pflege rät die Verbraucherzentrale zu einer Reinigung der Dichtung alle zwei bis vier Wochen sowie einem monatlichen 60-Grad-Waschgang für Weißwäsche mit pulverförmigem Vollwaschmittel.

Auch Gerätehersteller geben klare Handlungsanweisungen:
- Bosch führt wiederholte Niedrigtemperaturwäschen und fehlerhafte Dosierungen als Ursachen für Gerüche an. Der Hersteller rät, das Waschmittelfach etwa alle zwei Monate zu säubern, herausnehmbare Fächer warm zu spülen und den Pumpfilter gemäß Handbuch zu prüfen, nachdem das Gerät abgeschaltet wurde und abgekühlt ist.

Zudem rät das Unternehmen von gewöhnlichen Haushaltsreinigern ab und empfiehlt etwa alle drei Monate Spezialreiniger.

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  • Electrolux rät dazu, die Gummidichtung an der Tür nach dem Waschen abzuwischen und die Tür offen stehenzulassen.
  • Miele empfiehlt ein regelmäßiges Reinigungsprogramm oder Hochtemperaturwäschen mit mindestens einem 60-Grad-Gang pro Monat.

Zudem sollte die Wäsche zügig entnommen und Tür sowie Spülfach offengelassen werden.
- Samsung erlaubt bei Schimmelbildung in den Dichtungsfalten verdünnte Bleiche, warnt jedoch vor unverdünnter Anwendung. Das herstellereigene Reinigungsprogramm erhitzt auf 60 bis 70 °C und wird monatlich empfohlen; die Reinigung des Ablauffilters sollte fünf- bis sechsmal im Jahr erfolgen. Vor Wartungsarbeiten ist stets der Netzstecker zu ziehen.

Für handelsübliche Maschinenreiniger existieren Herstellerintervalle von drei bis sechs Anwendungen pro Jahr, die laut Berichten jedoch nicht durch unabhängige Institutsprüfungen belegt sind.

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Richtige Pflege von Textilien und Fußmatten

Geruchsbildung betrifft nicht allein die Geräte. Eine Fachvertreterin des Kompetenzzentrums Hauswirtschaft erklärt, dass muffige Schrankwäsche meist auf Wasch- und Trocknungsfehler zurückzuführen sei. Bettwäsche sollte demnach regelmäßig bei 60 Grad mit Pulver-Vollwaschmittel gewaschen und vor dem Einräumen vollständig getrocknet werden, da verbleibende Restfeuchte in den Fasern nachträglich Gerüche freisetzt.

Bei Schmutzfangmatten gilt regelmäßiges Absaugen als grundlegende Maßnahme. Während Kokosmatten ausschließlich trocken mit einem Besen gereinigt werden dürfen, lassen sich Matten aus Gummi oder Kunstrasen mit Wasser abspritzen und aufrecht trocknen.

Kunstfaser- und Baumwollmatten mit Gummirücken sind bis zu einer Größe von 50 mal 80 Zentimetern bei maximal 30 °C im Schonwaschgang ohne Schleudern waschmaschinengeeignet.

Modelle mit Vinylrücken gehören hingegen nicht in die Waschmaschine, sondern erfordern eine manuelle Behandlung. Durch die Einhaltung dieser materialgerechten Routinen lassen sich Feuchtigkeit und Schmutzansammlungen im Haushalt dauerhaft kontrollieren.

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