Wat, Phra

Wat Phra Dhammakaya: 950 Millionen THB Veruntreuung unter Lupe

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 10:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Recherche deckt psychologische Manipulation, Finanzskandale und Führungskrisen in buddhistischen Gemeinschaften auf.

Buddhistische Gruppen: Enthüllungen zu Manipulation und Machtkämpfen
Dunkler buddhistischer Gebetssaal mit flackerndem Kerzenlicht und goldenen Statuen in einer geheimnisvollen Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle investigative Recherche enthüllt manipulative Methoden in buddhistischen Gruppen. Die Vorwürfe reichen von psychologischer Manipulation über finanzielle Unregelmäßigkeiten bis hin zu politischen Machtkämpfen.

Investigative Recherchen zu manipulativen Methoden

Die am heutigen Donnerstag veröffentlichte Untersuchung der Journalisten Christiane Hawranek und Katja Paysen-Petersen beleuchtet Strukturen, die hinter der Fassade spiritueller Lehren verborgen bleiben sollen. Im Fokus stehen Praktiken, die als manipulativ eingestuft werden.

Diese Enthüllungen ergänzen ein internationales Bild wachsender Spannungen. Während die Glaubensgemeinschaft weltweit für Friedfertigkeit bekannt ist, zeigen interne Vorfälle in verschiedenen Regionen erhebliche Konflikte.

Finanzielle Unregelmäßigkeiten in Thailand und Taiwan

In Thailand und Taiwan beschäftigen mehrere Fälle die Justiz. Ein Bezirksgericht in Neues Taipeh verurteilte die Firma Taigudian Co. zur Rückzahlung von 3.800 TWD an eine Kundin. Sie hatte ein Buddha-Amulett erworben, das nie geliefert wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Firma den Versand nicht belegen konnte.

Parallel dazu steht der thailändische Wat Phra Dhammakaya erneut im Zentrum von Ermittlungen. Im Mai 2026 reichte ein Beschwerdeführer bei der thailändischen Ermittlungsbehörde DSI Klage ein. Der Vorwurf: Der Tempel verbreite falsche Lehren. Zudem wird gefordert, einen Fall von Veruntreuung in Höhe von 950 Millionen THB neu zu prüfen. Insider befürchten eine großangelegte Razzia mit bis zu 3.000 Beamten.

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Auch am Wat Phra Mahathat Woramahawihan in Nakhon Si Thammarat kam es Mitte Juli zu Unstimmigkeiten. Ein Mönch war dabei beobachtet worden, wie er Touristen direkt um Spenden bat – 500.000 THB für einen Grundstückskauf. Der Tempel leitete eine Disziplinarprüfung ein. Spenden seien ausschließlich über die offiziellen Kollektenkästen abzuwickeln.

Machtkampf im südkoreanischen Jogye-Orden

Schwerwiegende Vorwürfe erschüttern den südkoreanischen Jogye-Orden. Eine geplante Sitzung des Zentralrats am gestrigen Mittwoch musste vertagt werden – die Beschlussfähigkeit fehlte. Hintergrund sind Berichte über Einschüchterungsversuche: Ein Mitarbeiter der internen Aufsicht soll einen fastenden Mönch mit kompromittierenden Fotos bedroht haben.

Daraufhin fordern Fraktionsmitglieder den Rücktritt des Generalabts Jinje. Der Leiter der Aufsichtsabteilung entschuldigte sich bereits öffentlich. Doch der betroffene Mönch lehnte eine Versöhnung ab. Die Führungskrise innerhalb der größten buddhistischen Sekte des Landes verschärft sich damit weiter.

Politische Spannungen und die Nachfolgefrage des Dalai Lama

Neben internen Skandalen prägen politische Konflikte die Lage des Buddhismus in Zentralasien. In der Region Larung Gar in der Provinz Sichuan wurden seit dem 13. Juli erneut Wohngebäude abgerissen. Grundlage ist ein neues Gesetz zur Förderung der ethnischen Einheit, das Anfang Juli in Kraft trat. Die Maßnahmen führen zur Vertreibung von Mönchen und Nonnen.

Die Frage der spirituellen Führung bleibt ungeklärt. Der Dalai Lama, der im Juli 2025 seinen 90. Geburtstag feierte, deutete an, dass seine Nachfolge in der freien Welt bestimmt werden könnte. Die chinesische Regierung beansprucht hingegen das Recht, über die Reinkarnation des geistlichen Oberhauptes zu entscheiden.

Buddhistische Institutionen stehen damit an mehreren Fronten unter Druck – bei der Aufarbeitung interner Missstände und in der Auseinandersetzung mit staatlichem Einfluss.

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