Waymo, Uber-Partnerschaft

Waymo kündigt Uber-Partnerschaft: Eigenständiger Dienst ab Januar 2028

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Waymo beendet Kooperation mit Uber in Austin und Atlanta. Die Uber-Aktie fällt um über vier Prozent, während Waymo auf eigene Flotten setzt.

Waymo kündigt Uber-Partnerschaft: Eigenständiger Dienst ab 2028
Ein autonomes Waymo-Fahrzeug auf einer modernen Stadtstraße bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Alphabet-Tochter Waymo hat den Fahrdienstvermittler Uber über ihre Absicht informiert, die bestehende dreijährige Partnerschaft in den US-Metropolen Austin und Atlanta aufzukündigen. Ab Januar 2028 plant der Spezialist für autonomes Fahren, in diesen Städten einen eigenständigen Dienst über die hauseigene App zu betreiben. Wie Uber am 25. Juli 2026 gegenüber Medienvertretern bestätigte, wurde das Unternehmen bereits offiziell über diesen Schritt in Kenntnis gesetzt.

Übergangsfrist und Auswirkungen am Kapitalmarkt

Trotz der angekündigten Trennung in den spezifischen Märkten sieht die aktuelle vertragliche Gestaltung vor, dass Waymo-Fahrzeuge noch bis Mai 2028 über die Uber-Plattform buchbar bleiben. In anderen Regionen wurde die Zusammenarbeit hingegen bereits früher reduziert; so endete die Partnerschaft im texanischen Phoenix bereits Ende Juni 2026.

Die Nachricht über den Rückzug des wichtigen Technologiepartners belastete den Aktienkurs von Uber erheblich. Das Papier fiel nach der Ankündigung um mehr als 4 % auf einen Wert von unter 66 US-Dollar. Damit setzt sich ein negativer Trend für das Unternehmen an der Börse fort: Im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 verzeichnete die Uber-Aktie einen Rückgang von etwa 20 %.

Waymos Expansion und operative Unabhängigkeit

Waymo demonstriert mit diesem Schritt ein wachsendes Vertrauen in die eigene Plattformstrategie. Das Unternehmen betreibt bereits heute autonome Flotten in elf US-Metropolregionen ohne die Vermittlung durch Uber. Nach aktuellen Erhebungen wickelt der Dienstleister wöchentlich mehr als 500.000 kostenpflichtige Fahrten ab. Insgesamt umfasst die Flotte mehr als 3.800 Fahrzeuge, die in zehn Städten im Einsatz sind.

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Die finanzielle Basis für diese Expansion wurde unter anderem durch eine Finanzierungsrunde im Februar 2026 gestärkt, bei der Waymo 16 Milliarden US-Dollar einsammelte. Die Bewertung des Unternehmens stieg in diesem Zuge auf 126 Milliarden US-Dollar. Neben den Eigenaktivitäten unterhält Waymo weiterhin selektive Kooperationen mit anderen Marktakteuren, wie etwa eine nicht-exklusive Vereinbarung mit dem Uber-Konkurrenten Lyft in Nashville.

Strategische Differenzen und operative Spannungen

Hinter der Aufkündigung stehen offenbar auch zunehmende Spannungen zwischen den beiden Unternehmen. Im Mai 2026 kam es in Austin und Atlanta zu sicherheitsrelevanten Vorfällen, bei denen Waymo-Fahrzeuge unter anderem stehende Schulbusse passierten oder leerstehende Sackgassen in Wohngebieten wiederholt umkreisten.

Zudem traten unterschiedliche Auffassungen bei regulatorischen Fragen zutage. Im Rahmen eines Pilotprojekts im US-Bundesstaat New Jersey setzte sich Uber für Regeln ein, die den Einsatz von menschlichen Sicherheitsfahrern bei mehr als 85 % der Fahrten vorsahen. Waymo positionierte sich explizit gegen diese restriktive Politik.

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Ubers Diversifizierung im Sektor für autonomes Fahren

Uber bereitet sich unterdessen auf eine Zukunft mit wechselnden Partnern vor. Das Unternehmen hat bereits mehr als 10 Milliarden US-Dollar in Partner für autonomes Fahren investiert. Zu den aktuellen Kooperationen gehören Beteiligungen an Unternehmen wie Avride und Nuro. Zudem besteht eine Vereinbarung über die Bereitstellung von bis zu 50.000 Robotaxis des Herstellers Rivian.

Für die Standorte Austin und Atlanta behält sich Uber vor, nach dem Auslaufen der Exklusivität mit Waymo andere Betreiber autonomer Fahrzeugflotten in die eigene App zu integrieren, um das Angebot für die Kunden aufrechtzuerhalten.

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