Wasserknappheit, Kommunen

Wasserknappheit: Kommunen verbieten Bewässerung bis Oktober

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Steigende Trockenheit zwingt Städte zu strengen Regeln. Schweinfurt setzt auf aufbereitetes Abwasser als innovative Lösung.

Wasserknappheit in Deutschland: Kommunen verschärfen Bewässerungsverbote
Ein intelligentes Bewässerungssystem in einem trockenheitsresistenten Garten mit Sensortechnik zur Wassereinsparung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Grundwasserspiegel sinken, die Trockenperioden werden länger. Kommunen reagieren mit strengen Regeln, während Forscher nach neuen Lösungen suchen.

In Brandenburg an der Havel ist die Bewässerung nur noch zwischen 18 und 8 Uhr erlaubt – bis mindestens 31. August. Potsdam verbot die Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern sogar bis Oktober. Und in München drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro, wer gegen Rasenspreng- oder Poolfüllverbote verstößt.

Mitte Juli ging zudem das Niedrigwasserinformationssystem NIWIS online. Es liefert aktuelle Daten zur Wasserführung von Bächen und Weihern. Im Landkreis Mainz-Bingen sind erste Gewässer bereits ausgetrocknet. Auch der Wasserbeschaffungsverband am Wiehengebirge reagierte mit Verboten zur Poolbefüllung.

Abwasser wird zum Bewässerungswasser

Einen ungewöhnlichen Weg geht Schweinfurt. Dort liefert eine Wassertankstelle aufbereitetes Abwasser aus der Kläranlage für den Garten. Das Wasser durchläuft Ozon, UV-Bestrahlung und Aktivkohlefilter – und erreicht eine Qualität, die über dem EU-Standard für Bewässerung liegt. Langfristig soll das Modell auf die Landwirtschaft ausgeweitet werden.

Auch die Forschung sucht nach trockenresistenten Pflanzen. Das EU-Projekt „LIFE Pannonic Salt“ testet im Burgenland 14 verschiedene Kulturen. Mit einem Budget von 12 Millionen Euro laufen Versuche auf Feldern. Erste Ergebnisse zeigen: Mungobohne, Augenbohne, Kichererbsen und Quinoa kommen mit wenig Wasser klar.

Gärten müssen umdenken

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Experten raten zur klimagerechten Umgestaltung von Grünflächen. Ein Sickerbeet, das etwa zehn Prozent der angeschlossenen Dachfläche umfasst, kann Regenwasser direkt versickern lassen. Der Aufbau besteht aus Grobkies, feinerem Kies, Splitt und einem Sand-Erde-Gemisch – bepflanzt mit heimischen Wildstauden.

In Linz testet man die schwedische Pflanzmethode. Dabei kommen wurzelnackte Pflanzen mit Mulchschicht und Mykorrhiza-Pilzen zum Einsatz. Ziel: Stadtbegrünung ohne zusätzliche Bewässerung. Lavendel, Ziersalbei, Nelken und Färberkamille gehören zu den verwendeten Arten.

Im öffentlichen Raum zeichnen sich ähnliche Trends ab. Wolfenbüttel debattiert im August über die Umwandlung von Schmuckbeeten in naturnahe Bepflanzungen. Das Saarland renaturierte den Mühlenbach im Spiesermühltal auf 1,5 Kilometern. Kosten: 450.000 Euro für die Anhebung des Bachbetts und die Anlage von Mäandern, die Wasser in der Aue zurückhalten.

Clever gießen – aber richtig

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Für bestehende Grünflächen empfehlen Fachleute eine klare Priorisierung: Bäume und Topfpflanzen zuerst, dann Stauden und Gemüse. Der Rasen hat die niedrigste Priorität. Der Spatentest hilft bei der Kontrolle: Ist der Boden bis in zehn bis 15 Zentimeter Tiefe feucht, reicht die Wassermenge.

Die empfohlene Wassermenge variiert: Bei sandigen Böden sind zehn bis 15 Liter pro Quadratmeter nötig, bei lehmigen Untergründen bis zu 20 Liter. Grundsatz: seltener, aber dafür durchdringend in den frühen Morgenstunden gießen. Mulchen und der Verzicht auf Rasenmähen bei Hitze helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Trockenresistente Arten für Privatgärten sind Rosmarin, Thymian, Schafgarbe und die Prachtkerze.

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